 Jede Woche wird eingekauft"Tag der Bibliotheken"
Bei der Auswahl aktueller Titel verlässt sich die Bücherei am Stadtpark auf einen Besprechungsdienst. Ungefähr 1300 Neuanschaffungen gibt es im Jahr.
Jede Menge neue Bücher hat Miriam Sattler, Auszubildende in der Bücherei am Stadtpark, in den letzten Tagen sortiert. Ab Montag stehen sie zur Ausleihe bereit.  „Haben Sie die alle gelesen?“ Immer wieder wird Heidi Siegl diese Frage gestellt. Und immer wieder muss sie darüber schmunzeln. „Nein“, sagt die Leiterin der Kulmbacher Bücherei am Stadtpark. „Ich kann nicht alle Bücher lesen, die wir kaufen.“
Ungefähr 1300 neue Romane, Krimis, Kochbücher oder Reiseführer schafft die Bücherei in jedem Jahr an. Wie aus geschätzten über 96.000 Büchern, die in Deutschland jährlich erscheinen, die ausgewählt werden, die für die Bücherei in Kulmbach interessant sind, und was sonst noch passiert, um die Kulmbacher immer mit aktuellem Lesestoff zu versorgen, haben uns die Mitarbeiterinnen im Vorfeld des heutigen „Tags der Bibliotheken“ verraten.
Beim Bücherkauf verlässt sich Heidi Siegl auf einen Besprechungsdienst. JedeWoche landet ein dicker Stapel postkartengroßer Zettel auf ihrem Schreibtisch: Kurzrezensionen eines unabhängigen Besprechungsdienstes, der jährlich etwa 8000 Empfehlungen ausspricht. „Für einen solchen Besprechungsdienst arbeiten 200 bis 300 Leute, die Neuerscheinungen lesen und ausführlich beurteilen. Wenn dann bei der Empfehlung steht ,kaufen!’ – dann tun wir das.“
Natürlich nur in einem Umfang, den das Budget hergibt. 22.000 Euro hat die Bücherei am Stadtpark jedes Jahr für Neuanschaffungen zur Verfügung. Eingekauft wird im wöchentlichen Rhythmus. Hin und wieder sind da dann auch Titel dabei, die sich Leser ganz gezielt gewünscht haben.
Wer ohne speziellen Wunsch, aber auf der Suche nach neuem Lesestoff in die Bücherei kommt, wird mit Sicherheit fündig. Zum einen hängen dort die Bestseller-Listen von „Spiegel“, „Stern“ und „Focus“ aus. Zum anderen gibt es jede Woche neu eine Liste mit den jeweiligen Neuanschaffungen. Schnell muss sein, wer die aktuellen Romane oder Thriller ergattern will: „Die sind immer blitzschnell weg“, sagt Heidi Siegl. „Aber seit wir für Bestseller die Leihfrist von vier auf zwei Wochen verkürzt haben, kommen sie auch schneller wieder zurück.“
Wer in den neuen Büchern erst einmal in Ruhe blättern möchte, findet auf den Neuheitentischen im ersten und zweiten Obergeschoss eine kleine Auswahl vor. Und wer den Mitarbeiterinnen der Bücherei ein paar Anhaltspunkte für den eigenen Lesegeschmack liefert, bekommt auch gerne einen ganz persönlichen Tipp.
Dabei vertraut Heidi Siegl wiederum dem Besprechungsdienst – und dem Urteil anderer Leser. Denn selbst lesen, „das kann ich ausgiebig und in Ruhe nur im Urlaub.“ Mit zwei Aktionen begleitet die Bücherei am Stadtpark den heutigen „Welttag der Bibliotheken“. Zum einen gibt es am Montag ab 14 Uhr jede Menge neues „Futter“ für Leseratten: 50 nagelneue Bücher stehen zur Ausleihe bereit.
Ein literarischer Leckerbissen erwartet die Besucher dann am Dienstag, 27. Oktober, um19 Uhr: Ellen Alpsten, in London lebende Autorin mit Kulmbacher Wurzeln, liest aus ihrem neuesten Buch „Die Schwestern der roten Sonne“. Die Autorin hat sich mit historischen Romanen einen Namen gemacht. Ihre Bücher „Die Lilien von Frankreich“ und „Die Quellen der Sehnsucht“ haben sich erfolgreich verkauft; ihr Roman „Die Zarin“ wurde ein Bestseller. In ihrem neuen Titel verarbeitet sie einen zeitgenössischen Stoff; angesiedelt ist die Handlung in Afrika, wo Ellen Alpsten einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbracht hat. Natürlich besteht im Anschluss an die Lesung auch die Gelegenheit, mit Ellen Alpsten ins Gespräch zu kommen. Mehr InfosÖffnungszeiten Montag 14 bis 19.30 Uhr Dienstag 10 bis 17 Uhr Mittwoch 9.30 bis 14 Uhr Donnerstag 10 bis 17 Uhr Freitag 10 bis 14 Uhr
Preise Erwachsene 2 Euro Anmeldegebühr, 10 Euro Jahresgebühr Kinder und Jugendliche frei Ermäßigungen auf Anfrage
Veranstaltungen Lesungen, Ausstellungen, Führungen (nach Voranmeldung), Vorlesewettbewerb, Ferienprogramm
Service Reservierungen, Information über Neuerscheinungen, Fernleihe, Zugriff auf sämtliche Kataloge wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 24.10.2009 - Foto: Katrin Geyer
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