 Ein unbürokratischer Helfer"Interview"
Thomas Besand ist neuer Familienbeauftragter der Stadt. Der 45-Jährige vermittelt auch für Neubürger im Dschungel der Zuständigkeiten in Rathaus und Landratsamt.
Die Stadt Kulmbach hat eine zentrale Anlaufstelle für Familien und Neubürger geschaffen: Thomas Besand aus dem Bürgerbüro im Rathaus steht künftig als Vermittler zu Fachbereichen und Abteilungen in Stadt und Landkreis zur Verfügung.  Die BR sprach mit dem 45-Jährigen über seine neue Aufgabe. Herr Besand, macht die Politik zu wenig für Familien?
Nein, lokal bei uns nicht. In Kulmbach unterhalten wir sehr viele familienfreundliche Einrichtungen wie Sportstätten, Hallenbad oder Freibad. Oder man denke an die Fahrradwege. Das sind Sachen, die nach und nach ausgebaut und verbessert werden. Ich denke, da ist man bemüht, alles zeitgemäß zu gestalten.
Warum braucht die Stadt Kulmbach dann einen Familienbeauftragten?
Da die Bürokratie nicht weniger wird, ist es wichtig, Anlaufstellen zu schaffen. Sie müssen Neubürgern zentral Auskunft geben, was die städtischen Aufgaben betrifft.
Sie sind bereits im Bürgerbüro Ansprechpartner für viele Probleme. Mit welchen Anliegen, denken Sie, werden Sie insbesondere als Familienbeauftragter konfrontiert werden?
Aus der Praxis weiß ich, dass Familien häufig nach Kulmbach ziehen und sich dann fragen, wo sie sich mit Bauanträgen oder Kindergeld hinwenden können.Wir können dann behördenübergreifend nachfragen. Wir bemühen uns, den Leuten das Gefühl zu geben, dass sie bei uns willkommen sind.
Was prädestiniert Sie für die neue Aufgabe?
Schwierige Frage. Das sollten die beantworten, die mich dazu gemacht haben. Ich bin erfahren im Umgang mit Menschen, durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten bin ich viel in Kontakt mir Bürgern und kann nachvollziehen, warum wem wo der Schuh drückt. Ich muss die Aufgabenstellung in der Praxis natürlich erleben - aber ich kann mich einarbeiten und sammle gerne neue Erfahrungen. Und ich will mit dem Familienbeirat in Kontakt treten.
Haben Sie schon Ideen, wie Sie das Amt „Familienbeauftragter" zusätzlich ausfüllen können?
Nein, das muss sich ergeben. Generell habe ich natürlich vor, die Anregungen der Bürger einzubringen.
Wieviel Zeit können Sie sich für die neue Aufgabe nehmen?
So viel wir nötig, zumal wir im Bürgerbüro die Dinge im Alltagsgeschäft bislang auch erledigt haben - ohne konkreten Ansprechpartner.
Im Mittelpunkt der Aufgabe steht auch, bei Dienstleistungen Hilfestellung zu geben. Was könnte das sein?
Wir nennen nicht nur die zuständigen Stellen wie Ansprechpartner für Schulen, sondern leiten auch Dinge weiter - beispielsweise was die Kinderbetreuung betrifft. Die Familien sollen nicht lange auf Wegweiser schauen müssen. In vielen Dingen ist beispielsweise das Landratsamt zuständig, da stellen wir vorher schon den Kontakt her.
Werden Sie auch in wirklichen Notlagen helfen können?
Selbstverständlich. Durch ein Unglück könnte finanzielle Hilfe für Familien oder soziale Hilfeleistung nötig sein, dann müssen sie sich schnell orientieren und wissen, wo sie hin sollen. Wir können auch an karitative Stellen vermitteln.Bei uns braucht keiner Scheu vor bürokratischen Hürden haben.
Zudem sollen Sie familienfreundliche Angebote der Stadt kommunizieren. Was zeichnet Kulmbach in Sachen Familienfreundlichkeit aus?
Die Menschen, das Lebensumfeld. Die Umstände, wegen denen man selbst gerne hier lebt, das schöne Stadtbild und das große Freizeitangebot. Kulmbach ist eine an Kultur und Freizeitmöglichkeiten sehr vielschichtige Stadt. Steckbrief Thomas Besand
geboren 17.1.1965 in Eschwege
Familienstand seit 16 Jahren mit Lebensgefährtin und Kind
Beruf Verwaltungsangestellter (gelernter Industriekaufmann)
Ehrenämter seit 1991 Dirigent der Stadtkapelle Kulmbach, seit 2006 Kirchenvorstand St. Petri
Familie ist für mich... die wichtigste Keimzelle der Gesellschaft
Erreichbarkeit Bürgerbüro der Stadt im Rathaus (Telefon 09221/940-456, E-Mail thomas.besand@stadt-kulmbach.de); Öffnungszeiten: montags bis mittwochs 7.30 bis 16.30 Uhr, donnerstags 7.30 bis 18.30 Uhr, freitags 7.30 bis 12.30 Uhr; am ersten Samstag im Monat 9 bis 12 Uhr
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 31.08.2010 |  | |  |