 Der Pfeil kriegt leicht den falschen Dreh"Wettbewerb"
Beim Landesschützentag lud die Kulmbacher Gilde zum Armbrustschießen ein. Amateure und Profis versuchten ihr Glück auf dem in der Kommunbräu aufgebauten mobilen Schießstand und hatten dabei viel Spaß.
Festorganisator Hans-Peter Gäbelein ist auch beim Armbrustschießen ehrgeizig.  „Wenn man beim Armbrustschießen das Gewehr auch nur ein bisserl verkantet, kriegt der Pfeil einen Dreh. Deshalb ist es wichtig, die Wasserwaage genau auszurichten und dann am richtigen Punkt abzudrücken.“ Walter Fölsner (57) aus Garching hat das Armbrustschießen schon ein paar Mal probiert, ist aber eigentlich auf Zimmerstutzen und Luftgewehr spezialisiert. „Trotzdem will ich einen Zehner schießen. Das ist doch klar“, sagt Fölsner, der selbstbewusst zum von derGilde ausgelobten Gaudi-Wettbewerb antritt. Thomas Billenstein schießt zum ersten Mal mit der Armbrust. Voll konzentriert fasst er sein Ziel ins Auge, beherzigt alle Tipps der erfahrenen Kollegen – und freut sich über einen Treffer.  Nicht ganz so locker sieht Udo Billenstein die Sache. Denn der Schatzmeister des mittelfränkischen Schützenbundes aus Igensdorf im Landkreis Forchheim will gerade den Abzug drücken. Er setzt vorsichtig an. Noch einmal, um auch wirklich sicher zu gehen. „Ich schieße das erste Mal mit der Armbrust“, sagt er, hält die Luft an – und landet einen Achter. Kein schlechtes Ergebnis, denn auch wenn die Distanz dieses Wettbewerbs beim Kameradschaftsabend zum Landesschützentreffen mit fünf Metern nur eine reine Spaßdistanz ist – das Ziel zu treffen, ist selbst für geübte Schützen nicht einfach. Thomas Knoll hat mit der Armbrust nicht mal die Scheibe getroffen und nimmt es mit Humor.  Thomas Knoll (45) aus Kulmbach trifft nicht nur nicht das Schwarze, sondern nicht mal die Ringe, und nimmt es mit Humor. „Ich bin eben besonders sensibel. Ich hab das Wasser vom Main rauschen gehört, an Tsunami gedacht, die Erderschütterung gespürt – und da flog der Pfeil eben woanders hin. Was kann ich dafür?“
Stolz auf seine Leistungen ist dagegen Volker Gottfried (66), oberfränkischer Bezirksschützenmeister. „Ich hab ein Blättla geschossen – das ist mitten rein. Aber das ist natürlich nur Glücksache.“ Damit hat er eine Chance, einen Preis zu gewinnen, denn die besten Armbrustschützen bekommen Präsentkörbe, Bierspezialitäten oder typische Kulmbacher Wurstspezialitäten, verrät Hans-Peter Gäbelein, der mit seinem Team von der Königlich Privilegierten Schützengilde Kulmbach den Bayerischen Landeschützentag organisiert hat. „An diesem Wochenende sind mehr als 1000 Schützen in Kulmbach. Das hat schon einiges an Organisation erfordert“, sagt Gäbelein, der von allen Seiten wegen seiner perfekten Vorbereitungsarbeit gelobt wird. „Wir haben schon vor drei Jahren angefangen, die Hotels zu reservieren und die Stadthalle. Und schon damals waren einige Zimmer vorreserviert. Das kann man fast nicht glauben“, erinnert sich Gäbelein.
Auch dass in der Kommunbräu geschossen werden darf, war gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Denn natürlich muss das Schießen in einem ordnungsgemäßen Schießstand durchgeführt werden. Doch die Gilde hat keinen Aufwand gescheut und eine offizielle mobile Schießanlage fürLuftgewehr geordert. Der Schießstandsachverständige Ulf Müller hat die Anlage überprüft, dass sie armbrusttauglich ist.
Jeder, der Lust dazu hatte und mindestens zwölf Jahre alt ist, konnte sein Glück mit der Armbrust probieren. Wolfgang Fischer (44) half den Anfängern nach bestem Wissen. „Es ist wichtig, Kimme und Korn mittig zu halten – wie bei einem Luftgewehr“, erklärt Fischer absoluten Neulingen.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 30.05.2011 - Fotos: Sonja Adam |  | |  |