 Führung durch AdventsausstellungIn einer Ausstellung auf der Plassenburg zeigt das Landschaftsmuseum Obermain Kunst und Kuriosa aus seinem Depot. Gemälde, Mobiliar, Gebrauchs-gegenstände und selbst ein "Liebesbarometer" sind vom 18. Dezember an in der Hofstube zu sehen.
Probesitzen im Damensalon aus dem 19. Jahrhundert: Helmut Völkl, Leiter des Tourismus und Veranstaltungsservice der Stadt Kulmbach und Museumsleiterin Dr. Astrid Fick haben sich vor der Eröffnung der Ausstellung in der Großen Hofstube umgeschaut.  Seit vielen Jahrzehnten schenken Kulmbacher Bürger dem Landschaftsmuseum Obermain allerlei alte Dinge von unterschiedlichem Wert, die der Nachwelt erhalten bleiben sollten. Viele Spenden landeten im Depot und blieben auf diese Weise unentdeckt. Jetzt werden sie "gehoben". Die Stadt Kulmbach zeigt "Kunst und Kuriosa" aus ihren Museumslagerstätten erstmals in einer Sonderausstellung, die vom 18. Dezember bis zum 12. Februar in der Großen Hofstube der Plassenburg zu sehen sein wird. "Die Ausstellung ist eine lebendige Begegnung mit der Kulmbacher Vergangenheit.", sagt Oberbürgermeister Henry Schramm und lädt jetzt schon alle Interessierten ein, sich Kulmbachs verborgene Schätze zu betrachten.
"Das Landschaftsmuseum verfügt über viele Exponate, die man gar nicht ständig zeigen kann und die ihr Dasein überwiegend im Depot fristen", informiert Museumsleiterin Dr. Astrid Fick. Sie ist derzeit dabei, die vielen Ausstellungsstücke zu sichten und zu katalogisieren. Viele einzigartige, schöne, besondere oder auch einfach nur kuriose Dinge haben Dr. Fick und ihre Kollegen dabei entdeckt. "Wir haben uns überlegt, diesen vielfältigen und zum Teil auch ganz amüsanten Dingen, die sonst im Regal schlummern, einmal eine eigene Ausstellung zu widmen. Aus Stroh, Holz und Stoffresten mussten sich Gefangene auf der Plassenburg Schuhe herstellen.  In der Tat: Amüsant ist so einiges, was die Ausstellungsbesucher erwartet. Irgendwann vor langer, langer Zeit hat einmal ein Kulmbacher den riesigen Rückenwirbel eines Wals in seine Heimat geschleppt. Er landete ebenso im Museum wie das "Liebesbarometer" aus dem 19. Jahrhundert, mit dem wohl auch damals schon scherzhaft Gefühle "gemessen" worden sind.
Aber auch Dinge mit durchaus ernstem Hintergrund liegen in den Vitrinen. Aus Zeiten, als die Plassenburg als Gefängnis diente, sind Schuhe erhalten geblieben, die sich Gefangene aus Stroh, Holz und Stoffresten fertigten, weil es für sie keine richtigen Schuhe gab. Und auch alle möglichen sonstigen Alltagsgegenstände, bei deren Erschaffung pure Not die Gefangenen zur Improvisation zwang, sind Teil der Ausstellung. Appetit auf mehr
Vornehmer geht es in dem in Blautönen gehaltenen Damensalon aus dem 19. Jahrhundert zu. Das Mobiliar ist irgendwann gespendet worden. Wessen Salon es einst schmückte, ist leider nicht mehr bekannt. Mehr weiß man da schon über die Gemälde und Gebrauchsgegenstände aus der Familie Gummi, deren längst aus Kulmbach verschwundener Name noch heute über ihre Stiftung wirkt.
Helmut Völkl vom TuV ist überzeugt, dass die Exponate eine öffentliche Ausstellung verdient haben. Um möglichst viele Kulmbacher auf die Burg zu locken, habe man sich entschlossen, schon vorher mit einigen Exponaten im "Fritz" dem Publikum Appetit auf mehr zu machen. Exponate im "Fritz" machen Lust auf mehr
Unter anderem eine Puppenstube aus dem Jahr 1910, ein Schaukelpferd, auch "Hätschagaul" genannt, oder eine alte Schreibmaschine werben als Waren aus längst vergangenen Zeiten derzeit im Einkaufszentrum "Fritz". Die Exponate in der Mall sollen neugierig machen auf eine weit größere Sammlung von Kulmbacher Schätzen, die vom 18. Dezember bis 12. Februar im Landschaftsmuseum Obermain auf der Plassenburg zu besichtigen sein. Unter dem Titel "Kunst & Kuriosa" erwartet den Besucher in der Großen Hofstube ein umfangreicher Einblick in Kulmbachs Schätze, die sonst im Museumsdepot ruhen. Im Fundus des Museums befinden sich neben wertvollen Kunstwerken auch Alltagsgegenstände, technische Geräte und Kuriositäten. Einen Vorgeschmack auf die Sammlung gibt die Mini-Ausstellung im "Fritz".
Quelle: - Frankenpost vom 15.12.2011 - Fotos: Burger |