 Immer wieder Gänsehaut"Historie"
Von den Anfängen der Motorradsternfahrt bis zum Groß-Event: Die Männer der ersten Stunde erzählen davon, wie Kulmbach zum Mekka der Biker wurde.
Die letzten Planungen für die Motorradsternfahrt besprechen (von links) Peter Hübner, Sachbearbeiter Verkehr im Polizeipräsidium Oberfranken, Organisator Michael Schmid von der Brauerei und stellvertretender Inspektionsleiter Fritz Bär.  Bei der zehnten Motorradsternfahrt am kommenden Wochenende gibt es zwei Arten von Teilnehmern: „Die, die sich und ihre Maschinen präsentieren wollen – und die, die sich das gerne anschauen.“ Peter Hübner, der Sachbearbeiter Verkehr im Polizeipräsidium Oberfranken, kennt seine Klientel aus jahrelanger Erfahrung. Schon bei der ersten Sternfahrt – die damals übrigens zum einzigen Mal nicht in Kulmbach, sondern in Pegnitz stattfand – war er mit dabei.
Dass sich aus dieser kleinen Aktion zur Verkehrssicherheit einmal ein zweitägiges Event mit 40.000 Besuchern entwickeln sollte, daran hätte er wohl selbst in seinen kühnsten Träumen nicht geglaubt.
Nach Kulmbach kam die Veranstaltung durch eine Verkettung vieler kleiner glücklicher Umstände. Um es kurz zu machen: Die Bierstadt kristallisierte sich durch die Kontakte von Kulmbacher Brauerei, dem Radiosender Antenne Bayern und des Polizeipräsidiums Oberfranken schnell als neuer Veranstaltungsort heraus. Und das war ein Volltreffer. „Wir hatten beim ersten Mal hier mit 1000 bis 1500 Besuchern gerechnet – und es kamen 5000“, erinnert sich Peter Hübner. Dennoch stand die Befürchtung im Raum, dass das nur eine Eintagsfliege war. Bei der zweiten Sternfahrt, bei der alles andere als Motorradwetter herrschte, befürchtete Hübner schon einen Flop. Der Sound von 10.000 „Maschinen“
Das Gefühl, als ich dann in der Albert-Ruckdeschel-Straße den Sound von 10.000 Motorrädern gehört habe, werde ich nie vergessen“, berichtet er, der zum zehnten Mal selbst mit seinem Polizeiwagen den Motorradkonvoi anführt und dabei immer noch Gänsehaut hat: „Das ist es einfach.“ Dass die Motorradsternfahrt inzwischen internationalen Charakter hat, kann Hübner bestätigen: Aus fast allen Bundesländern waren schon Besucher da, außerdem aus Belgien, den Niederlanden, Tschechien, Russland, Österreich, Frankreich, Schweiz, Luxenburg, Italien und Großbritannien – darunter viele motorradfahrende Polizisten.
Natürlich ist so eine Veranstaltung eine organisatorische Meisterleistung – auch von Seiten der örtlichen Polizei. „Inzwischen halten wir Vorträge darüber, warum die Veranstaltung in Kulmbach so gut funktioniert“, berichtet stellvertretender Inspektionsleiter Fritz Bär, der vor allem von der Konvoi-Strecke schwärmt und den friedlichen Charakter desMotorradtreffens betont. „Auch die Beschwerden gehen gegen Null“, sagte er und bedankte sich im gleichen Atemzug für das Verständnis der Kulmbacher. Erlebnis auch für Kinder
Das unterstreicht auch Peter Hübner: „Beim letzten Mal war die ganze vier Kilometer lange Konvoi-Strecke voll von Menschen. Und auf dem Festgelände tummelten sich über 2000 Kinder. Das gibt es bei keiner anderen Motorrad-Veranstaltung.“ Und noch etwas freut den Verkehrsexperten der Polizei: „Es gab in den ganzen zehn Jahren keine schweren Motorrad-Unfälle, höchstens mal einen Blechschaden.“
Mit der Veranstaltung ist auch das Programm ständig gewachsen, erzählt Organisator Michael Schmid von der Kulmbacher Brauerei, der schon „Super-Star“ Tobias Regner und das Stunt-Team aus Nürnberg/Fürth nach Kulmbach geholt hat. Die Erweiterung auf zwei Tage war für ihn die richtige Entscheidung: „Letztes Jahr war am Samstag das Gelände der Verkaufsmesse bis 22 Uhr schwarz vor Menschen.“ Und die Veranstaltung kann noch weiter wachsen: „Genügend Parkflächen und Kapazitäten auf dem Veranstaltungsgelände sind ausreichend vorhanden.“ Alles von Rock bis PopEin Mix aus Rock, Cover, Pop, Punk und Metal läutet die Open-Air-Saison bei der zehnten Motorradsternfahrt amSamstagabend ein. So wird die „Antenne Bayern“-Band ab 20 Uhr ein Repertoire von Robbie Williams über Coldplay bis zu Wir sind Helden und den Sportfreunden Stiller präsentieren. Bereits tagsüber wird den Besuchern auf dem Brauereigelände an der Lichtenfelser Straße viel Musik geboten.
Internationalen Cover-Rock spielen die drei skandinavischen Cowboys Frank Liestam, AndreasNordieng und Johan Högosta. Der energiegeladene Oldschool-Rock überzeugt im schwedischen Stil.
Bei der Band Liza23 sind die Mädels in der Überzahl. 2009 wurde die Band mit dem Musiklöwen als beste Newcomerband Bayerns in Berlin ausgezeichnet.
Genesis, Led Zeppelin, Peter Gabriel oder Supertramp spielen Huebnose aus Bayreuth. Die Band entführt ihr Publikum auf eine musikalische Zeitreise durch 30 Jahre Rock-Geschichte. Die besten Rock-Songs „von A bis Z“ haben die fünf Musiker von Premixx in ihrem Repertoire. Unter anderem als Vorgruppe der Spider Murphy Gang und auf vielen überregional bedeutenden Veranstaltungen wurde von den Oberfranken pausenlos Stimmung gemacht.
Und letztlich: The Riffs nennen sich vier junge Instrumentalisten und zwei Topsängerinnen, die von eigenen Kompositionen über aktuelle Rock- und Pophits bis hin zu alten Klassikern einfach alles spielen.
Im großen „Antenne Bayern“- Kinderland auf dem Brauereigelände kommen die Kleinsten auf ihre Kosten, während die Eltern rockigen Sounds lauschen können. Der mit über 5000 Sitzplätzen bestückte Biergarten lädt an beiden Veranstaltungstagen zum Verweilen ein. Das Programm
Samstag, 24. April 11 Uhr Eröffnung der Verkehrssicherheits- und Verkaufsmesse mit 30 Ausstellern, 14 und 16 Uhr Freestyle-Motocross, ganztätig Live-Musik mit „Premixx", „The Riffs", „Liza 23" und „Sunburn"; ab 20 Uhr Live-Musik mit der Antenne Bayern-Band
Sonntag, 25. April 11 Uhr Eröffnung der Verkehrssicherheits- und Verkaufsmesse; 13 Uhr offizielle Begrüßung durch den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann; 14.15 und 16.30 Uhr Freestyle-Motocross; 15.15 Uhr großer Dekra-Crash-Test zum Thema Leitplanken-Unterfahrschutz; ganztägig Live-Musik u.a. mit den „StockholmCowboys" und „The Riffs".
Motorrad-Corso Höhepunkt der Sternfahrt wird auch in diesem Jahr wieder der Motorrad-Corso durch die Kulmbacher Innenstadt sein. Stadt ist um 12 Uhr. Ankunft der Fahrer wird eine Stunde später auf dem Brauereigelände an der Lichtenfelser Straße sein.
Verkehrsregelungen Wegen der Veranstaltung sind zahlreiche Straßen gesperrt. Die Polizei sorgt dafür, dass Autofahrer auf die richtige Umleitung geschickt werden; die Parkmöglichkeiten sind ausgeschildert.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 21.04.2010 - Foto: Jürgen Gärtner |