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Lkw fahren weiter durch Melkendorf

"Verkehr"

Stadtrat schmettert Antrag von Volker Wack ab. Auch Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt findet keine Befürworter.


Zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs herrscht in Melkendorf Hochbetrieb.

Volker Wack macht sich Sorgen um seine Melkendorfer Mitbürger: Zu viel Verkehr rollt durch den Ort, sagt der Sprecher der Stadtratsfraktion von Grünen/Offene Liste. Zu schnell rollt der Verkehr - und Lastwagen, die über die Ortsdurchfahrt rattern, belasten die Nerven der Anwohner.

Deshalb hat Wack in der gestrigen Sitzung des Kulmbacher Stadtrats eine Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde, den Bau eines durchgehenden und vor allem ausreichend breiten Gehsteigs und ein Nachtfahrverbot für Lastwagen mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen beantragt.

Kein Autobahnzubringer
Damit will Wack vor allem den Zubringerverkehr zur Autobahn aus dem Ort halten. „Zur Autobahn sollen die Lastwagen über die Bundesstraße 85 fahren - und nicht über die Staatsstraße."

Beim einzigen Melkendorfer im Stadtrat stieß Wacks Vorstoß auf wenig Gegenliebe: Lothar Seyfferth (CSU), belehrte ihn, dass, wenn man von Kulmbach komme, auf der rechten Straßenseite ein Gehsteig durch den gesamten Ort hindurchführe. Auf der linken Seite ende der Gehsteig zwar auf Höhe der Tankstelle. „Aber vom Neubaugebiet Siegberg gibt es einen Fußweg in die Ortsmitte und zur Schule, auf dem die Menschen sicher unterwegs sind."

Horst Zahr (CSU), Katschenreuther mit Melkendorfer Wurzeln, argumentierte, dass man auf der Orstdurchfahrt mit ihren vielen Einmündungen, mehreren Fußgängerüberwegen, einer Bushaltestelle, der Tankstellenausfahrt und der Einfahrt zur Bäckerei ohnehin nicht schneller als Tempo 30 fahren könne. Durch eine Verbreiterung der Gehsteige entstünden Engstellen, die dem Verkehr im Wege stünden. Barrieren dieser Art freilich schweben Wack vor. „Generell muss dort, wo Menschen leben, Tempo 30 gelten. Melkendorf hat Tempo 30 verdient!"

Ganz überzeugen konnte Wack seine Stadtratskollegen damit nicht. Das schaffte SPD-Fraktionschef Ingo Lehmann, dessen Vorschlag, die Protokolle von Geschwindigkeitsmessungen auszuwerten, und dann erneut zu diskutieren wurde, die Zustimmung des Gremiums fand.

Glücklos blieb Wack auch mit einem Antrag zur Verkehrserschließung der Plassenburg. Individualverkehr soll es nach Vorstellungen der Grünen am Burgberg nicht geben, wohl aber einen Wendeplatz für Busse. Der Plassenburg-Express sollte, wenn möglich, gratis fahren, der Fußweg zur Burg attraktiver werden - und auch bei der Gastronomie sieht Wack Nachbesserungsbedarf.

Einfluss auf der Burg begrenzt
Im Großen und Ganzen richtig, kommentierte Oberbürgermeister Henry Schramm, gab aber zu bedenken, dass manches, wie etwa die Verkehrserschließung oder die Gastronomie, gar nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Kulmbach falle, sondern Angelegenheit der Schlösserverwaltung oder Gegenstand privatwirtschaftlicher Verträge sei. Für anderes, etwa die angeregte Umgestaltung von Zinnfiguren-Museum oder Landschaftsmuseum Obermain, gebe es bereits Überlegungen. „Da laufen aber mehr als 5,6 Millionen Euro an Kosten auf. Das ist kurzfristig nicht zu stemmen."

Wack ließ sich schließlich dazu bewegen, einer gestückelten Abstimmung über seinen Antrag zuzustimmen. Mit der Suche nach Möglichkeiten für Reisebusse, die Burg anzufahren, wird sich die Stadt nicht weiter befassen. Das ist Sache der Schlösserverwaltung.

Eine generelle Absage an den Individualverkehr (mit Ausnahme von Behinderten) befürworten nur die drei Stadträte der Grünen/Offenen Liste; die übrigen wollen sich hier (noch) nicht festlegen. Überlegungen, ob der Plassenburg-Express kostenlos fahren kann, werden zunächst nicht weiterverfolgt. Allerdings sind sich alle Stadträte einig, dass die Haltestelle attraktiver gemacht werden sollte und die Fußwege zur Burg eine Aufwertung nötig haben.

Auf die Gastronomie in der „Burgschänke" und im Café im Schönen Hof hat die Stadt keinen Einfluss. Überlegungen zur Neugestaltung der Museen werden aus finanziellen Gründen vorläufig zurückgestellt.

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 27.04.2012
- Foto: Katrin Geyer

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