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Selbst an den Bustransfer war gedacht

"Landesparteitag"

Rund 400 Delegierte der Liberalen werden an diesem Wochenende in Kulmbach erwartet. Gestern traf Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ein und unterzeichnete im Goldenen Buch der Stadt.

Die FDP-Landesvorsitzende und Bundesministerin für Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, unterzeichnete im Goldenen Buch der Stadt. Unser Bild zeigt sie zusammen mit (von links) OB Henry Schramm (CSU), Landrat Klaus Peter Söllner (FW), Stadtrat Thomas Nagel (FDP) und Drittem Bürgermeister Frank Wilzok (CSU) im Rathaus.

Heimisch fühlen kann sich Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in Kulmbach eigentlich schon. Die Bundesjustizministerin aus Reihen der FDP hat oberfränkische Wurzeln, ihr Vater war Coburger - und sie stammt aus einer Brauereifamilie. Die Tatsache, dass neben Prudentia auch Justitia als Figur am Kulmbacher Rathaus prangt, passt dann noch besser ins Bild für den Besuch der liberalen Landesvorsitzenden in Kulmbach. Zumal die Spitzen der Bayreuther und Bamberger Justiz ebenfalls den Sitzungssaal füllten.

Generalsekretär kommt

Der Anlass ist eine Premiere für Kulmbach: Die FDP veranstaltet an diesem Wochenende hier ihren Landesparteitag. Rund 400 Mitglieder treffen sich in der Dr.-Stammberger-Halle, heute - nach dem Empfang im Langheimer Amtshof gestern Abend - werden der Generalsekretär der Bundes-FDP, Christian Lindner und Landtagsfraktionschef Thomas Hacker aus Bayreuth reden. Zudem bringt stellvertretender Ministerpräsident Martin Zeil einen Leitantrag zur Innovationspolitik ein. Am morgigen Sonntag sprechen Horst Meierhofer, Vorsitzender der bayerischen FDP-Landesgruppe, und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu den Delegierten.
Warum gerade Kulmbach? Es waren auch andere Städte im Rennen, beispielsweise Ingolstadt oder Bad Neustadt. „Es ist ein Dankeschön für die gute Arbeit, auch in ähnlich schwierigen Zeiten vor zehn Jahren waren wir stets aktiv." Die erste Antwort von FDP-Kreisvorsitzendem Thomas Nagel ist politischer Natur. So groß allein kann die Dankbarkeit allerdings nicht sein, viele Kreisverbände - insbesondere im Süden des Freistaats - werfen beim Landesverband mehr Prozente aus Wahlen in die Waagschale. Für Nagel allerdings war auch ausschlaggebend, dass man „logistisch einiges auf die Reihe gebracht" hat. Ein schlüssiges Konzept hatte man der Bewerbung für den Landesparteitag beigelegt. Und das enthielt nicht nur die nötigen und ansprechenden Ausrichtungsorte wie die Dr.-Stammberger-Halle oder den Langheimer Amtshof, sondern auch die Behebung eines Defizits: „Die Delegierten können in Kulmbach nicht - wie bei anderen Tagungen - neben der Stadthalle untergebracht werden, sondern sind bei mehreren Familienunternehmen und landkreisweit in Hotels untergebracht." Deshalb stemmte ein FDP-Mitglied einen kostenlosen Bustransfer, was die Entscheidungsträger mit Blick auf das Gesamtkonzept rückblickend durchaus positiv aufgenommen haben müssen.

Thema Westerwelle

Kampf gegen Kinderpornografie und Abzocke im Internet? Verlängerung von Atomkraft-Laufzeiten? Das alles ist weit weg für Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, zumindest an diesem Wochenende. Ganz wird die Bundespolitik sie aber auch beim Landesparteitag nicht loslassen: Die FDP Wertingen spricht sich in einem Antrag dafür aus, dass Außenminister Guido Westerwelle nicht zugleich Bundesvorsitzender bleiben kann. Unserer Zeitung gegenüber betont sie gestern, dass sie das so überhaupt nicht teilt: „Andere machen das doch aus, beispielsweise Ministerpräsident und Parteivorsitzender zu sein."

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 25.09.2010
- Foto: Katrin Geyer

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Filmbeitrag von kulmbach.tv