 Eine Reise in die Vergangenheit"Tag der Franken"
Im Oberhacken und in der Altstadt findet ein historischer Markt mit vielen Attraktionen statt.
Mittelalter-Gruppen stellen zum Tag der Franken beim historischen Handwerkermarkt das Leben in alten Zeiten nach.  Kulmbach entdecken und erforschen, das mittelalterliche Flair von Oberhacken und Altstadt genießen, Geschichte erleben: All das soll der historische Handwerker-Markt zum Tag der Franken ermöglichen. Über 40 Aussteller und Gruppen haben sich für das Spektakel am ersten Juliwochenende (Samstag 10 bis 22 Uhr und Sonntag 10 bis 18 Uhr) angemeldet und wollen den Besuchern ein außergewöhnliches Erlebnis bieten.
Dass das gelingen wird, davon ist Organisator Hermann Müller fest überzeugt. „Der historische Handwerker-Markt wird eine absolute Attraktion. Vergangene Zeiten erfahren einen unheimlichen Aufschwung. Das sieht man auch daran, wie Mittelalter-Märkte anderenorts angenommen werden.“
Die Veranstaltung wird zusätzlich Besucher nach Kulmbach locken, die am Tag der Franken sonst kein Interesse hätten, ist der Sachgebietsleiter der allgemeinen Kulturverwaltung sicher, der für den gesamten Oberhacken und die Waaggasse seit Monaten das Programm plant. Die Vorbereitungen sind Müller zufolge sehr umfangreich, weil durch die kleinen und verwinkelten Gässchen die Logistik sehr aufwändig ist. Doch das Ergebnis ist die Mehrarbeit wert: „Die Altstadt bietet ein enormes Flair und ist kein Vergleich zu einem Markt, der auf einem großen Platz stattfindet.“
Ein Highlight dürfte das Feldlager der Baieruther Katzbalgerey sein. Die Mittelalter-Gruppe stellt die Belagerung Kulmbachs aus dem Jahre 1553 im Schießgraben hinter dem heilingen Schwertturm nach. Weiter warten die Waschfrauen aus Katschenreuth, eine Handleserin, Papierschöpfer und Kerzenzieher, Seifensieder, Drechsler, Töpfer, Bürstenbinder, eine Handspinnerei und eine Pflanzenfärberei sowie Zinngießer.
„Wir präsentieren viel darstellendes Handwerk, weil der Oberhacken über Jahrhunderte das handwerkliche Zentrum Kulmbachs war“, erklärt Müller. Ferner sind zwei Druckereien vertreten, weil im Oberhacken auch die älteste Druckerei Kulmbachs stand. Dort wird sogar extra ein Kulmbach-Motiv gedruckt, entworfen von Dieter Grychtol.
Dem Büttnerfachverein können die Besucher über die Schulter schauen, wenn kleine Bottiche hergestellt werden. „Das Büttnerhandwerk hat seine Blüte erlebt, als Kulmbach noch viele Brauereien hatte.“
Im Badhaus arbeitet die Friseurinnung an einem historischen Friseurstuhl, die Baieruther Katzbalgerey präsentiert ein Schauzubern mit Blutegeln und schröpfen. „Das wird eine richtige Medizin und Badeshow“, so Organisator Müller. Zahlreiche Verkaufsstände ergänzen das Angebot.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 19.06.2010 - Foto: pr. |