 Der Mensch im MittelpunktMit einem Festakt feiert das Klinikum Kulmbach sein 50-jähriges Bestehen. Gesundheitsminister Dr. Markus Söder spricht dem Haus dabei seinen Respekt aus und stellt weitere Förderung in Aussicht.
Den Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Klinikums nutzten die Verantwortlichen dazu, Staatsminister Dr. Markus Söder den Linksherzkathetermessplatz zu zeigen. Die Aufnahme zeigt (von links): Gesundheitsminister Dr. Markus Söder, OB Henry Schramm, Geschäftsführer Herbert Schmidt, Landrat Klaus Peter Söllner, den Chefarzt der Kardiologie Dr. Andreas Brugger und die Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer und Inge Aures.  Mit zahlreichen Ehrengästen hat das Klinikum Kulmbach am Montag im Rahmen eines Festakts sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Landrat Klaus Peter Söllner ließ dabei die vielen bedeutenden Stationen in diesem halben Jahrhundert noch einmal Revue passieren. Es sei eine weise Entscheidung gewesen, das Klinikum am Blaicher Hang zu bauen: "Das war die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit." Als eine "erstklassige Adresse in der bayerischen Krankenhauslandschaft" bezeichnete Gesundheitsminister Dr. Markus Söder das Kulmbacher Klinikum, zu dessen 50. Geburtstag er persönlich gratulierte.
Das Klinikum Kulmbach reihe sich hervorragend in die Gesundheitsstruktur im Land ein, betonte Dr. Söder, der die gesundheitliche Betreuung in Deutschland als eine der besten in der Welt bezeichnete, die im Vergleich mit anderen Ländern bestens dastehe. So würden in Großbritannien Menschen nur bis zum 60. Lebensjahr mit allem versorgt. Danach müssten sie für viele Behandlungen privat bezahlen. In den USA gebe es erstklassige medizinische Versorgung, aber nur, wenn man auch erstklassig dafür bezahle.
Das Gesundheitswesen in Bayern sei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, so der Minister. Aber ein Krankenhaus sei auch ein Ort von höchster Ethik: "Es geht nicht nur um Technik, sondern auch darum, Menschlichkeit walten zu lassen." Ein gutes Krankenhaus sei wichtig für eine Region. Dass Kulmbach mit seinem Klinikum gut dastehe, zeigten nach Aussagen Dr. Söders auch die hohen, immer weiter steigenden Patientenzahlen: "Das ist ein Beweis für gute Qualität." Ein lebender Prozess
Das Klinikum Kulmbach sei seit 1982 praktisch eine Dauerbaustelle und befinde sich in einem lebenden Prozess, der niemals ganz abgeschlossen werden könne. Derzeit laufe der siebte Bauabschnitt, unter anderem mit einer ganz neuen Notaufnahme, dem Bereich für die Strahlentherapie und einer Erweiterung der OP-Säle. Neun Millionen Euro habe der Freistaat Bayern allein für diesen Bereich als Zuschuss gegeben und auch aus dem Konjunkturpaket II seien Gelder für die energetische Sanierung geflossen.
Der achte Bauabschnitt sei bereits anvisiert, so Söder. Er könne dazu zwar noch keine endgültige Zusage geben, aber die Chancen auf eine weitere Förderung stünden sehr gut für Kulmbach: "Wir sehen die Notwendigkeit der Erweiterung, aber auch die Qualität in der Umsetzung." In Kulmbach habe man kompetente und seriöse Partner.
Söder ließ es aber auch an kritischen Tönen nicht fehlen. Es sei absurd zu glauben, betonte er, dass die Kosten für das Gesundheitswesen gesenkt werden könnten. Die Menschen würden immer älter und die Technik schreite voran. Vor allem im onkologischen Bereich wüssten viele Patienten gar nicht, was ihre Behandlung koste. An Leistung könne nicht gespart werden. Man müsse prüfen, ob die Strukturen effizient seien.
So beklagte Söder im Gesundheitswesen ein Übermaß an Bürokratie. Der durchschnittliche Kontakt eines Patienten zu seinem Arzt betrage sieben Minuten. Die Dokumentation dieses Besuchs dauere 14 Minuten. "Das heißt, ein Drittel seiner Zeit wendet ein Arzt für Helfen und Therapie auf, zwei Drittel dagegen für die Dokumentation. Ich weiß gar nicht, wer diese vielen Berichte liest, aber ich weiß, dass noch nie ein Dokument eine heilende Wirkung hatte."
50 Jahre Klinikum, so Landrat Klaus Peter Söllner, bedeuteten auch 50 Jahre Dienst am Menschen und 50 Jahre hochwertige Dienstleistung. All dies wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung durch den Freistaat und die Regierung von Oberfranken. Bei beiden habe das Klinikum mit seinen Anliegen immer ein offenes Ohr gefunden. Die Weitsicht, die die Gründerväter des Klinikums vor 50 Jahren bewiesen hätten, habe sich fortgesetzt und sei prägend für die gesamte Zeit gewesen. Auch die Fachklinik Stadtsteinach habe durch ihre gute Entwicklung eine ebensolche Zukunft. Ein freundliches Wort
"Wer ins Klinikum Kulmbach kommt, muss das Gefühl haben, hier wird alles Menschenmögliche für ihn getan", betonte Oberbürgermeister Henry Schramm und zeigte sich stolz, dass diese Devise am Haus gelte. Man müsse die Menschen ernst nehmen. Hochleistungsmedizin sei notwendig und richtig, aber Patienten wollten auch einfach mal in den Arm genommen werden und ein freundliches Wort hören: "Das ist Gold wert und gibt Hoffnung und Zuversicht." Das Klinikum Kulmbach gehöre heute zu den 50 besten Krankenhäusern in ganz Bayern. Es seien die Persönlichkeiten, die am Haus wirkten, die dieses hervorragende Bild prägten.
Quelle: - Frankenpost vom 14.12.2010 - Foto: Burger
 | 50 Jahre und keine Wehwehchen | | Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder attestierte dem Klinikum Kulmbach angesichts fortwährender Investitionen und steigender Patientenzahlen höchste Qualität. |  |  | „Seit ich Chef bin, wurde immer gebaut“ | | Das Klinikum Kulmbach wird 50 Jahre – und Herbert Schmidt hat nur die ersten zwei Jahre verpasst. In den 29 Jahren als Geschäftsführer hat er das Wachstum mit vorangetrieben. |  |
|  | |  |