 Die nächste Hiobsbotschaft"Wirtschaft"
Die Cenas AG, ein Labordienstleister mit 14 Beschäftigten im Fritz-Hochhaus, hat vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb wird mit der vollen Mannschaft fortgeführt.
Erst vor kurzem hatte der Pharmakonzern Roche angekündigt, seinen Standort Kulmbach zu schließen, der im sechsten Stockwerk des Spinnerei-Hochhauses beheimatet ist. Jetzt bangen auch die Mitarbeiter der Cenas AG im siebten Stockwerk um ihren Job.  Weitere Hiobsbotschaft für den Wirtschaftsstandort Kulmbach: Nach dem Insolvenzantrag der Kulmbacher Spinnerei in Mainleus, der Ankündigung des Pharmakonzerns Roche, den Standort Kulmbach zu schließen, und dem Mitarbeiter-Kahlschlag des Stadtsteinacher Kinder-Autositzherstellers Concord hat jetzt die Cenas AG in Kulmbach vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Es war schon mal kritisch
Die 14 Mitarbeiter des 2001 gegründeten Unternehmens, das im siebten Stockwerk des Spinnerei-Hochhauses beheimatet ist und beispielsweise Labor-Analysen für die Lebensmittel- und Kosmetikbranche vornimmt, fürchten um ihren Job. Einige kennen das Gefühl bereits. Die Cenas stand auch 2004/2005 vor der Insolvenz, die Krise wurde da überwunden.
Wie Cenas-Vorstand Stefan Wunderlich auf Anfrage der Bayerischen Rundschau erläuterte, habe er jetzt den vorläufigen Insolvenzantrag wegen Überschuldung gestellt. Die Cenas AG habe nicht zuletzt auch in Folge der Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren wichtige Kunden verloren und Verluste eingefahren. Auch die Zahlungsmoral vieler Geschäftspartner habe der Firma zu schaffen gemacht, so Wunderlich, der den Labordienstleister weiterhin für marktfähig hält, „allerdings müssen da auch die Rahmenbedingungen passen“.
Wunderlich, der im November 2009 in den Vorstand berufen worden war („Da war die Geschäftsentwicklung schon alles andere als rosig“), hofft nun, dass zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, dem Bayreuther Rechtsanwalt Ulrich Graf, ein Sanierungsplan aufgestellt werden kann, der die Zukunft der Cenas in Kulmbach sichert. Der Geschäftsbetrieb werde mit der vollen Mannschaft fortgeführt. „Unsere Kunden haben nichts zu befürchten. Wir nehmen auch neue Aufträge an“, versicherte er.
Die Mitarbeiter waren von Rechtsanwalt Graf am Freitag in einer Betriebsversammlung von der vorläufigen Insolvenz informiert worden. „Sie haben das relativ gefasst aufgenommen“, sagte der Bayreuther Jurist. Seine Aufgabe, so Graf, sei es nun, die Planungsarbeiten so voranzutreiben, dass der Betrieb aufrechterhalten und weitergeführt werden kann. Zwei Monate habe er Zeit, ein Gutachten zu erstellen. Vorher sei nicht mit einer Entscheidung des Gerichts zu rechnen. Löhne sind gesichert
Graf verwies darauf, dass bislang alle Löhne und Gehälter gezahlt worden sind und diese auch bis auf Weiteres gesichert seien. Der Rechtsanwalt befindet sich derzeit auf der Suche nach einem Investor für die Cenas. Die Cenas AG
Die Cenas AG wurde 2001 gegründet. Das Dienstleistungslabor, das einen Schwerpunkt auf mikrobiologische Untersuchungen von Nahrungsmitteln gelegt hat, war früher in der Bundesanstalt für Fleischforschung untergebracht. Seit 2007 ist das heute 14 Mitarbeiter zählende Unternehmen im Spinnerei-Hochhaus beheimatet.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 14.12.2010 - Foto: Alexander Hartmann |  | |  |