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Biotopflächen (Biotopkartierung Bayern)

Um möglichst frühzeitig einen Gesamtüberblick über ökologisch wertvolle Landschaftsbereiche zu erhalten, ließ Bayern bereits in den Jahren 1974 bis 1977 eine Biotopkartierung im Maßstab 1:50.000 durchführten. Gestiegene Anforderungen an den Naturschutz sowie die Einführung des Art. 6d Abs. 1 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG), der den besonderen Schutz wertvoller Feuchtflächen, Mager- und Trockenstandorte vorsieht, erforderten jedoch bald einen genaueren Kartierungsmaßstab. Im Jahr 1985 begann deshalb landesweit eine Kartierung im Maßstab 1:5.000. Sie gliedert sich in vier Bereiche: die Flachlandbiotopkartierung, die Alpenbiotopkartierung, die Stadtbiotopkartierung sowie die Erfassung militärischer Liegenschaften.
Mit der Novellierung des Bayerischen Naturschutzgesetzes am 01.09.1998 ging der Art. 6d in den Art. 13d über. Die Kartierung der 13d-Biotoptypen ist seither fester Bestandteil der Biotopkartierung.
Das Bayerische Landesamt für Umweltschutz (LfU) hat im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV) die Koordination aller Teilprojekte der Biotopkartierung im Freistaat übernommen. In Zusammenarbeit mit den höheren und unteren Naturschutzbehörden ließ sich so ein hoher, bayernweit vergleichbarer Standart der Kartierungsergebnisse erreichen.
Die Biotopkartierung Bayern erfasst schutzwürdige Biotope in Bayern. Die Biotope werden nach vegetationskundlich-strukturellen Kriterien im Maßstab 1:5000 abgegrenzt. Zoologische Daten werden in der Biotopkartierung nur in Einzelfällen aufgenommen, zusätzliche Informationen liefert die Artenschutzkartierung (ASK) des LfU.
Die Biotopkartierung bietet Naturschutzbehörden und Planungsbüros wichtige Informationen bei der Planung und Beurteilung von Eingriffsvorhaben. Im Bereich Verkehrswegebau ist es so z.B. möglich, naturverträglichere Varianten vorzuschlagen und Genehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren zu beschleunigen
Für die Landschaftsplanung sind die Ergebnisse der Biotopkartierung eine wichtige Grundlage. Den Gemeinden erleichtert sie die im Rahmen der Bauleitplanung notwendige Erstellung eines Landschafts- oder Grünordnungsplans.


Was bedeutet die Biotopkartierung für den Grundstückseigentümer?

Die Biotopkartierung hat weder das Ziel noch die rechtlichen Möglichkeiten, ökologisch wertvolle Flächen unter Schutz zu stellen oder Grundstücksbesitzern bestimmte Bewirtschaftungsweisen vorzuschreiben. Sie stellt lediglich eine unverbindliche Bestandsaufnahme der natürlichen Umgebung dar.
Rechtliche Einschränkungen können sich ergeben aus bestehenden Gesetzen, etwa dem Art. 13d und 13e des Bayerischen Naturschutzgesetzes, die bestimmte Biotoptypen unter besonderen Schutz stellen sowie durch Schutzgebietsverordnungen.
Damit sind die genannten rechtlichen Regelungen unabhängig von der Biotopkartierung wirksam. Eine genaue Erfassung der Biotope hat jedoch den Vorteil, ohne zusätzliche Erhebungen vor Ort feststellen zu können, welche Flächen unter diese Bestimmungen oder Verordnungen fallen. Falls eine Fläche nach Art. 13d des Bayerischen Naturschutzgesetzes geschützt ist, sind Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder sonstigen erheblichen Beeinträchtigung dieser Fläche führen, unzulässig.
Bei erschwerten Nutzungsbedingungen auf einer nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz geschützten Fläche hat der Grundstückseigentümer die Möglichkeit, einen Erschwernisausgleich zu erhalten oder am Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm teilzunehmen.
Die Biotope der Biotopkartierung Bayern sind im Flächennutzungsplan der Stadt Kulmbach dargestellt. Weitere Informationen darüber gibt es bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Kulmbach.