Willkommen in Kulmbach - Die Markgrafenstadt mit Flair & der heimlichen Hauptstadt des Bieres
Kulmbach - Die Markgrafenstadt mit Flair

Leidenschaft für Bier und Briefmarken

"KUBRIA 2010"

Bei der Philatelisten-Ausstellung zeigt Hartmut Scholz seine ausgefallene Sammlung. Der Rödentaler hat sich im Laufe der Zeit ein enormes Wissen angeeignet – und hält sogar Vorträge bei Brauereien.


Stolz präsentiert Hartmut Scholz aus Rödental einen Kartenbrief der Berliner Paketfahrt-Aktiengesellschaft aus dem Jahre 1897, der die gesundheitsfördernde Wirkung des Kulmbacher Bieres bestätigt.

Stolz präsentiert Hartmut Scholz aus Rödental einen Kartenbrief der Berliner Paketfahrt-Aktiengesellschaft aus dem Jahre 1897, der die gesundheitsfördernde Wirkung des Kulmbacher Bieres bestätigt.

Was es nicht alles gibt: In dem afrikanischen Staat Tonga wird mit Briefmarken vor den Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums im Straßenverkehr gewarnt!

Die skurrilen und exotischen Motive befinden sich im Besitz von Hartmut Scholz. Der Sammler aus Rödental bei Coburg lässt das Foyer der Dr.-Stammberger-Halle zu einem philatelistischen Brauereimuseum werden. Seine Exponate aus aller Herren Länder sind Teil der Kulmbacher Briefmarkenausstellung (Kubria), mit der der Verband oberfränkischer Briefmarkensammlervereine (V.O.B.) am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen feiert. Gekommen sind Hunderte von Philatelisten.

Die „Die Biographie des Bieres“ von Hartmut Scholz summiert sich zu einem facettenreichen und farbenfrohen Bild über das Genussmittel Bier. Briefmarken und Ganzstücke, worunter man in Philatelistenkreisen Postkarten und Briefumschläge mit Stempelvermerken versteht, zeigen alte Zunftzeichen, sind wie ein Spaziergang durch die Jahrtausende alte Geschichte der Bierherstellung,
gewähren Einblick in den Produktionsprozess des Gerstensaftes und die Brauwirtschaft, künden von „Freud und Leid eines´Biertrinkers“, wie der 67-Jährige einen Teil seiner Sammlung überschrieben hat.

Die Freundschaft zu einem Brauereibesitzer, der ebenfalls Mitglied im Briefmarkensammelverein von Rödental ist, hat den Briefmarkensammler, der seit vier Jahrzehnten mit Leidenschaft seinem Hobby frönt, auf das Thema gebracht. „Ich habe mir das ganze Wissen über den Gerstensaft autodidaktisch angeeignet. Inzwischen halte ich sogar Vorträge bei Brauereien“, erzählt der Rödentaler mit dem Faible für das Bier.

Stolz präsentiert er einen Kartenbrief der Berliner Paketfahrt-Aktiengesellschaft aus dem Jahre 1897, der die gesundheitsfördernde Wirkung des Kulmbacher Bieres bestätigt.

Kontakte bis nach Shanghai


Wie gelangt Scholz an die mitunter seltenen Stücke? „Ich tausche mit anderen Liebhabern, suche im Internet und pflege eine Brieffreundschaft mit einem Franzosen, der im chinesischen Shanghai lebt und ebenfalls Marken zum Thema Bier sammelt.“

Beim Betrachten seiner Exponate erkennt man, dass sich das Hobby „Briefmarken“ nicht nur darin erschöpft, Marken zu sammeln und in einem Album aufzubewahren. „Als Philatelist dringt man tiefer in die Materie ein, beschäftigt man sich mit der Herstellung und Ausführung von Marken, mit Briefen, Drucksachen, Portostufen und Postkarten“, erklärt Dieter Simon, Präsident des V.O.B. aus Presseck.

Insgesamt 55 Aussteller, darunter 17 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland präsentierten in Kulmbach´ihre Schätze. Die Palette reichte von klassischen Ländersammlungen über postgeschichtliche Überblicke bis hin zu thematischen Ausstellungen.

Den Teilnehmern ging es aber auch darum, gute Bewertungen zu erringen. Konzentriert und mit geschultem Blick beurteilten die Schiedsrichter die Sammlungen. Dabei nahmen sie unter anderem die Beschaffenheit der Exponate sowie die Aufmachung der Sammlung und deren inhaltliche Entwicklung eingehend unter die Lupe. Die Briefmarkenfreunde mit den besten Sammlungen wurden mit Medaillen und Preisen geehrt.

Beim Gang durch die Ausstellung wurde deutlich, dass die Beschäftigung mit diesem Hobby auch dazu beiträgt, den geistigen Horizont zu weiten. Auf diese Erkenntnis zielt auch der Schirmherr der Ausstellung, Oberbürgermeister Henry Schramm in seiner Begrüßung ab. Briefmarken vermittelten Botschaften, zeigten berühmte Persönlichkeiten sowie die Schönheiten der Flora und Fauna. „Seit 170 Jahren sind sie die kleinsten Kulturbotschafter dieser Welt“, sagte Schramm.

Kulmbacher Postkarten


Auch ein Kulmbacher, der erkrankt ist, trug zum Gelingen der Ausstellung bei: Herbert Löffler. Seine Postkarten zeigen das alte Kulmbach vor 100 Jahren, machen die Veränderungen im Stadtbild deutlich.

Eine philatelistische Kostbarkeit vermacht der Vorsitzende des Landesverbandes der Bayerischen Philatelistenvereine, Ludwig Gambert aus Hammelburg dem Landschaftsmuseum Obermain. In dem 160 Jahre alten Brief, den er Oberbürgermeister Henry Schramm überreicht, bestätigt das Polizeikommissariat Kulmbach auf der Plassenburg den Empfang von einem Gulden für einen Zwangsarbeiter aus Gerolzhofen.

Briefmarken haben Zukunft


„Haben die Briefmarken im Internetzeitalter eine Zukunft?“. Diese Frage geistert durch so manchen Kopf. Der Oberbürgermeister beantwortet sie mit einem klaren „Ja!“, denn, so Schramm: „Ein handgeschriebener Brief ist die kultivierteste Form der Kommunikation.“

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 06.12.2010
- Foto: stö.

www.infranken.de