 1000 Jagdhornbläser schwärmen aus"Spektakel"
Die Stadt Kulmbach ist am 19. und 20. Juni Austragungsort des Landesbläserwettbewerbs. Die Teilnehmer stoßen nicht nur ins Horn, sondern zeigen auch eine Ausstellung.
Jagdhornbläser werden im Juni zwei Tage lang in Kulmbach den Ton angeben.  Ungewöhnliche Klänge sind Mitte Juni in den Gassen und auf den Plätzen der Kulmbacher Altstadt zu hören. Rund 1000 Jagdhornbläser aus ganz Bayern werden am 19. und 20. Juni zu ihrem jährlichen Wettstreit in der Bierstadt erwartet. Veranstalter des großen Treffens sind die Stadt sowie der örtliche Jagdschutz- und Jägerverein, unterstützt werden sie von der Brauerei, der Sparkasse und der Kulmbacher Bank.
"Wir wollen der Bevölkerung das sympathische Gesicht unserer Zunft präsentieren", so Vereinsvorsitzender Peter Müller bei der Vorstellung des Programms. Er erinnerte auch an die lange Tradition des Jagdhornblasens, das in früheren Jahren weniger musikalische Kunst als wichtiges Kommunikationsinstrument gewesen ist. Peter Müller: "Das Horn hatte gewissermaßen die Funktion eines Handys. Vom Morgengruß bis zum Halali diente es den Jägern dazu, Signal für alle jagdlichen Aktivitäten zu geben."
Zwei Austragungsorte gibt es für den Landesbläserwettbewerb, der am 20. Juni stattfindet. Beim MGF-Gymnasium erklingen die klassischen Es-Hörner, im Oberhacken die eher konzertant ausgerichteten B-Hörner. Danach schwärmen die Bläser in Biergärten und Gaststätten aus und wollen dort ebenfalls für zünftige Stimmung sorgen.
Den Auftakt des Treffens macht ein ökumenischer Hubertusgottesdienst am Samstag, dem 19. Juni, um 19 Uhr in der Petrikirche, wo die Besucher die ungewöhnliche Kombination von Orgel und Jagdhörnern erwartet. Am Sonntag verabschieden sich die Jäger mit einem großen Abschlusskonzert um 16 Uhr vor dem Rathaus von den Kulmbachern. Ergänzt wird das Programm durch eine "Wald-, Feld-, Flur- und Wildausstellung" auf dem Zentralparkplatz.
Zwei Prominente Schirmherren hat die Veranstaltung gefunden. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und sein Vater Baron Enoch zu Guttenberg haben diese Aufgabe übernommen. Über die eigene Passion für das Jagdhandwerk und das "Flagge zeigen für die Region" hinaus gibt es dafür noch einen weiteren, sehr politischen Grund.
Enoch zu Guttenberg: "Die Jagd steht unberechtigterweise sehr in der Kritik, vor allem von Leuten, die nichts davon verstehen. Sie wird auch immer wieder in die rechte Ecke gestellt, weil das Jagdwesen im Dritten Reich missbraucht wurde. Die Tradition des Jagdhornblasens ist aber viel älter und reicht bis zu Ludwig dem Vierzehnten zurück. Und unsere Familie ist nun wirklich unverdächtig, was derartige Mutmaßungen angeht." Der Großonkel des Barons, Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, gehörte in der Nazizeit bekanntermaßen zu den Widerstandskämpfern. Er ist in den letzten Kriegstagen von der Gestapo erschossen worden.
Das Jagdhornblasen ist für Guttenberg ein wichtiger Bestandteil der Kultur, den es zu erhalten und zu fördern gilt. Er selbst habe das Instrument bereits erlernt, bevor er Noten lesen konnte. Auch im Kulmbacher Jagdschutz- und Jägerverein mit seinen 320 Mitgliedern wird es intensiv gepflegt. 28 Aktive engagieren sich in drei Bläsercorps.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 27.03.2010 - Foto: dpa |  | |  |