Willkommen in Kulmbach - Die Markgrafenstadt mit Flair & der heimlichen Hauptstadt des Bieres

Im Stadl trifft sich die Welt

"Bierwoche"

Das große Ereignis zieht Besucher aus aller Herren Länder an. Sie alle schätzen die gute Stimmung und die freundlichen Franken – und manche kommen immer wieder.

Jean-Pierre aus dem Elsass.

„Life is Life“, „Fürstenfeld...“, „Blowing in the wind“ und „Highway to hell“ schallt es aus tausenden von Kehlen durch den Stadel, keiner sitzt mehr, die Hände sind zum Himmel gereckt, in den Gängen wird getanzt, soweit noch Platz bleibt. „Volare“ spielt die Kapelle und die meisten würden am liebsten mitfliegen in den Bierhimmel. Es ist kurz vor elf abends, der absolute Wahnsinn, ein brodelnder Kessel, ein Höllenlärm. Verbrüderungen en masse, jeder ist Freund, egal die Hautfarbe und Rasse. Das 61. Kulmbacher Bierfest vereint wieder einmal alle und hebt Grenzen auf, der Stadl wird zum Treffpunkt für die ganze Welt.

„Prima Bier, nette Leute“


Der Geschäftsmann aus dem Iran ist schon ein bisschen bierselig. „Einfach großartig“, ruft er und hebt die Maß. Roy, der aus der Nähe von Oslo kommt, lehnt draußen am Bratwurststand, um einmal Atem zu schöpfen. Der Norweger schwärmt in höchsten Tönen, „prima Bier, nette Leute die Franken und eine wunderschöne Landschaft hier mit der Burg und den historischen Häusern“.

Alte Bekannte


Alte Bekannte sind die Italiener aus dem Veneto, der Lombardei und dem Piemont, zusammen fast fünfzig unternehmungslustige Leute. Luca, 28 Jahre, wohnhaft in Mailand, schreit seine Begeisterung hinaus, „eine solche Stimmung auf engsten Raum gibt es nur in Kulmbach“, hängt sich bei seinen Kumpels ein, schunkelt und flippt fast aus. Angetan haben es ihm die fränkischen Mädchen, er sucht den Blickkontakt, himmelt sie an. „Birra und Amore, ich liebe das Bierfest“. Alexander lebt inChicago, verbindet einen Geschäftsbesuch bei der Ireks mit einem Trip ins Zelt, „wonderful, so was kenne ich nicht und das in einer so kleinen Stadt“. Er bleibt bis zum Schluss, dann geht es noch in die „Feuerwache“ zum Weiterfeiern „ with the good beer“.

Wenn es etwas ruhiger ist, am späten Nachmittag, fühlt sich der 78-jährige Deutsch-Kanadier Henry Freund am wohlsten. Der gebürtige Kulmbacher, vor 59 Jahren nach Britisch-Columbia ausgewandert, besucht immer wieder gern seine alte Heimat und das Bierfest, ihn freuen besonders die heimischen Blaskapellen. „Ich habe selbst in einer gespielt, das ist lange her“, wird er ein bisschenwehmütig und prostet dem Dirigenten zu, bevor dieser erneut den Taktstock hebt. Ziemlich versonnen sitzt in seiner Nähe die chinesische Studentin Li, nippt vorsichtig am Krug. Sie vertrage nicht viel Alkohol, gibt sie zu, aber die Atmosphäre allein ist für sie ein Genuss.

Dann gibt es noch den nicht aus der Ruhe zu bringenden Jean-Pierre aus dem Elsass, gemütlich an seiner Zigarre ziehend, der im Eck sitzt und alles auf sich einwirken lässt, die Atmosphäre, den Gerstensaft, den Lärm. Er, der die Interessen der Kulmbacher Brauerei in Frankreich vertritt, verrät noch, dass EKU28, das stärkste Bier der Welt, im Nachbarland sehr begehrt ist.

Ausdauernd beim Feiern


Als ausdauernd beim Feiern erweist sich die kommunalpolitische Delegation aus dem Zwickauer Land. Dabei ist auch Bürgermeisterin Inge Krauß aus der 7000-Einwohner-Stadt Lichtentanne, seit 1990 ein unbedingter Fan des Bierfestes. „Es ist mit der schönste Ausflug des Jahres, ich komme immer wieder wegen des lieben fränkischen Menschenschlages“.

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 07.08.2010
- Foto: hw.

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