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Kulmbach ist nicht Duisburg

Der Leiter der Stadtverwaltung Uwe Angermann ist überzeugt: "Wir haben bei unserem Sicherheitskonzept für die Bierwoche alle Eventualitäten berücksichtigt."


Kulmbach ist nicht Duisburg und die Kulmbacher Bierwoche ist nicht mit der Love Parade zu vergleichen.

Weder was die Anzahl der Besucher angeht noch was das Sicherheitskonzept betrifft. Uwe Angermann, Leiter des Hauptamtes und geschäftsleitender Beamter der Stadt Kulmbach jedenfalls hat ein gutes Gewissen, wenn er an die Besucherströme denkt, die ab Samstag die Kulmbacher Innenstadt und vor allem den Zentralparkplatz mit dem Bierstadel heimsuchen werden.

Für Angermann, der selbst Jahre lang Chef der Abteilung für Sicherheit und Ordnung war, hat die Stadt Kulmbach gegenüber Duisburg einen großen Vorteil: Sie hat Erfahrung mit der Bierwoche, kennt die Besucherzahlen und hat ein über Jahre gewachsenes und immer weiter verbessertes Sicherheitskonzept.

Untersuchungen über die zu erwartenden Besucherzahlen und die Sicherheit gehen schon auf das Jahr 2000 zurück, als er noch im Bauamt saß und Wolfgang Sandler für die Sicherheit und Ordnung im Rathaus zuständig war, berichtet Angermann. Schon damals lautete die gesetzliche Auflage, Gefahren "für Leib, Leben und Gesundheit" der Besucher zu vermeiden. Damals habe es noch wesentlich mehr Stände im Umfeld des Bierstadels und auf den umgebenden Straßen gegeben. Das Sicherheitskonzept und eine "Personenabfluss-Anlyse" habe den ein oder anderen Stand aus diesem Bereich verbannt, um die Fluchtwege freizuhalten.

In der Analyse habe ein Ingenieurbüro untersucht, wohin die Menschen im Gefahrenfall flüchten können. "Vom Zentralparkplatz können die Leute im Bedarfsfall sternförmig in alle Richtungen flüchten: Hin zur Grabenstraße, zur Sutte, durch die Durchgänge in Richtung Webergasse oder in Richtung Kloster- und Buchbindergasse. Wir haben daher bewusst in diesen Bereichen Einbauten nicht zugelassen und die Straßen freigehalten", sagt Angermann.

Bis zu 10.000 Besucher halten sich nach Einschätzung der Stadt Kulmbach und der Organisatoren gleichzeitig zur Kulmbacher Bierwoche in und im Umfeld des Bierstadels auf. Das Sicherheitskonzept besagt: Im Gefahrenfall können die Menschen sternförmig in alle Richtungen flüchten.

Viel Erfahrung mit dem Traditionsfest


Die Bierwoche hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, es sind Schankstellen im Umfeld hinzugekommen und die Besucherzahlen sind gestiegen. Gleichzeitig sei aber in enger Kooperation zwischen Polizei, den Rettungskräften, den Ordnungsämtern von Stadt und Landkreis und dem Veranstalter Kulmbacher Brauerei das Sicherheitskonzept weiter entwickelt und verbessert worden. Während bei der Unglücks-Love-Parade in Duisburg über eine Million Besucher verzeichnet wurden, gehen die Sicherheitsexperten beim Bierfest von maximal 10 000 Menschen aus, die sich zur gleichen Zeit im Bierstadel und im Umfeld aufhalten.

Davon entfallen allein 4500 Gäste auf Sitz- und Stehplätze im Bierstadel. Hauptamtschef Angermann erklärt dazu, dass man erst vor zwei oder drei Jahren die Tore am Bierstadel erweitert habe, um die Fluchtwege zu verbessern. Die Tore sind während des Festbetriebs immer weit geöffnet, sodass es erst gar nicht zu Problemen mit den Ausgängen kommen kann.

Für den Ernstfall gibt es einen Alarmierungsplan für alle Rettungsdienste und Feuerwehren und für ein größeres "Gefahrenereignis" liegen Pläne vor, um die gesamte Innenstadt abzusperren. "Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet", sagt Angermann und hebt hervor, dass die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sehr gut sei, auch wenn Änderungen notwendig sind. "In Duisburg hat man sich über Sicherheitsbedenken einfach hinweggesetzt, weil man das Großereignis in der Stadt haben wollte. Wir reagieren auf jede Kleinigkeit, um erst gar nicht nur den Hauch einer denkbaren Gefahr stehen zu lassen", versichert der Verwaltungsleiter des Rathauses und verweist auf das jüngste Beispiel, die neu gestalteten Abgänge zu den Toiletten beim Eissalon Caputti: "Da müssen wir etwas machen, dass die Leute sich nicht auf die Brüstung setzen und hinabstürzen können."

Als positiv für die Sicherheit bei des Bierfestes bewertet Angermann auch die Tatsache, dass - dank der guten Kontakte von Oberbürgermeister Henry Schramm - die Kulmbacher Polizei wieder von einer etwa 20 Mann starken Gruppe der Bereitschaftspolizei unterstützt wird. "Das wird von vielen Gästen sehr positiv gesehen, die Beamten vermitteln ein Gefühl der Sicherheit", sagt Angermann. Hinzu komme, dass die Kulmbacher Brauerei für den Zentralparkplatz und den Bierstadel sowie die Stadt für den Bereich des Jugendtreffs an der Stadthalle zusätzlich Sicherheitsdienste im Einsatz haben. "Die helfen sich - wenn nötig - gegenseitig." Und das BRK, die Malteser und die Feuerwehr seien auch vor Ort vertreten.

Angermann lässt keinen Zweifel daran, dass das Sicherheitskonzept für die Bierwoche stimmt. "Wir haben viel Erfahrung mit dieser Veranstaltung. Das ist nicht zu vergleichen mit Duisburg, wo ich manche Entscheidung nicht verstehen kann", sagt der Sicherheitsexperte.

Quelle:
- Frankenpost vom 30.07.2010
- Fotos: Fölsche/Archiv

www.frankenpost.de
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