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Koli-Keime im Kulmbacher Wasser

"Verunreinigung"

Gewittersturm hat ungereinigtes Wasser in das Versorgungssystem gespült. Obwohl nach Angaben der Behörden keine unmittelbare Gefahr droht, gilt eine „Abkochanordnung“.


Im gesamten Stadtgebiet von Kulmbach sollte ab sofort Trinkwasser bis auf weiteres nur noch im abgekochten Zustand von Menschen verzehrt werden. Koliforme Keime und weitere mikrobiologische Verunreinigungen befinden sich im Wasser. Grund dafür ist das schwere Gewitter in der Nacht zum 12. Mai. Dabei ist die Trinkwasseraufbereitunganlage in der Grundmühle bei Marktschorgast ausgefallen. Der starke Regen hat zudem unbehandeltes Wasser in die Anlage gespült und für die bakterielle Verunreinigung gesorgt.

Akute Gefahr besteht nicht


Stadtwerkechef Stephan Pröschold hofft, dass die Störung bereits am Dienstag oder Mittwoch wieder behoben ist. Akute Gefahr bestehe für niemanden: "Das ist keine schwerwiegende Situation. Wir wollen uns aber nichts vorwerfen lassen." Die Maßnahmen seien in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in Kulmbach rein vorsorglich getroffen worden.

Bereits am Freitag, so Stephan Pröschold am Sonntagmittag gegenüber der Frankenpost, hätten Proben aus der Grundmühle bei Marktschorgast geringfügige Verunreinigungen ergeben. Nachdem die Ergebnisse der unmittelbar erneut durchgeführten Wasseranalysen auch am Sonntag nochmals Grenzüberschreitungen für verschiedene mikrobiologische Parameter der Trinkwasserversorgung ergaben, hätten sich die Stadtwerke vorsorglich zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen entschlossen, um die Situation schnellstmöglich wieder in den Bereich normaler Werte zu bringen.

Zunächst einmal werden bereits seit dem Sonntag in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt umfangreiche Rohrspülungen in ganz Kulmbach durchgeführt. Ein Teil des Wassers aus den Spülungen werde direkt in die Flutmulde geleitet. In anderen Fällen würden auf Straßen Schieber geöffnet, um das verunreinigte Wasser aus den Rohrleitungen zu spülen.

Nachdem in der Trinkwasseraufbereitung der Stadt in der Hofer Straße zudem die Chloranlage seit Sonntagmittag in Betrieb ist, sollte bald schon in allen Haushalten nur gechlortes Wasser ankommen. Das riecht zwar durchaus deutlich vernehmlich nach Chlor, sorge aber für eine sichere Desinfektion, betont Stephan Pröschold.

In einer Mitteilung der Stadtwerke vom Sonntag heißt es: "Um Gefahren für Ihre Gesundheit auszuschließen, bitten wir Sie, das Wasser vorsorglich fünf Minuten lang abzukochen, sofern Sie es zum Trinken, Kochen oder zur Zubereitung von Speisen und Getränken verwenden."

Gesundheitsamt ist im Boot


Alle jetzt getroffenen Maßnahmen, betont Stephan Pröschold, seien in enger Kooperation mit dem vorsorglich eingeschalteten Gesundheitsamt beschlossen worden. Die sofort eingeleiteten Reinigungsarbeiten hätten bereits deutliche Erfolge gezeigt: So sei die Trinkwasseraufbereitunganlage in der Hofer Straße bereits frei von Verunreinigungen. Jetzt gehe es noch darum, auch die letzten Keime aus dem Rohrleitungssystem zu verbannen: "Ich gehe davon aus, dass das schon bald der Fall sein wird." Genaue Angaben, wie lange die Anordnungen nun greifen, kann Stephan Pröschold noch nicht machen. Dazu benötige man erst weitere aktuelle Probenauswertungen. Sicher sei jedenfalls, das technische Sicherheitsmanagement, das die Stadtwerke im Rahmen ihrer Zertifizierung eingeführt haben, funktioniere reibungslos.

Die Verunreinigung des Kulmbacher Trinkwassers sei jedenfalls so stark gewesen, dass man sie nicht mehr ignorieren konnte, bestätigte am Sonntagnachmittag Klaus Lazarus vom Kulmbacher Gesundheitsamt: Für Koli-Keime gilt der festgesetzte Wert Null. Gefunden wurden am Sonntag zwischen zehn und 20 Keime pro 100 Milliliter. Dieselben Mengen wurden auch für die sogenannten E-Koli-Keime ermittelt, laut Klaus Lazarus ein "Fäkalkeim von menschlichen oder tierischen Ausscheidungen". Eine Beurteilung, wie ernst zu nehmen diese Verunreinigung nun ist, wollte Lazarus nicht abgeben, aber: "Wo diese Keime drin sind, können auch Krankheitskeime sein."

Quelle:
- Frankenpost vom 17.05.2010

www.frankenpost.de


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