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Künstlerherbst würdigt Stößlein und Lewerenz

"Ausstellung"

Im Mittelpunkt der Schau, die morgen beginnt, stehen zwei vielseitig begabte Persönlichkeiten.


Mytisches Landschaftsbild von Hans Georg Lewerenz.

Zwei Künstlerpersönlichkeiten, die nicht nur ein umfangreiches Werk hinterlassen, sondern auch wegen ihres Engagements für ihre Heimat vielen Kulmbachern im Gedächtnis geblieben sind, ist der diesjährige „Kulmbacher Künstlerherbst“ gewidmet: Im Mittelpunkt der Schau, die morgen auf der Plassenburg eröffnet wird, stehen der Maler, Grafiker und Bildhauer Hans Georg Lewerenz und der Maler, Schriftsteller und Heimatforscher Hans Stößlein.

Hans Georg Lewerenz wurde in den Wirren der Nachkriegszeit zum Kulmbacher.

Zur Welt gekommen war er am 21. Mai 1915 in Stargard in Pommern. Ein Stipendium der Provinz Pommern ermöglichte ihm in der Zeit zwischen den Weltkriegen ein Studium an der Akademie der Künste in Berlin. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kämpfte Lewerenz vom ersten Tag an an verschiedenen Fronten, erlebte die Zerschlagung seiner Familie – und verlor nach einem Bombenangriff auf sein Elternhaus in Stettin sein gesamtes bis dahin entstandenes künstlerisches Werk.

Leben auf der Burg


Die bis zum Jahre 1947 andauernde Kriegsgefangenschaft sollte sein späteres Werk ebenso prägen wie der Abwurf der Atombombe in den letzten Weltkriegstagen. Die Bekanntschaft mit dem Architekten Fritz Kerling war der Grund, aus dem esLewerenz nach der Entlassung aus der Gefangenschaft nach Kulmbach zog. Von 1948 an bis zu seinem Tod im Jahr 2006 lebte er auf der Plassenburg. 1953 heiratete er, in den Jahren 1957 und 1962 kamen die Söhne Frank und Jan zur Welt.

Idealismus und der Wunsch, Deutschland anders zu gestalten waren die Triebfeder für Lewerenz, 1961 als Mitstreiter der SPD am Bundestagswahlkampf teilzunehmen. Der Ausflug in die Politik blieb freilich nur kurz. Von deutlich größerer Wirkung war Lewerenz’ künstlerisches Schaffen, das sich unter anderem in „Kunst am Bau“ manifestierte. So tragen zahlreiche öffentliche Gebäude in Kulmbach seine Handschrift.

Bekennender Franke


Im Gegensatz zu Lewerenz war Hans Stößlein ein gebürtiger Franke – und ein bekennender.

1920 in Kirchleus zur Welt gekommen, war er in seiner Heimat unter anderem als Stadtschulrat, Kulturreferent und Kreisheimatpfleger tätig. Auch Stößlein gehörte zu jener Künstlergeneration, die durch den Krieg einen Bruch in Leben und Werk erfahren haben: Nach dem Staatsexamen als Lehrer nahm er ein Kunststudium an der Technischen Hochschule in München auf, wurde aber 1941 zum Kriegsdienst eingezogen und in den folgenden Jahren mehrfach schwer verwundet.

Hans Stößlein war ein Multitalent: Chorleiter und Ausstellungsorganisator, Maler, Grafiker, Mundartforscher und Mundartdichter.

Südamerikanische Impressionen von Hans Stößlein.

Eine besonders intensive Zeit begann für den Maler Stößlein 1959, als er in den Auslandsschuldienst nach Argentinien ging. Hier entstanden farbenprächtige Aquarelle – zu bewundern ab morgen auf der Plassenburg.

Kulmbacher Künstlerherbst


Termin 10. Oktober bis 7. November

Ort Große Hofstube auf der Plassenburg

Werke von Hans Georg Lewerenz und Hans Stößlein sowie weiterer Kulmbacher Künstlern

Veranstalter Kulturabteilung der Stadt Kulmbach

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 09.10.2010
- Fotos: pr.

www.infranken.de
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