Willkommen in Kulmbach - Die Markgrafenstadt mit Flair & der heimlichen Hauptstadt des Bieres

Auch ins Klo fließen Haushaltsmittel

"Investition"

Rektorin Heidi Koblofsky freut sich, dass die 60er-Jahre-Toiletten in ihrer Max-Hundt-Schule erneuert werden, denn für die Stadt ist die Instandhaltung der vielen Schulen eine Herausforderung. Wir werfen einen Blick auf wichtige Posten im Zahlenwerk für 2012.


Ein Eisblumenwettbewerb, das wäre doch was für die Kulmbacher Schulen! Rektorin Heidi Koblofsky von der Max-Hundt-Schule jedenfalls hat in den Wintermonaten jede Menge davon – sie wachsen an den Schulfenstern. Der Bau von 1953, damals als „Reformschule“ nach amerikanischem Vorbild mit Innengarten gebaut, leidet heute sichtlich unter den riesigen veralteten Fenstern, die unter anderem die Gänge umgeben. Der Zahn der Zeit nagt an dem Altbau, so dass sich Hausmeister Roland Schuberth schon einmal mit weniger Temperatur zufrieden geben muss. „16 Grad im Musiksaal ist das Maximum.“ Mehr ist aus energetischen Gründen nicht möglich.

Kein Einzelfall an Kulmbachs Schulen: Die für die Größe der Stadt große Zahl an Schulen macht den Unterhalt in Zeiten knapper Kassen problematisch. Oder sie macht es, wie es OB Henry Schramm (CSU) formuliert, zu einer Herausforderung. Ihm zufolge ist in den vergangenen Jahren aber „in alle Schulen“ investiert worden. Für 2012 im Etat eingeplant sind 40.000 Euro für Toilettenanlagen in der Max-Hundt-Schule sowie 32.000 Euro für die Obere Schule, wo Fenster getauscht werden.

Viele Forderungen, wenig Geld: Den Spagat, den die Stadt zu bewältigen hat, sieht auch Karl Schmidt. Der Rektor der Pestalozzischule residiert in einem zweifellos schönen historischen Gebäude in bester Lage nahe dem Stadtpark. Doch auch seine Wunschliste ist lang: die hohen Zimmer schreien förmlich nach einer Lärmdämmung, der PVC-Boden in den Fluren dürfte bald drei Jahrzehnte auf dem Buckel haben.

Heidi Koblofsky weiß: Auch die Stadt kann den Verfall nur stückweise aufarbeiten. „Wenn es 2012 weitergeht, sind wenigstens sieben von zwölf Toiletten im Haus saniert.“ Der Turnhallenboden und viele Fenster seien ja auch schon ausgetauscht worden. Und: Was man selbst tun kann, so beispielsweise Klassenzimmer oder Bänke streichen, hat, erledige man ohne die öffentliche Hand.

Auch wenn sich die Schulleiter alle gut verstehen: „Jeder kämpft natürlich für sich und seine Schule“, sagt sie. Insofern kann sie sich freuen, dass ihre Max-Hundt-Schule dem Haushalt zufolge zum Zuge kommt. Und was ist mit den anderen? „Wir handeln je nach Dringlichkeit“, sagt Schramm und verspricht auch in Richtung Pestalozzischule: „Unser Haushaltsansatz von 2,2 Millionen Euro für Schulen hat Luft für weitere Maßnahmen neben Max-Hundt- und Obere Schule.“

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 09.12.2011

www.infranken.de
zur Übersicht