Willkommen in Kulmbach - Die Markgrafenstadt mit Flair & der heimlichen Hauptstadt des Bieres

Auch in Moskau fährt man Harley

"Sternfahrt"

Nach rund 3000 Kilometern kamen gestern drei Offiziere der russischen Polizei in Kulmbach an. Im Gespräch mit der BR berichteten sie aus ihre Heimat und davon, was ihnen an der Bierstadt so gefällt.


Die Gäste aus Russland freuen sich auf den Abend im Biergarten der „Parkschänke“. Ihre Motorräder haben Oberstleutnant Andrej Golubev, Oberstleutnant Alexander Dzyuba und Hauptmann Viktor Sechin (von links) bereits sicher in einer Halle untergebracht.

Die vermutlich weiteste Anreise zur morgigen 10. Kulmbacher Motorradsternfahrt haben drei Offiziere der russischen Polizei hinter sich. Rund 3000 anstrengende Kilometer hatten Oberstleutnant Andrej Golubev, Hauptmann Viktor Sechin und Oberstleutnant Alexander Dzyuba auf ihren schwerenMaschinen hinter sich, als sie gestern Abend etwas müde, aber wohlbehalten in der Bierstadt eintrafen.

Die Bayerische Rundschau hat die drei motorradbegeisterten Männer befragt.

Beschreiben Sie einmal Ihre Anfahrt.

Unser Weg nach Kulmbach führte über Straßen von vier Ländern. 3000 Kilometer legten wir zurück - zuzüglich Fähre. Aus Moskau fuhren wir in die nördlichste Hauptstadt Russlands, nach St. Petersburg. Weiter ging es nach Turku in Finnland, danach mit der Fähre nach Stockholm, der schwedischen Hauptstadt. Wieder auf dem festen Boden ging es weiter nach Malmö. Und die nächste Fähre brachte uns auf den deutschen Boden nach Travemünde. Einige Stunden später kamen wir über Aschaffenburg in Kulmbach an, wo wir schon erwartet wurden.

Sie begleiten mit Ihrem Motorrad die Staatskarossen von Politikern wie Putin und Medwedew. Wie kommt man dazu? Ist da schon einmal etwas passiert? Erzählen Sie mal.

Kollegen unserer Einheit begleiten Staatskarossen nach russischem Gesetz mit den Autos der Verkehrspolizei und nicht mit Dienstmotorrädern.
Wir alle haben in dieser Einheit als Verkehrspolizisten angefangen. Herr Golubev ist seit 1985 dabei und ist mittlerweile stellvertretende Bataillonskommandant. Herr Dzyuba, der seit 1986 dabei ist, ist mittlerweile Kompaniekommandant. Herr Sechin ist seit 1993 dabei.

In Moskau betreuen Sie mit ihren Kollegen ein Gebiet, in dem sechs Millionen Menschen leben. Wie stellen Sie sich die Arbeit in unserem beschaulichen Kulmbach vor?

Wir stellen uns die Arbeit von einem Verkehrspolizisten in Kulmbach und insgesamt in Deutschland weniger stressig und gefährlich vor als bei uns. Die Ursachen dafür sehen wir in der höheren Disziplin bei den Verkehrsteilnehmern, der besseren Straßenqualität, den guten Straßenmarkierungen und -beschilderungen und der optimalen technischen Ausstattung der Polizei.

Wie sind Sie zur Motorradsternfahrt gekommen und wie oft haben Sie schon teilgenommen?

2010 nehmen wir bereits zum 4. Mal an den Sternfahrt teil. Seit 2007 sind wir jedes Jahr dabei. Über das Treffen im Kulmbach haben wir durch eine Einladung aus Deutschland erfahren.

Wie gefällt Ihnen Kulmbach?

Uns gefällt die Stadt Kulmbach sehr gut. Ihre ruhige Lebensart, die Gastfreundschaft und Freundlichkeit ihrer Einwohner, die malerische Umgebung und ihr Wahrzeichen - die Plassenburg.

Gibt es in Russland auch so viele Motorradfahrer wie in Deutschland? Welchen Stellenwert hat das Motorradfahren bei Ihnen? Ist es wie bei uns ein Statussymbol und Hobby?

Im Vergleich zu Deutschland hat Russland weniger Motorradfahrer. Allerdings ändert sich das von Jahr zu Jahr. Immer mehr Menschen lassen sich fürs Motorrad fahren begeistern. Für viele ist das liebgewonnene Hobby, manche richten sein ganzes Leben danach.

Welche Motorradmarken fahren Russen bevorzugt?

In Russland sind verschiedenste Marken und Modelle vertreten, von Scooter bis Harley-Davidson und Gold Wing.

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 24.04.2010
- Foto: Katrin Geyer

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