Das Industriegebiet am Goldenen Feld, der Bereich zwischen dem Stadtteil Siedlung und der Bundesstraße B 85, wird immer mehr zum städtischen Zentrum für Verbrauchermärkte. Angrenzend zu Lidl bahnt sich nun die nächste Ansiedlung an: ein großflächiger Edeka-Markt, für ihn sollen die über 40 Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden Hallen der früheren Bekleidungsfabrik Hensel & Mortensen weichen. Die Mieter in dem dazugehörigen zweistöckigen Gebäude sind von den Plänen schon informiert worden.
Die Unternehmenskommunikation von Edeka wollte sich gestern Nachmittag noch nicht zu den Plänen äußern. Man wolle erst die Entscheidung des Stadtrats am Abend abwarten, hieß es in der Firmenzentrale von Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen in Rottendorf bei Würzburg.
Der Stadtrat stellte in seiner Sitzung dann die Weichen für die Realisierung des Bauvorhabens. Gegen drei Stimmen der Grünen/Offene Liste segnete man ohne Diskussion die notwendige Bebauungsplanänderung für das zirka 6000 Quadratmeter große Gelände ab.
GOL: Subzentrum wird gestärkt
Auf Nachfrage erläuterten die GOL-Stadträte Volker Wack und Dieter Herold die Ablehnungsgründe ihrer Fraktion. Einmal gehe es um die Denkmaleigenschaft des ehemaligen Webereigebäudes aus den sechziger Jahren, dessen Abbruch vom Landesamt für Denkmalpflege ebenfalls abgelehnt worden sei. Aber wichtiger noch, so Wack und Herold, sei die Tatsache, dass wiederum ein Subzentrum gestärkt werde - auf Kosten der Innenstadt. „Wir haben es hier eindeutig mit einem innenstadtrelevanten Sortiment zu tun. Das wäre nach dem bestehenden Bebauungsplan eindeutig nicht zulässig gewesen. Deshalb musste er ja geändert werden", betonten beide.
Damit dürfte der neue Edeka-Markt die nächste Hürde genommen haben. Der bisherige Edeka-Markt in der Bayreuther Straße wird - nach Fertigstellung des Neubaus am Goldenen Feld - auf alle Fälle schließen. Die Immobilie gehört der Firma Schuh- und Sport Mücke, die im Nachbargebäude eine ihrer insgesamt acht Filialen betreibt. Von Geschäftsführer Thomas Mücke war zu erfahren, dass er das bisherige Edeka-Gebäude künftig selbst nutzen möchte. Vorgesehen sei, sowohl die Ladenfläche für Schuhe und Textilien als auch die Lagerfläche entsprechend zu erweitern.
Globus-Baumarkt kommt
Auf dem ehemaligen Wabag-Gelände in der Lichtenfelser Straße hat bereits Globus den Neubau für einen Baumarkt auf den Weg gebracht. Mit ihm ersetzt die gleichnamige Holding künftig ihren bereits einen Steinwurf entfernt liegenden Hela-Baumarkt, der dann geschlossen wird.
Auch Investor für Dressin?
Auch für das Gebäude der früheren Firma Dressin Kosmetik in der Schützenstraße - in direkter Nachbarschaft zum neuen Edeka-Markt - scheint es einen Interessenten zu geben. Offenbar besteht kein Zusammenhang mit dem Edeka-Projekt, der mit dem Verkauf beauftragte Berliner Makler bestätigte jedoch, dass ein Investor in den Startlöchern steht.