 Aus Nachbarn werden FreundeIm Rahmen des Projekts „Aus Nachbarn werden Freunde" organisierten die Stadt Kulmbach und der Bezirksjugendring Oberfranken gemeinsam mit dem Projekt „MUT-Mädchen und Technik" einen deutsch-tschechischen Schülerinnenaustausch. Hintergrund ist neben der Begegnung die Förderung der Berufsorientierung von Mädchen hin zu handwerklichen und technischen Berufen.  Am 20. Juni war es soweit: 10 Kulmbacher Mädchen empfingen ihre 10 tschechischen Pendants aus Nejdek, Bezirk Karlsbad, mit ihren Betreuerinnen vom Bezirksjugendring Oberfranken und der Koordinierungsstelle Tandem/Pilsen.  Ganz Kulmbach-typisch ließen sich die Gäste als erstes die Kulmbacher Bratwürste schmecken und die Frage beantworten, warum die Brötchen mit Gewürz bestreut sind.
Bei der anschließenden Stadtführung erkundeten die Mädchen die Kulmbacher Altstadt inklusive der Keller am Burgberg und erfuhren natürlich viel Wissenswertes über Geschichte und Tradition. Immer zur Stelle waren dabei die tschechisch sprechenden Betreuerinnen, die die Übersetzungsarbeit leisteten.
Nach dem Rundgang durch Kulmbach wurden die Mädchen zu einem Empfang bei Oberbürgermeister Schramm eingeladen und in Kulmbach herzlich willkommen geheißen. „Euch erwartet ein interessantes Programm mit dem Ziel neben viel Spaß, erste Kenntnisse über die Sprache, Kultur und Mentalität eurer Nachbarn zu erwerben, gemeinsam in verschiedene Berufsfelder einzutauchen und vielleicht neue Freundschaften entstehen zu lassen“ so OB Henry Schramm. Nach dem Eintrag in das Gästebuch der Stadt Kulmbach ging es weiter mit einem Sprachanimationsspiel, bei dem die Betreuerinnen Kathrin Lichtenberg, Lucie Aletan-Pavelková und Lucie Piksová den Mädchen beibrachten, wie man sich bereits mit wenigen Worten verständigen kann: „Isem u Kulmbachu s – Ich bin in Kulmbach mit...“ hörte man immer wieder, wenn sich die Mädchen aussuchten, mit welcher Teilnehmerin sie in Kulmbach unterwegs sind. Schnell prägten sich so die Vornamen ein und die erste Hürde war genommen.
Beendet wurde der erste Projekttag mit einem Abendessen. Schon hier war zu erkennen, dass sich viele Mädchen gut miteinander verstanden.
Mit einem herzlichen „Ahoi“ (Hallo) zur Begrüßung hieß es entweder „Mädchen machen Radio“ in der Akademie für Neue Medien oder „Vom Korn zum Brot“ im Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseum.
Beide Aktionsorte machten den Mädchen viel Spaß. Im Bäckereimuseum durften die Mädchen in das Bäckerinnenhandwerk hineinschnuppern und selbst Brezeln backen, verzieren und anschließend auch genießen. Zwischendurch erfuhren die Teilnehmerinnen bei einem Rundgang durch das Museum geschichtliches über das Getreide, die Verarbeitung und das Bäckerhandwerk. In der Akademie für neue Medien konnten die Mädchen ihre eigene Radiosendung gestalten und lernten viel über die Produktion und Moderation. Lucie Piksová erläuterte, dass auch in Tschechien Bedarf an Fachkräften im technischen Bereich besteht und ähnlich wie in Deutschland Berufe in typisch weiblich und männlich differenziert sind: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir bei einer Rückbegegnung Firmen im Karlsbader Bezirk besuchen. Es sind sogar Kulmbacher Unternehmen mit einer Niederlassung bei uns angesiedelt“.
Beim gemeinsamen Mittagessen zeigte sich dann, dass erste Verbindungen geschlossen wurden: Adressen und Handynummern wurden ausgetauscht und sich im Internet verabredet. Einig waren sich die Teilnehmerinnen: das Projekt hat allen gut gefallen und sehr viel Spaß gemacht. Nach einer Abschlussveranstaltung mit Urkundenverleihung und Auswertung des Projekts hieß es auch schon wieder „Čau“ (Tschüß), vielleicht bis zu einem Wiedersehen in Nejdek.  „Uns ist bei diesem Begegnungsprojekt wichtig gewesen, Barrieren und Vorurteile in den Köpfen abzubauen, mit dem Ziel interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln die auch im späteren Arbeitsleben große Bedeutung finden können“, so das Fazit Bianca Hahns von der Wirtschaftsförderung der Stadt Kulmbach, die das Projekt begleitete.
Quelle: Presseservice vom 30.06.2011 |  | |  |