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Dippold macht ohne Leonhardt weiter

"KFZ-Markt"

Das Kulmbacher Autohaus mit über 60-jähriger Geschichte hat ab 1. September seinen alten Namen wieder. Geschäftsführer Werner Burger macht in der neuen Firma mit der gesamten Belegschaft in den bisherigen Räumen weiter.


Das Kulmbacher Autohaus mit über 60-jähriger Geschichte hat ab 1. September seinen alten Namen wieder.

Florian Altmann kann davon ausgehen, dass er nach seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker beim Autohaus Dippold übernommen wird.

Werner Burger kennt das Autohaus wie kaum ein anderer. Seit 1978 ist er dabei, hat sich vom Kaufmann über den Posten des Finanzleiters bis zum Geschäftsführer hochgearbeitet. Seine Erfahrung bestätigt ihn in der Annahme, dass das, was zum 1. September 2010 passiert, Erfolg hat: Das Autohaus Leonhardt-Dippold trennt sich von seinem sächsischen Partner und firmiert künftig wieder unter dem früheren Namen „Autohaus Dippold“.

Die Kündigungen, die für alle Mitarbeiter zum 31. August ausgestellt wurden, sind formeller Natur: „Wir werden jeden übernehmen, der im neuen Betrieb mitziehen will“, sagt Burger, der künftig alleiniger Geschäftsführer ist. Sprich: Nach dem Weggang von vier Mitarbeitern geht der Betrieb in voller Besetzung mit rund 30 Mitarbeitern und Auszubildenden weiter. Für sie ändert sich laut Burger nichts, alle Konditionen werden behalten. Auch die Serviceverträge mit VW (auch Nutzfahrzeuge), Audi und Skoda für Werkstattleistungen bleiben bestehen. Handelsverträge wird es laut Burger vorerst nicht geben: „Die Bestände an Fahrzeugen müssen bezahlt – und damit teuer finanziert – werden“, sagt er. Doch auch wenn es imAutohaus Dippold somit keine Vorführwagen oder Fahrzeuge „auf Halde“ gibt: „Wir können nach wie vor alles besorgen.“ Zudem könnten Gebraucht- und Jahreswagen oder EU-Fahrzeuge angeboten werden.

Und so wird in der Kronacher Straße nach rund neun Jahren ein Schlussstrich unter das Kapitel „Leonhardt“ gezogen, die sächsische Unternehmensgruppe konzentriert sich künftig wieder auf ihr Kerngebiet Aue und Chemnitz. Die Kulmbacher Firma hatte die Partnerschaft 1999 nötig, als die alte Tankstelle in der Kronacher Straße für eine Audi-Verkaufsfläche Platz machen sollte: Eine durchgerostete Leitung hatte einen Grundwasserschaden verursacht, der die Eigentümerfamilie rund zwei Millionen Mark kostete, erinnert sich Wolfgang Dippold. Der Enkel des Gründers der Firma, die in Spitzenzeiten bis zu 70 Mitarbeiter zählte, ist auch künftig imUnternehmen vertreten.

Die Perspektiven in einem harten Geschäft mit starken Wettbewerbern sieht Burger durchaus positiv: „Die kochen auch nur mit Wasser.“ Das Autohaus Dippold habe loyale hochqualifizierte Mitarbeiter, zudem seit 60 Jahren Stammkundschaft. Gestemmt worden seien alle bisherigen Schritte mit privatem Geld, zudem stünde das Autohaus in einem guten Kontakt mit auswärtigen Banken.

Auch der Standort mitten in Kulmbach spreche für die Zukunft des Unternehmens: Die Hallen auf 11.000 Quadratmetern, in denen man künftig als Mieter der Leonhardt-Gruppe agiere, samt Lackiererei, Werkstatt und Ausstellungsräumen bieten genügend Raum. Zur Erweiterung? „Wir wollen erst einmal erhalten, was wir haben“, sagt Burger. Wachstum müsse sich schließlich rechnen. Ausgeschlossen sei aber eben nichts.

Geschichte des Autohauses Dippold


1949 Betriebsgründung des Familienbetriebs Dippold in der Pestalozzistraße
1951 VW-Werkstatteröffnung in der Hofer Straße 24
1960 Eröffnung eines Zweitbetriebs am Kreuzstein (bis 1977)
1961 Neubau von Werkstatt, Autoverkaufsflächen, Tankstelle in der Hofer Straße
1976 Neuer Standort wird das Gelände der ehemaligen Rizzibräu in der Kronacher Straße (bis heute)
2001 Beteiligung der sächsischen Leonhardt-Gruppe
2010 Ausscheiden von Leonhardt

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 24.08.2010
- Foto: Christian Holhut

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