 Markgraf mit hängendem Lid"Schenkung"
Zwei Gemälde von Alexander von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth und seiner Frau Friederike zieren das Hohenzollern-Museum.
Bilder des Markgrafen Alexander und seiner Frau sind ein Geschenk des Ehepaares Horst Lochner und Ursula Lemke.  „Es gibt keine Freude, die sie sich nicht gegenseitig machen; mit großer Liebe umarmen sie dann einander, küssen einander wie zwei Tauben; sehr lieben sie sich, gefallen sie einander.“ Wie gern hätte Markgraf Alexander von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth mit seiner Auserwählten dieses Schicksal (beschrieben in Jean de Meuns „Wache ich nicht? Nein, sondern ich träume: Pygmalion“) geteilt. Doch es wurde ihm ein anderes zuteil: Friederike Caroline von Sachsen-Coburg.
„Ein glückliches Ehepaar waren sie nicht“, so Dr. Johannes Erichsen, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, bei der Übergabe der Bilder im Hohenzollern-Museum auf der Plassenburg. Der Markgraf, ein Schöngeist, wurde verbandelt mit einer häuslich-konservativstarren Frau. Dass diese Verbindung nicht glücklich war, erklärt sich von selbst.
Im Hohenzollern-Museum kann sich der Besucher von nun an selbst ein Bild von dem ungleichen Paar machen. Als Dauerleihgabe der Stiftung Oberfränkische Geschichte hängt es in der ursprünglichen Rahmung und Verglasung nebeneinander. Warum hängt das Augenlid?
Zwei Portraits, zwei Kabinettstücke für das herrschaftliche Familienalbum der Hohenzollern. Der Markgraf mit hängendem Augenlid – ob es wohl auf den Genuss von Fliegenpilz zurückzuführen ist, fragt sich Dr. Johannes Erichsen. Und die werte Gemahlin, etwas realistischer im Detail. Die Portraits sind Pastellbildnisse, gemalt von Friedrich Gotthard Naumann (1750 – 1821), einem Dresdner Maler. Der Bayreuther Horst Lochner hat die Portraits bei einer Auktion im Jahr 2000 erworben. „Der Markgraf Alexander war mir sympathisch.“ Ein Mann seiner Zeit sei er gewesen.„Sein Bäumchen-wechsel-Dich-Spielmit den Frauen allerdings, naja“, soLochner , der die Gemälde später der Stiftung schenkte.
Die Portraits sind neben einem Blechschild, das einst auf das preußische Territorium hinwies, und einem Gipsrelief von Friedrich Wilhelm III. die neuesten stolzen Errungenschaften des Museums.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 11.12.2010 - Foto: cw |