 Der Marktplatz wird zum Konzertsaal"OpenAir"
Joffrey Streit und HolgerHöhn begeisterten als „Oberfranken 2“ beim Austria-Liederabend vor der Kulisse des Kulmbacher Rathauses mit Hits von Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros und STS.Party-Stimmung herrschte mitten auf dem Kulmbacher Marktplatz mit Holger Höhn, Joffrey Streit und Band.  Es ist Party-Stimmung, die Töne schallen lautstark quer über den Marktplatz, der für drei Stunden fest in österreichischer Hand ist, zumindest musikalisch. Mit zunehmender Dauer gehen die etwa 2000 Besucher, deren Gefühle die Kälte lange hemmt, endlich aus sich heraus, es bilden sich Gruppen vor der Bühne, es wird mitgesungen, sich im Takt gewiegt, ein Pärchen küsst sich und tanzt selbstvergessen. Open Air mit einem Austria-Liederabend, der heuer Jubiläum hat: Zum zehnten Male verwandeln „Oberfranken 2“ mit Band Kulmbachs Innenstadt in einen Konzertsaal, begeistern die Macher Joffrey Streit und Holger Höhn, die beiden Sänger, ihre Fans.
Wer liebt sie nicht, die unvergessenen Lieder von Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros, die Songs von STS, die immer noch Gültigkeit haben, die fetzige Klänge mit Weltschmerz verbinden. Joffrey Streit und Holger Höhn bringen das gekonnt rüber, ihre geschulten Stimmen mit dem einschlägigen Akzent und dem gewissen Feeling lassen das Publikum Austria-Pop in Reinkultur erleben, mit echten Ohrwürmern und auch neuen Arrangements. Da macht sich zwischenzeitlich Melancholie breit, wenn von den letzten Sonnenstrahlen gesungen wird, wenn die Tristesse dennoch auch ein bisschen versteckte Fröhlichkeit verströmt, wenn „Strada del Sole“ erklingt oder das Lied, in dem er ihr einmal den Himmel versprochen hat.
Wunderschön interpretiert „Kinetten“ von Wolfgang Ambros. Als „I will wieder hoam nach Fürstenfeld“ angestimmt wird, stehen die 2000 wie eine Mauer, skandieren den Refrain mit. Und Fendrichs „Bergwerk“ sorgt zusätzlich für nostalgische Momente. Es gibt etliche Zugaben, ehe das Licht auf der Bühne verlischt und das dahinter liegende Rathaus in fränkischer Beschaulichkeit wieder zu seinem angestammten Recht kommt.
Dass der Abend bei freiem Eintritt, weil von zahlreichen Firmen gesponsert, ein Erfolg wird, ist auch der Band zuzuschreiben, die unter der Leitung des langmähnigen Uwe Hoffmann eine echte Show mit hoher musikalischer Qualität abzieht. Hoffmann mit der wimmernden E-Gitarre reizt sie bis zum Geht-Nicht-Mehr aus, Günter Dzikoeske am Keyboard und Christian Felke am Saxophon, österreichische Gäste, die Ambros und Fendrich bei den Tourneen begleiten, sind Spitzenmusiker, verzücken mit Solis die Besucher.
Die 20-jährige Sandra schwelgt nach den letzten Akkorden noch etwas im Gehörten, drückt die Meinung vieler aus: „Mir hat es prima gefallen, dieMusik war gut und die Stimmung auch, es hat einfach Spaß gemacht“.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 22.06.2009 - Foto: H.W. |