 Ein neues Prachtstück fürs Museum"Schenkung"
Ehrenbürger Horst Uhlemann stiftet der Stadt einen wertvollen Daubenkrug eines Kulmbacher Meisters.
Aus der Werkstatt von Johann Heinrich Haas stammt dieser Daubenkrug, der seit kurzem im Landschaftsmuseum Obermain zu sehen ist.  Das Landschaftmuseum Obermain auf der Plassenburg ist um ein außergewöhnliches Exponat reicher: Der Kulmbacher Ehrenbürger Horst Uhlemann hat dem Museum einen wertvollen Daubenkrug gestiftet.
Das ganz besonders schöne Stück stammt aus der Werkstatt des Kulmbacher Zinngießermeisters Johann Heinrich Haas (*1637, †1732). Der lebte ursprünglich in Dittersdorf in Schwarzburg-Rudolstadt. Durch die Hochzeit mit der Witwe des Zinngießermeisters Johann Georg Meyer d. Ä. kam er nach Kulmbach. Im Kulmbacher Bürgerbuch für die Jahre 1618 bis 1769 ist nachzulesen, dass er hier am 25. Juni 1723 das Bürgerrecht erwarb.
Daubenkrüge sind eine Kulmbacher Besonderheit. Bei ihnen handelt es sich um Humpen aus hölzernen Dauben – gebogene Holzelemente, wie sie auchzur Herstellung von Fässern verwendet werden. Während Fässer aber üblicherweise von Eisenreifen zusammengehalten werden, erhielten die Daubenkrüge eine Montierung aus Zinn, die üblicherweise sehr kunstvoll gestaltet wurde.
Häufig finden sich bei dieser Zinn-Montierung Jagdmotive. Das außergewöhnliche an dem neuen Daubenkrug, den Uhlemann von einem privaten Sammler erwerben konnte, ist die Verzierung mit zwei Adlern. Bisher ist kein weiterer Krug mit einem solchen Motiv bekannt.
Auffallend ist auch, dass der Krug, anders als die bereits vorhandenen Exponate, kein Wappen trägt. Die dafür vorgesehene Fläche ist leer –möglicherweise ein Indiz dafür, dass es sich nicht um eine Auftragsarbeit handelt, sondern um ein Stück, das Haas gewissermaßen auf Vorrat produziert hat.
Zu sehen ist der Krug im Landschaftsmuseum Obermain, wo sich die weltweit größte Sammlung Kulmbacher Daubenkrüge befindet. Öffnungszeiten
Das Landschaftsmusem Obermain auf der Plassenburg hat von November bis März täglich von 10 bis 16 Uhr, von April bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 24.02.2010 |  | |  |