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Henry Schramm kapituliert vor der Narren-Macht

"Sturm aufs Rathaus"

Die Mitglieder des Kulmbacher Faschings-Komitees läuten offiziell die fünfte Jahreszeit ein.


Rathaussturm

Der Till alias Michael Friedrich trägt OB Henry Schramm die elf närrischen Gebote vor.

Kulmbach ist wieder fest in Narrenhand. Oberbürgermeister Henry Schramm und seine Getreuen versuchten es mit dem Werfen von Wasserbomben und dem Errichten eines Sperrzauns vor dem Rathaus, sie glaubten, die Eindringlinge mit einem Transparent mit der Aufschrift „Sperrgebiet – kein Zutritt wegen Narrengrippe!“ abschrecken zu können – aber es half alles nicht: Die Narren stürmten das Rathaus und führten das Stadtoberhaupt gefesselt ins Freie!

KFK-Präsident Reinhard Ott verkündete den zahlreichen Zuschauern stolz die erfolgreiche Stürmung des zur Festung umgebauten Rathauses und präsentierte die „Gefangenen“ mit dem Oberbürgermeister an der Spitze.

„Da steht sie vor mir – auch in diesem Jahr, die versammelte Kulmbacher Narrenschar. Zu allem bereit und wild entschlossen, seid ihr die Treppen hinauf geschossen,“ erkannte Henry Schramm den Einsatz der närrischen respektvoll an.

Seinen tapferen Verteidigern des Rathauses – darunter stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann und Stadträtin Heike Vogel – zollte er ebenfalls Achtung: „Wir mussten uns der Übermacht der Schergen erst nach hartem Widerstand beugen!“ Die Narren mussten den OB nach der Stürmung des Rathauses zudem erst einmal enttarnen: Nicht immer war auf den ersten Blick offensichtlich, wer sich hinter dem zum Schutz vor der „Narrengrippe“ angelegten Mundschutz verbarg.

Rathaussturm

Durch die Straßen Kulmbachs zogen die Narren zum Rathaus.

Nach seiner Kapitulation akzeptierte Henry Schramm widerstandslos die von Till (Michael Friedrich) vorgetragenen elf närrischen Gebote. Teuer zu stehen kommen könnten vor allem jene drei Gebote der Stadt. Punkt 6: „Wer einen echten Karnevalisten küsst und dann das Bild im Rathaus abliefert, erhält eine Flasche Sekt!“ – Punkt 9: „An allen Tagen, wo die Kulmbacher Narren im Einsatz sind und für Kulmbach tolle Werbung machen, erhalten sie für jeden Aktiven ein Glas Bier oder Limonade!“ – Punkt 11: „Die Rückgewinnung der Regierungsgewalt ist nur möglich, wenn die Stadtvertreter durch ihren Oberbürgermeister zu einem gemütlichen Abendessen einladen!“

Henry Schramm akzeptierte alles – und ging bezüglich des letzten Punktes schon mal in Vorleistung: „…doch eins will ich nicht, dass ich euch hier quäle, mit leerem Magen und trockener Kehle, denn lustig sein und fröhlich lachen, das geht nur mit geöltem Rachen. Drum hab ich, bevor ich das Zepter verlier, besorgt eine Brotzeit und auch ein Fass Bier. So lasst uns gemeinsam das Glas erheben, das KFK– hoch soll es leben!“

Die Original Kulmbacher Hofsänger spielten nach der Amtsübergabe auf der Rathaustreppe auf.

Rathaussturm

Die Krümelgarde präsentierte den Showtanz „Dalmatiner“.

Schon vor dem Rathaussturm hatten die „Mini-Dancers“ und die Krümelgarde des KFK sowie die 1. Kulmbacher Showtanzgarde im Einkaufszentrum „fritz“ Kostproben ihres tänzerischen Könnens gegeben. Danach waren die Faschingsfreunde unter der musikalischen Begleitung des Musikvereins Kulmbach-Weiher und der Kreisbläserjugend durch die Stadt zumRathaus gezogen.

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 16.11.2009
- Fotos: ru

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