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Künstler präsentieren ein Seh-Erlebnis

"Kultur"

Zum 80. Mal findet auf der Plassenburg die Jahresausstellung des Bundes Fränkischer Künstler statt. Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr ein Rahmenprogramm, zu dem auch Künstlerführungen an den Sonntagen gehören.

Vorsitzender des BFK ist Reinhard G. Bienert (links), der von Bürgermeister Stefan Schaffranek begrüßt wurde.

Der Anlass sei, so sagte Bürgermeister Stefan Schaffranek, „einer der Höhepunkte im Kulturkalender der Stadt“. Der Blick in den restlos überfüllten Festsaal der Plassenburg gab ihm recht: Die Eröffnung der 80. Jahresausstellung des Bundes Fränkischer Künstler, die noch bis zum 13. September zu sehen ist, suchte ihresgleichen.

80 Jahre Partnerschaft

Diese 80. Ausstellungseröffnung sei zugleich der Geburtstag einer ganz besonderen Partnerschaft, meinte Schaffranek, der daran erinnerte, dass fränkische Künstler zum ersten Mal diese Ausstellung initiiert hatten, „um die damals zum Gefängnis verkommene Plassenburg wieder zu einem Ort fränkischen Selbstverständnisses werden zu lassen“. Die Stadt Kulmbach werde diese Ausstellung weiterhin unterstützend begleiten – und sei erfreut darüber, dass in die lange Jahre ungelöste Frage einer besseren Erschließung der Burg nun offensichtlich Bewegung komme.

Ein „Seh-Erlebnis“ kündigte Stefan Schaffranek den Besuchern an und wies darauf hin, dass unter den rund 200 ausgestellten Bildern und Skulpturen auch solche von Künstlern aus der Region Kulmbach zu finden sind.

Preis im nächsten Jahr

Reinhard G. Bienert, der seit kurzem neuer Vorsitzender des Bundes Fränkischer Künstler ist und anlässlich der Vernissage von seiner Vorgängerin Angelika Kandler-Seegy symbolisch sein „Zepter“ überreicht bekam, erläuterte den Gästen das Rahmenprogramm und wagte einen Ausblick auf 2010: Dann werde die Eröffnung der Ausstellung zeitgleich mit dem in Kulmbach begangenen „Tag der Franken“ stattfinden; erstmals werde man dann einen Fränkischen Kulturpreis ausloben.

Dr. Reinhard Knodt wagte sich in seinem Festvortrag an eine Standortbestimmung der Kunst in der Gegenwart. Während frühere Epochen einen elitären Begriff von Kunst und dem Künstler pflegten und diesen als einzigartiges Wesen begriffen, in dem der Genius als kreative Kraft wirke, sei Kunst heute vielfach zum Massenphänomen verkommen. Kunst sei allgegenwärtig „von der Biennale bis zur Sparkassen-Filiale“.

„Kreative Stichwortgeber“

Viele, die sich „Künstler“ nennen, folgten nicht ihrem Genius, sondern „kreativen Stichwortgebern“.

Der New Economy aber, so Knodt, die auf den Menschen, seine Beziehungen und seine Verwurzelung einwirke, berge in sich die Chance, auch den Begriff der Kunst und des Künstlers neu zu definieren.

Tänzerin Lisa Carver lud am Ende der Vernissage zur Performance. Unterstützt wurde sie dabei von Katharina Tank und Markus Nondorf.

Von „Malerlust und Malerfrust“ berichteten Katharina Tank und Markus Nondorf, die hintersinnige Texte von Goethe und Enzensberger zitierten. Für die musikalische Umrahmung der Vernissage sorgte ein Flötenquartett der Städtischen Musikschule.

Katharina Tank, Markus Nondorf, Lisa Carver präsentierten sich dann noch einmal in der großen Hofstube, wo die Gäste die Gelegenheit zu einem ersten Rundgang durch die Ausstellung nutzten.

Öffnungszeiten und Rahmenprogramm

Öffnungszeiten Die 80. Jahresausstellung des Bundes Fränkischer Künstler ist bis zum 13. September in der großen Hofstube auf der Plassenburg zu sehen. Geöffnet hat die Ausstellung täglich von 10 bis 17 Uhr.

Sonderausstellung Wilhelm Broghammer zum Gedenken

Künstlerführungen Jeweils sonntags um 15 Uhr

Ausstellungsquiz Für Schulklassen, Gruppen und jedermann

Verlosung Grafiken, Radierungen, kleine Originale

Verkauf Originale, Künstlerkarten und Kataloge

Information Information über den Bund Fränkischer Künstler gibt es im Internet unter www.bund-fraenkischer-kuenstler.de

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 29.06.2009
- Fotos: Gabriele Hänseler

www.infranken.de
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