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Henry Schramm erster Bürger und erster Diener

Neuer Kulmbacher Oberbürgermeister vereidigt – Festsitzung mit 650 geladenen Gästen

Nun ist es offiziell: Seit dem 16.01.2007 ist Henry Schramm Oberbürgermeister der Stadt Kulmbach. Vor über 650 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung sprach das neue Stadtoberhaupt im Rahmen einer Festsitzung des Stadtrates in der Kulmbacher Stadthalle die Eidesformel. Seine Amtsvorgängerin Inge Aures blieb der Zeremonie wegen Urlaubs fern.

Amtseinführung des Kulmbacher Bürgermeisters Henry Schramm

„Heute ist ein großer Tag für die Stadt Kulmbach, aber auch ein großer Tag für Henry Schramm“, hatte Stadtratssenior Robert Hartmann die Festsitzung eröffnet. Am 16.01.2007 trat der 46-jährige bisherige Landtagsabgeordnete Henry Schramm sein Amt als Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt an.
Nach Georg Hagen, Wilhelm Murrmann, Dr. Erich Stammberger und Inge Aures ist Henry Schramm das fünfte Kulmbacher Stadtoberhaupt der Nachkriegsgeschichte. Erstmals sitze mit ihm ein CSU-Politiker auf dem Chefsessel im Rathaus, wie Hartmann in seiner Begrüßung bemerkte. Zur Erinnerung: Mit 52,40 Prozent der Stimmen hatte Henry Schramm am 22. Oktober 2006 die Wahl gegen die bisherige Amtsinhaberin Inge Aures gewonnen.

Robert Hartmann war es auch, der Henry Schramm dem Amtseid abnahm und ihn darum bat, „der Stadt Bestes zu suchen und auch zu finden“. Gegen 17 Uhr war es dann soweit, nachdem Schramm fast jedem der über 650 geladenen Gäste die Hände geschüttelt und Glückwünsche entgegen genommen hatte. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen legte Hartmann Henry Schramm als äußeres Zeichen seines Amts die Amtskette um. Der Stadtratssenior gab dem neuen Oberbürgermeister mit auf den Weg, dass er nun zwar erster Bürger der Stadt, aber auch deren erster Diener sei. „Den Menschen zu dienen, ist eine sehr würdevolle und wertvolle Aufgabe. Sie liegt jetzt vor Ihnen wie ein offenes Feld, das gepflügt und bestellt werden will“, sagte Hartmann.

Regierungspräsident Wilhelm Wenning ließ in seinem Grußwort den Lebensweg Schramms von der Ausbildung zum Industriekaufmann und zum späteren Diplom-Verwaltungswirt (FH) am Landratsamt Kulmbach bis hin zum Wechsel in die Landespolitik Revue passieren. Gerade in seiner Zeit als CSU-Abgeordneter in der Landeshauptstadt habe der neue Oberbürgermeister wertvolle Kontakte zu Ministern und Ministerien knüpfen können, von denen die Stadt künftig in allen Bereichen profitieren werde, war sich Wenning sicher.

Landrat Klaus Peter Söllner betonte die gute Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis. Nur gemeinsam und Hand in Hand mit den Städten wie Bayreuth und Hof könne man die Region erfolgreich entwickeln. „Henry Schramm wird das Amt des Oberbürgermeisters mit Leidenschaft ausfüllen“, so der Landrat, der gleichzeitig bedauerte, dass der Landkreis nun auf den tüchtigen Landtagsabgeordneten Henry Schramm verzichten müsse.

Die Hand zu vertrauensvoller Zusammenarbeit reichte auch Personalratsvorsitzender Helmut Heinrich dem neuen Chef im Kulmbacher Rathaus. Schramm seinerseits kündigte eine konstruktive Zusammenarbeit nicht nur mit seinen persönlichen Mitarbeitern, sondern mit allen Kräften der Stadt Kulmbach wie dem Stadtrat, den Kirchen, Vereinen und nicht zuletzt den Unternehmen.

In seiner Antrittsrede erinnerte Schramm daran, dass gewaltige Aufgaben zu bewältigen seien: Fast 72 Millionen Euro Schulden drückten auf den Stadtsäckel, außerdem gebe es großen Investitionsbedarf bei den städtischen Straßen und bei der Abwasserbeseitigung. Um diese und andere schwierige Aufgaben zu meistern, reiche er den politisch Verantwortlichen in Stadt, Landkreis und Regierungsbezirk die Hand zur Zusammenarbeit.

Ein dickes Lob verteilte Schramm an die Vertreter der Kulmbacher Unternehmen: „Kulmbacher Firmen machen Karriere“, so Schramm. Er nannte beispielhaft die Firmen Glen Dimplex, die Kulmbacher Brauerei, IREKS, Raps und Töpfer für den wirtschaftlichen Erfolg, auf den die Stadt aufbauen müsse.

Sein Dank galt auch seiner Vorgängerin im Amt des Oberbürgermeisters, Inge Aures, die 12 Jahre an der Spitze der Stadt Kulmbach gestanden hatte. Er respektiere aber ihre Entscheidung, nicht an der Amtseinführung teilzunehmen und bot eine Verabschiedung in würdevollem Rahmen an. Neidlos erkenne er an, dass sich das äußere Erscheinungsbild der Großen Kreisstadt in ihrer Amtszeit positiv verändert habe und wünschte der ehemaligen Oberbürgermeisterin alles erdenklich Gute, Glück, aber vor allem Gesundheit, um ihre Zukunft zielstrebig und bewusst gestalten zu können.

Zuvor hatte Schramm den Tag der Amtseinführung als „einen ganz außergewöhnlichen Tag für mich und meine Familie“ genannt und sich für die Unterstützung bei seiner Familie bedankt. Offen bekannte er, dass sein Herz beim Sprechen der Eidesformel „in diesem sehr bewegenden Augenblick laut geklopft“ habe. Dennoch überwiege – trotz aller Anspannung – die Freude auf eine neue Aufgabe, wenngleich er ehrlicherweise zugab, dass ihm die Landtagsarbeit viel Spaß gemacht habe und ihm das Aufhören nicht leicht gefallen sei.
Dennoch läge eine spannende Herausforderung und ein neuer Weg vor ihm mit dem großen Ziel, „das Wohl der Stadt zu mehren“, so Schramm weiter.

Im Anschluss an die Amtseinführung lud der neue Oberbürgermeister die Gäste zu einem Imbiss in das Foyer der Stadthalle. Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde hatte die Stadtkapelle Kulmbach mit ihrem Dirigenten Thomas Besand gesorgt und lautstarken Applaus für ihren exzellenten Auftritt erhalten.