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Metropolregion schlägt nicht durch

"Wirtschaft"

Die Unternehmen in Stadt und Landkreis Kulmbach haben hohe Erwartungen an die Zusammenarbeit. Mit dem Ist-Zustand sind die wenigsten zufrieden.


"Die Kulmbacher Wirtschaft erwartet von der Metropolregion Nürnberg vor allem, dass sie gemeinsame Interessen gegenüber der Politik vertritt." So hat Michael Möschel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums Kulmbach, jetzt die Ergebnisse einer Befragung zusammengefasst, die die IHK für Oberfranken Bayreuth unter oberfränkischen Unternehmen durchgeführt hat.

Grundsätzlich findet die Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion Nürnberg (EMN) Zustimmung. In Stadt und Landkreis Kulmbach bewerten allerdings nur 21 Prozent der befragten Unternehmen (Oberfranken: 27 Prozent) sie positiv, 5 Prozent negativ. 74 Prozent geben eine neutrale Bewertung ab. Besser bewertet wird die Zusammenarbeit vor allem in Bayreuth, Lichtenfels und Forchheim. Schlechter fällt die Bewertung nur im Landkreis Wunsiedel aus. "Hier bestätigt sich , dass die Leidenschaft zur Metropolregion mit der Entfernung nach Nürnberg abnimmt", betont IHK-Bereichsleiter Standortpolitik Wolfram Brehm.

Als wichtigste Aktivitäten der Metropolregion für die Kulmbacher Unternehmen werden neue Geschäftskontakte, Info-Veranstaltungen, die Standortwerbung, Kooperationsprojekte und der Ausbau des VGN-Verbundgebiets genannt.

"Wirtschaft ist Schwungrad der Metropolregion"


Weniger Bedeutung misst die heimische Wirtschaft dagegen Messeauftritten, Unternehmerreisen, der leichteren Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Tagungen bei.

"Diese Aktivitäten sind jedoch für viele Unternehmen nicht greifbar: 55 Prozent der befragten Unternehmen im Wirtschaftsraum Kulmbach geben an, dass sie die Aktivitäten der EMN kaum nutzen, 34 Prozent nutzen sie nie", so Brehm. Auch bei dieser Bewertung liegt Kulmbach deutlich hinter dem oberfränkischen Schnitt.

Die Erwartungen der Kulmbacher Wirtschaft an die Metropolregion Nürnberg sind dennoch hoch. Vor allem im Bereich der Interessenvertretung glaubt man, dass die Metropolregion Vorteile bringen kann. So hoffen die befragten Unternehmen auf eine bessere Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber der Politik in Bund, Land und EU (61 Prozent), eine bessere Positionierung Nordbayerns im Vergleich zum Großraum München (58 Prozent), den beschleunigten Ausbau der Infrastruktur (26 Prozent) sowie eine verbesserte kommunale Zusammenarbeit bei Gewerbegebieten, der touristischen Vermarktung oder der Standortwerbung (23 Prozent).

Geht es nach dem Willen der Kulmbacher Unternehmen, soll die Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion verstärkt vorangetrieben werden. 56 Prozent der befragten Unternehmen äußern sich in dieser Richtung, nur 11 Prozent raten dazu, ausschließlich auf eigene Stärken zu setzen.

"Kooperation und Vernetzung wird in der Wirtschaft groß geschrieben. Es ist daher einleuchtend, dass unsere Unternehmen auch die Zusammenarbeit der Kommunen innerhalb der Metropolregion Nürnberg befürworten. Die Wirtschaft kennt keine Bezirksgrenzen", so Michael Möschel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums Kulmbach.

Gerade im Bereich der Interessenvertretung sei es wichtig, gemeinsam mit Partnern aufzutreten, um in München, Berlin oder Brüssel besser wahrgenommen zu werden. Die Struktur der Metropolregion gebe den Unternehmern die Möglichkeit, sich etwa über die sechs Fachforen oder über die Kammern persönlich einzubringen. "Die Wirtschaft versteht sich als Schwungrad der Metropolregion und will dieses Thema nicht alleine der Politik überlassen", so Möschel.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen laut Möschel auch, dass die Metropolregion ihre Leistungen besser kommunizieren muss. "Es gibt in der Metropolregion viele Aktionen und Projekte, von denen Unternehmen ganz konkret profitieren können. Diese Angebote müssen die Unternehmen aber auch erreichen", meint Möschel.

Quelle:
- Frankenpost vom 28.12.2009

www.frankenpost.de