 "Tag der Franken"
Mit Cornelia Morsch, Gerhard Böhm, Stephan Klenner-Otto und Harald Burger präsentieren vier renommierte Künstler aus der Region ihre Arbeiten in der Stadthalle.
"frank, frei und gewürfelt 2010" betitelt Gerhard Böhm eine seiner Arbeiten.  Franken steht für Vielfalt – und vielfältig ist auch die fränkische Kunst. ZumTag der Franken präsentieren vier namhaften Künstler der Region bildende Kunst in der Dr.-Stammberger-Halle. DieWerke von Cornelia Morsch aus Kulmbach, Professor Gerhard Böhm aus Himmelkron, Harald Burger aus Mainleus und Stephan Klenner-Otto aus Neudrossenfeld überzeugen vor allem durch ihre künstlerische und handwerkliche Brillanz und sind vom 1. bis 21. Juli zu sehen. Stephan Klenner-Otto zeigt ein „Jean-Paul-Portrait“.  Den Anstoß zu dem Projekt gab der mit Stephan Klenner-Otto befreundete Bezirksheimatpfleger Dr. Günter Dippold. Beide waren der Meinung, dass man den Gästen zum Tag der Franken zeigen sollte, dass in Oberfranken hervorragende bildende Kunst gemacht wird und dass man sich nicht vor den Kollegen in München oder Oberbayern verstecken muss.
Die vier beteiligten Künstler haben jeder für sich im Laufe der Jahrzehnte einen eigenständigen Stil entwickelt und sogar internationales Profil entwickelt.
Gerhard Böhm, der auch den Altar der Himmelkroner Autobahnkirche gestaltet hat, bevorzugt zyklische Gestaltungen. Die Erfindung einer eigenen Ikonografie aus zvilisatorischen Bildzeichen, linearen Strukturen und figuralen Silhouetten und deren Einbindung in eine dynamische Bildarchitektur charakterisieren seine Arbeit.
Harald Burger, der ab Dienstag, 6. Juli außerdem mit einer großen Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse Kulmbach-Kronach vertreten ist, zeigt Großformatiges. Seine spannungsgeladenen Bilder mit tiefgreifenden Strukturen laden den Betrachter zu einer meditativ-visuellen Reise ein. Mit Buntstiftzeichnungen – hier: „verwurzelt“ – ist Cornelia Morsch in der Ausstellung vertreten.  Die Dritte im Bunde ist Cornelia Morsch. Sie versteht es, mit ihrer filigranen Buntstift-Technik zu faszinieren. Motive aus der Natur werden akribisch von ihr umgesetzt.
Stephan Klenner-Otto stellt Farbradierungen zu literarischen Themen aus. Er lässt sich bevorzugt inspirieren von Texten des fränkischen Dichters und Satirikers Jean Paul. Unter anderem plant auch der renommierte Berliner Suhrkamp Verlag im Oktober eine Neuveröffentlichung von Jean Pauls Satire „Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz“ mit Illustrationen Klenner-Ottos. „Der Text von 1808 ist hochaktuell: Es geht um einen misstrauischen Mann, der sich mit seinen Phobien herumschlägt. Er läuft mit Regenschirm rum, selbst wenn die Sonne scheint“, erläutert Klenner-Otto, der sich im Vorfeld des Jean-Paul-Jahres 2013 – zu dessen 250. Geburtstag – verstärkt mit dem „größten fränkischen Dichter“ auseinandersetzt.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 23.06.2010 - Fotos: pr. |  | |  |