 Es gibt noch jede Menge zu tun"Bilanz"
Die Nepalhilfe Kulmbach hat schon viele Projekte angeschoben, ist aber in dem Land am Himalaya noch auf unabsehbare Zeit gefordert, wie Vorsitzender Pöhlmann feststellen muss.
Bei einem ihrer Besuche in Nepal lernten Mitglieder der Nepalhilfe Kulmbach ein Mädchen kennen, das durch eine Verbrühung stark entstellt war, und beschlossen sofort, dem Mädchen zu helfen. Erste medizinische Erfolge sind inzwischen schon erkennbar.  Die Nepalhilfe Kulmbach hat im vergangenen Jahr Großes geleistet. Doch bei der Jahreshauptversammlung in der „Stadtschänke“ sagte der Vorsitzende der Nepalhilfe Peter Pöhlmann offen: „Wir sind noch auf unabsehbare Zeit gefordert, Hilfe zu leisten, denn all die Aktivitäten sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“
Im Frühling und im Herbst waren Vertreter der Nepalhilfe Kulmbach in Nepal, um sich vor Ort zu überzeugen, dass die Hilfe auch Früchte trägt. „Hatte ich im vergangenen Jahr die Hoffnung, dass sich die politische Lage in Nepal etwas verbessern würde, so muss ich heute feststellen, dass nichts besser geworden ist – im Gegenteil“, sagte Pöhlmann offen. Das ganze Land sei gelähmt. Das Wasser ist rationiert, der Strom ist häufig gesperrt. „Bis zu 18 Stunden täglich müssen in Kathmandu Menschen ohne Strom auskommen“, erklärt der Vorsitzende. Und bei der Landbevölkerung sei die Situation noch schlimmer.
Fast vierzig Prozent der Nepalesen leben unterhalb der Armutsgrenze, die Arbeitslosigkeit ist enorm. „Die Aktivitäten und Hilfen der Nepalhilfe sind zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sie sind aber dennoch ein Segen für die Kinder und ihre Eltern“, berichtete Pöhlmann. Pöhlmann, Dr. Johann Hunger, Sonja Promeuschel und Uschi Erbacher waren auf eigene Kosten in Nepal, haben sich von den Hilfsaktionen überzeugt. „Die Verantwortlichen vor Ort bemühen sich, unsere Vorgaben zu erfüllen“, berichtete Pöhlmann.
Konkret wurde eine Quelle für die Malekhuschule saniert. Drei Schulräume wurden gebaut. Außerdem wurde eine Gesundheits- und Hygienestation mit Dentalstation eingerichtet. Die Nepalhilfe ermöglicht es, dass sechs Privatlehrer an der Malekhuschule tätig sein können. Die Kinder der haben Zahnbürsten und Seifen bekommen. Und 50 Schulpatenschaften lindern zudem die Not.
Bei der Visite in Nepal sind die Kulmbacher auf zwei schwer geschädigte Mädchen gestoßen – eines hatte Verbrühungen, ein Mädchen leidet an Lähmungen. Beide Kinder wurden ins Krankenhaus gebracht, medizinische Erfolge sind schon erkennbar.
Die Nepalhilfe ist auch an der Tiligatarschule aktiv. Dreißig Schulpatenschaften werden dort gepflegt. 15 Jugendliche werden auf einen Beruf vorbereitet. Die Nepalhilfe unterstützt junge Frauen und richtetet 25 Klassenzimmer ein. Außerdem gewährte sie einen Zuschuss für den Bau von drei Schulräumen, so Pöhlmann. 50.000 Euro von Sternstunden
Ganz besonders freute sich Pöhlmann über die Unterstützung der Nepalhilfe durch die Sternstunden-Aktion. So steuerte die Aktion 50.000 Euro für die Malekhu-Schule bei. Und auch Hedwig Wilhelm aus Aschaffenburg hat in ihrem Testament die Nepalhilfe mit 50.000 Euro bedacht.
Stellvertretend für Kassierer Stefan Fechner legte Schriftführer Gerhard Weith die Kasse offen. Die Nepalhilfe hatte Einnahmen in Höhe von mehr als 100.000 Euro zu verbuchen. Fast der gleiche Betrag ist in die Projekte investiert worden. Dennoch kann die Nepalhilfe noch auf ein solides finanzielles Polster bauen. Das Geld sei nötig, um die laufenden Verpflichtungen zu decken, erklärte Weith.
Oberbürgermeister Henry Schramm bedankte sich für die immense Leistung, die der Verein auf die Beine stellt. Die Hilfe in Nepal sei nicht nur für die Menschen vor Ort wichtig, sondern sie gibt auch denen Freude zurück, die sie leisten, meinte auch Landrat Klaus Peter Söllner.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 09.03.2010 - Foto: pr. |  | |  |