 Klinikum jetzt in der ersten Liga"Medizintechnik"
Die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie verfügt als erste Abteilung in ganz Bayern über ein hochmodernes Bildgebungsgerät, das schwierige Eingriffe erleichtert.
Dr. Arkadiusz Kosmala (Mitte) gibt Erläuterungen über die Anwendungsmöglichkeiten des „O-Arms“ an der Wirbelsäule. Landrat Klaus Peter Söllner (rechts) und Klinikum-Geschäftsführer Herbert Schmidt hören interessiert zu.  Als weltweit eine der ersten Kliniken außerhalb der USA und als erste Einrichtung in ganz Bayern verfügt das Klinikum Kulmbach über das mobile, rund eine Million Euro teure Bildgebungsgerät „O-Arm“. Der hochmoderne Apparat mit einem integrierten Navigationssystem für den neurochirurgischen OP-Betrieb erleichtert komplizierte Eingriffe und sorgt vor allem für eine deutlich geringere Strahlenbelastung für Arzt und Patient.
Bei der Vorstellung im Klinikum erläuterte Landrat Klaus Peter Söllner, der „O-Arm“ sei das Beste, was es zur Zeit auf dem Markt gibt. Vor allem extrem schwierige Eingriffe werden durch dieses ungemein wichtige Gerät erleichtert. Der neue „O-Arm“ könne aber auch in der unfallchirurgischen und orthopädischen Abteilung von Dr. Gerhard Finkenzeller zum Beispiel bei Beckenbrüchen eingesetzt werden.
Der Leiter der Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie, Dr. Arkadiusz Kosmala, erläuterte die Arbeit mit der sogenannten Stealth-Station und dem integrierten mobilen Bildgebungsgerät „O-Arm“. Das Gerät ermögliche Eingriffe am zentralen Nervensystem und der Wirbelsäule mit ungeahnter Präzision. Live-Bilder während der OP
„Eine Navigation bei Hirnoperationen ist heute selbstverständlich. Die größte Schwierigkeitwar es bis heute, an der Wirbelsäule zu navigieren, da es keine Möglichkeiten gab, bei den auf dem OP-Tisch liegenden Patienten dreidimensionale Bilder zu erzeugen. Der O-Arm speist sowohl unsere Hirn- als auch Wirbelsäulennavigation mit live erhobenen Bildern ein. Damit stehen uns nun optimale Möglichkeiten auch bei der hochpräzisen minimal invasiven Wirbelsäulenchirurgie zur Verfügung“, erklärte der Experte.
Die besondere Stärke des „O-Armes“ sind dreidimensionale Aufnahmen vom Operationsgebiet in genau der Position, in der die Patienten auf dem Operationstisch liegen. Der Operateur ist damit nicht mehr von Computertomographien abhängig, die vor dem Eingriff in einer anderen Position gemacht wurden.
Ein extrem wichtiger Punkt neben der höheren Sicherheit und Präzision ist zudem auch die minimale Strahlenbelastung durch das Gerät. Im Gegensatz zu den früheren Durchleuchtungsverfahren sind jetzt sowohl Arzt als auch Patient fast keiner Bestrahlung mehr ausgesetzt.
„Die Anschaffung ist für uns ein Quantensprung. Wir spielen damit in der ersten Liga und sind auf einem sehr guten Weg“, meinte der Geschäftsführer des Klinikums, Herbert Schmidt. Er freute sich über die hervorragende Entwicklung der neurochirurgischen Abteilung, die am 1. Dezember 2004 mit einer Planstelle und fünf Betten begann und damals nur die Wirbelsäulenchirurgie umfasste. Am 1. April diesen Jahres erfolgte die Erweiterung zur neurochirurgischen Abteilung mit acht ärztlichen Planstellen und 30 Betten.
Auch Landrat Söllner freute sich, dass der Freistaat vor fünf Jahren die Einrichtung der neurochirurgischen Abteilung ermöglicht habe und dass dies von den Krankenkassen unterstützt worden war. Er lobte die exzellente Arbeit von Dr. Kosmala, und seinem Team. Allein heuer wurden 1150 Patienten operiert. Dabei wurden in rund 500 Fällen Stabilisierungen der Wirbelsäule vorgenommen. Das nächste Großprojekt
Als nächstes Projekt ist laut Dr. Kosmala im Jahr 2011 die Einrichtung eines zweiten großen OP-Saales in der Neurochirurgie geplant, der mit 64 Quadratmetern um 20 Quadratmeter größer ist als der alte.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 23.12.2009 - Foto: ru |