 Das Bier der Franken: „Süffig, malzig, eher süßlich“"Sud"
Für den Tag der Franken wird ein dunkler Gerstensaft nach alten Geschmacks-Charakteristika gebraut.
Sie alle hoffen, dass das Bier zum Tag der Franken ankommt: (unten, vorne von links) Kulmbacher Brauerei-Vorstand Markus Stodden, der Braumeister des Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseums, Robert Boser, MdL Gudrun Brendel-Fischer, Vorsitzender Achim Schneider vom Büttner-Fachverein, stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann, Altlandrat Herbert Hofmann (zugleich Vorsitzender des Museum-Trägervereins) und Klemens Angermann von der Wirtschaftsförderung des Landkreises sowie (hinten, von links) Oberbürgermeister Henry Schramm und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler.  In einem Taschenkalender von 1903 hat Robert Boser die Beschreibung eines Bieres gefunden, wie es wohl früher für Kulmbach typisch war: „ein 1a dunkles Exportlagerbier, schwer extraktreich, vollmundig“, las der Braumeister des Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseums gestern den zahlreichen Besuchern aus Politik und Wirtschaft vor. Die Gäste waren eigens in das Museum gekommen, um der Vorstellung des Frankenbieres beizuwohnen, das Boser extra für den Tag der Franken (2. bis 4. Juli) braut. Die Idee zu diesem Festbier hatte der Büttnerverein Kulmbach.
Und so wie damals soll das Bier an den bevorstehenden Festtagen auch schmecken: „Süffig, malzig, eher süßlich“, erklärt der Braumeister. Die Stammwürze liege bei 12,5 Prozent, der Alkoholgehalt bei fünf Prozent. „Malz und Hopfen ergänzen sich harmonisch“, so der Fachmann. Oder, wie es in dem alten Kalender heißt: „Es steht nach dem Urteil aller Bierkenner dadurch unerreicht da, dass es nur einen absolut reinen Biergeschmack hat.“ Nun reift das Franken-Bier vier Wochen zum Festtrunk.
Dass das Gebräu „sicher munden wird“, davon zeigte sich Oberbürgermeister Henry Schramm überzeugt. „Ein eigenes Bier zum Tag der Franken zu brauen, war eine hervorragende Idee“, sagte er. Er dankte für das Vertrauen in Stadt und Landkreis Kulmbach, die Veranstaltung („Ein Programm mit vielen Highlights“) durchführen zu dürfen.
„Das Engagement für den Tag der Franken in und um Kulmbach ist bemerkenswert. Ich bewundere die große Kreativität, die uns hier ganz bestimmt köstliche Ergebnisse bescheren wird“, freut sich Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler auf die Verkostung des Franken-Biers Anfang Juli.
Und er ließ es sich nicht nehmen, auf die Vorzüge der Genussregion Oberfranken hinzuweisen: auf die höchste Brauereidichte der Welt, auf 1000 verschiedene Biere, die da gebraut werden.
Gar als I-Tüpfelchen der Festlichkeiten bezeichnete der Vorsitzende des Büttnerfachvereins, Achim Schneider, das Frankenbier. „Das wird ein Bier, wie es vor 100 Jahren in Kulmbach geschmeckt haben muss“, betonte er.
Der Vorsitzende des Trägervereins BayerischesBrauerei- und Bäckereimuseum Kulmbach, Altlandrat Herbert Hofmann, stellte fest, dass Bier eine Heimat braucht. Und die sei in Kulmbach.
Die Besucher können sich sowohl am Stand des Büttnervereins Kulmbach im Oberhacken, am Stand des Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseums und im Mönchshof-Bräuhaus beim Tag der Franken selbst überzeugen, wie gut das Bayerische Brauereimuseum die Herausforderung gemeistert hat, ein Frankenbier zu kreieren.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 03.06.2010 - Foto: Jürgen Gärtner |  | |  |