Willkommen in Kulmbach - Die Markgrafenstadt mit Flair & der heimlichen Hauptstadt des Bieres
Kulmbach - Die Markgrafenstadt mit Flair

Die Vielfalt der Wirtschaft ist unser Vorteil

Oberbürgermeister Schramm
sieht die Zukunft "durchaus optimistisch"

Das Jahr 2009 wird als das der großen Wirtschaftskrise in die Geschichtsbücher eingehen. Der Zusammenbruch der Finanzmärkte hat die Weltwirtschaft gehörig ins Wanken gebracht. In Kulmbach war davon - zumindest im ersten Halbjahr 2009 - noch relativ wenig zu spüren. Damit ist die Große Kreisstadt eine absolut positive Ausnahme.

Wie kommt es, dass Kulmbach von der Krise vergleichsweise wenig betroffen ist?

In der jetzigen schwierigen Zeit kommt ein Vorteil Kulmbachs zum Tragen, der in der Vergangenheit gerne übersehen wurde, nämlich die Vielfalt unserer heimischen Wirtschaft. Da gibt es zum einen den traditionell stark ausgeprägten Lebensmittelbereich, der fest in Kulmbach verankert ist und in dem wir mehrere große leistungsfähige Unternehmen haben. Dann hat sich in den letzten Jahren der Bereich Energie- und Klimatechnik hervorragend entwickelt, und auch in hochinteressanten Sparten wie etwa der Biotechnologie haben wir in Kulmbach Unternehmen, die international höchstes Ansehen genießen. Hinzu kommen eine starke Medienlandschaft mit mehreren Hundert Arbeitsplätzen sowie natürlich unsere zukunftsfähigen Handwerksbetriebe. Und so könnte man noch einige Beispiele mehr finden. Das alles führt dazu, dass wir breiter aufgestellt sind als Kommunen, die etwa von ein, zwei großen Automobilzulieferern abhängig sind und die eine solche Krise dann auch härter trifft.

Hat Kulmbach mit der Vielfalt der Unternehmen einfach Glück gehabt oder kann man so etwas gezielt beeinflussen?

Natürlich gehört etwas Glück dazu und manchmal geben nur Kleinigkeiten den Ausschlag für einen Standort, aber ich denke schon, dass wir in Kulmbach unsere Hausaufgaben gemacht haben. Im Lebensmittelsektor konnten wir ein Cluster Ernährung schaffen - eine Bündelung der Interessen von Wirtschaft, Handel, Tourismus und Forschung. Besonders freut mich, dass neben den Wissenschaftlern des Max Rubner-Instituts bald auch Studenten der Uni Bayreuth ihre Forschungsarbeit in Kulmbach aufnehmen werden. Auch im Bereich der Energie- und Klimatechnik arbeiten wir zusammen mit den Unternehmen an einer Bündelung der Kräfte und einer Weiterentwicklung des Ausbildungsstandortes Kulmbach. Aber es sind nicht nur die großen Visionen, sondern vor allem die kleinen Dinge des Alltags, die das Wirtschaftsklima einer Stadt bestimmen. Dass man jeden noch so kleinen Investor ernst nimmt und ihn nach Kräften bei seinem Vorhaben unterstützt.

Welche Rolle spielt denn in diesem Zusammenhang die Wirtschaftsförderung der Stadt?


Eine ganz zentrale! Mit Ingeborg Zapf an der Spitze, sowie Bianca Hahn und Thomas Tischer haben wir ein kompetentes Team im Rathaus, das eben genau die oben angesprochenen Punkte vereint. Als Beispiel möchte ich da nur einmal unseren vielbeachteten Wirtschaftspreis nennen, den wir erstmalig vergeben haben und der maßgeblich auf die Initiative von Frau Zapf zurückzuführen ist. Ein solcher Wettbewerb ist sicher nicht entscheidend dafür, ob ein Unternehmen in Kulmbach investiert oder nicht, aber er trägt schon dazu bei, dass wir als unternehmerfreundliche Stadt wahrgenommen werden. Und darauf schauen Investoren doch sehr genau.

Welche Standortvorteile hat Kulmbach sonst noch zu bieten?


Es kommt mittlerweile immer mehr auf die sogenannten "weichen" Standortfaktoren an, also welche Lebensbedingungen man den Menschen abseits ihres Arbeitsplatzes bieten kann. Und da ist Kulmbach mit seinem Umland wirklich sehr gut aufgestellt. Wir haben eine wunderschöne Landschaft mit einem hohen Freizeitwert. Gerade für Familien ist das Angebot wirklich toll. Denken Sie nur mal an unsere wunderschönen Badeseen, die Radwanderwege und unsere Burg und unsere kulturellen Veranstaltungen. Daneben ist Kulmbach als Schul- und Ausbildungsstandort top und in der Kinderbetreuung bayernweit mit an der Spitze - auch das ist für Familien ein wichtiges Argument.

Stichwort Radwanderwege: Der Mainradwanderweg führt ja jetzt über die neue Brücke am Mainzusammenfluss. Wie wird diese denn angenommen?

Wir hatten ja schon gehofft, dass die Brücke zu einem Magneten wird, aber dass der Zuspruch so groß ist, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Schon nach wenigen Monaten hat sich die Brücke zu einem beliebten Ausflugsziel für die Kulmbacher entwickelt und auch touristisch profitieren wir unheimlich davon. Auch hier gilt wieder: Es ist ein kleiner Mosaikstein, der alleine vielleicht nicht ausschlaggebend ist, aber doch zu einem positiven Gesamtbild beiträgt.

Was erhoffen Sie sich denn als Oberbürgermeister wirtschaftlich für den weiteren Verlauf des Jahres 2009?


Wie eingangs erwähnt, stecken wir die Krise - unseren Unternehmen sei Dank - bislang verhältnismäßig gut weg. Natürlich wünsche ich mir, dass wir am Ende des Jahres ohne große Gewerbesteuereinbußen da stehen. Wir von der Stadt werden unser Möglichstes dazu beitragen und jedem Unternehmer, der uns um Hilfe bittet, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn auch das ist eine große Stärke von Kulmbach: Wir reden nicht viel, sondern packen gemeinsam an. Deshalb bin ich für die Zukunft auch durchaus optimistisch. Die GA-Förderkulisse ist dafür ein gutes Beispiel: Hier wurden Förderanträge in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro bearbeitet und positiv entschieden.





Quelle:
- Bayerische Rundschau Kulmbach, Perspektiven 2009