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Mega-Party vor der stillen Nacht

"Massenansturm"

Zum „Heiligen Frühschoppen“ kamen wieder hunderte Kulmbacher in die Obere Stadt, um Freunde zu treffen und sich auf die Weihnachtsfeiern in der Familie einzustimmen.


Dicht gedrängt feierten die Besucher des Heiligabend-Frühschoppens in der Oberen Stadt.

Der „Heilige Frühschoppen“, wie die Kulmbacher die Mega-Christmas-Party in der Oberen Stadt nennen, war wieder ein Magnet für die Jungen und Junggebliebenen. Hunderte kamen in die Obere Stadt, um sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen.

„Der Frühschoppen ist auf jeden Fall eine Bereicherung für Kulmbach. Von überall her kommen Menschen, die sich mal wieder treffen und die gemeinsam Spaß haben wollen. Das ist eine gute Sache, die weit über Kulmbach hinaus bekannt ist“, sagte Oberbürgermeister Henry Schramm. Für ihn ist der „Heilige Frühschoppen“ eine lieb gewonnene Pflicht – wie für viele andere auch.

Mit Kind durchs Gewühl


Natürlich haben vor allem die Jugendlichen ihren Spaß an dem Massenauflauf, aber auch viele, die sich jung fühlen, lieben den Frühschoppen. Holger Vießmann (41) war früher schon mit von der Partie, seit zwei Jahren schleppt er seinen Sohn Jakob mit durchs Gewühl. „Ich bin schon seit bestimmt 20 Jahren immer beim Heiligen Frühschoppen, erst allein oder mit Freunden, jetzt mit der Familie. Das gehört einfach dazu. Man trifft sich halt mit Freunden und Bekannten.“

So wie Vießmann geht es vielen. Unter den Partygästen sind viele Mittvierziger, Fünfziger und Sechziger. Auch Susi Krauß (42) und Gerlinde Rosa (44) feiern ausgelassen mit. „Wir haben Sekt mitgebracht“, erzählen sie, denn so ist es schon immer Tradition für die beiden.

Stephanie Pannek (29) stammt aus Kulmbach, lebt inzwischen aber in München. Sie ist extra wegen des Heiligen Frühschoppens mit ihrem Freund Reinhard Wallner (32) in die Obere Stadt gekommen. „Das ist toll, weil man die ganzen alten Freunde wieder trifft. Das ist einfach schön“, schwärmt Stephanie Pannek. Schon Wochen vor dem Heiligen Frühschoppen hat sie ihre Oma beauftragt, für das Ereignis ihren Lieblings-Weihnachtsglühwein zu besorgen. „Die Oma hat mir eine ganz Kiste gekauft“, sagt Stephanie, die sich zum Aufwärmen eine Thermoskanne mit dem dampfenden Getränk mitgebracht hat.

Auch ihr Freund ist begeistert. „Ich fahre dann abends zu meiner Familie nach Pegnitz. Und am ersten Feiertag treffen wir uns wieder“, erzählt er.

Richtig Spaß haben auch die ganz Jungen. Johanna Hattig (16) ist mit ihrer Schwester und mit Freunden auf dem Frühschoppen, und sie ist begeistert. „Das hat doch Tradition, das gehört einfach dazu“, findet Johanna.

„Die Veranstaltung ist gut besucht, obwohl das Wetter ein bisschen blöd ist. Ich finde es einfach schön, Leute zu treffen und gesellig zu sein. Man kann hier den vorweihnachtlichen Stress vergessen“, schwärmt auch Christian Deml (26).

Letzte Geschenke und Glühwein


Als Einstimmung auf die Bescherung betrachten Nadine Reif (19) und Lisa Weiß (18) den Frühschoppen. Die beiden Mädels sind über und über mit Geschenken bepackt, haben schon gegenseitig Gaben ausgetauscht. Doch ausgepackt werden die Sachen erst zu Hause unterm Weihnachtsbaum. „Nach dem Treff in der Oberen Stadt trinken wir vielleicht noch im Winterdorf einen Glühwein, und dann gehen wir heim. Wir wollen ja Weihnachten noch erleben“, erzählt Nadine Reif.

Bescherung schon am Morgen


Weniger streng sehen Andreas Schütz (28), Ramona Fluck (30), Jörg Puchta und Piero Minutella (33) die Sache mit dem Alkoholkonsum. Sie haben einen Tisch unweit der Bar ergattert und wollen Party, Party, Party. „Wir haben die Bescherung sicherheitshalber schon mal vorverlegt – auf heute früh gleich nach dem Aufstehen“, erzählt Ramona Fluck.

Natürlich gab es einige Jugendliche, die betrunken waren. Doch zu schlimmen Exzessen kam es laut Kulmbacher Polizei nicht. Die meisten Besucher des Heiligen Frühschoppens nutzten einfach die Mega-Party, um alte Bekannte zu treffen und um lieben Freunden und Menschen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, frohe Weihnachten zu wünschen.

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 27.12.2010
- Foto: so.

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