 Neues Leben im alten „Passamt“"Stadtrat"
Nach dem Bierfest beginnt die Sanierung des Hauses Buchbindergasse 5. Dort zieht unter anderem das Fremdenverkehrsbüro ein. Insgesamt investiert die Stadt 2,65 Millionen Euro.
Nach dem Bierfest beginnt die Sanierung des ehemaligen „Passamtes“. In das markante Gebäude mit dem „Sparer“ an der Fassade sollen ein Architektur- und ein Ingenieur-Büro, das Stadtarchiv und vor allem das Fremdenverkehrsbüro einziehen.  Hoch oben an der Fassade des markanten Gebäudes hat seit Jahrzehnten eine symbolische Figur ihren Platz. Der „Sparer“ erinnert daran, dass in dem Haus einst die Stadtsparkasse untergebracht war.
Vielleicht hat man sich bei der Stadt Kulmbach den sparsamen Unbekannten zum Vorbild genommen. Zwar soll die Umgestaltung des Gebäudes an der Ecke Buchbindergasse/Grabenstraße 2,65 Millionen Euro kosten. Die Stadt hat jedoch nur einen Eigenanteil von 800.000 Euro zu schultern. Der Rest kann aus Zuschüssen finanziert werden.
So kommen 500.000 Euro aus Mitteln der Wirtschaftsförderung. Der Zuschuss der Städtebauförderung beträgt 592.000 Euro und der Zuschuss der Oberfrankenstiftung 712.000 Euro. Seit sieben Jahren leer
Das Haus, das nach der Sparkasse das städtische Einwohnermeldeamt beherbergte (und deshalb bei den Kulmbachern auch kurz „Passamt“ heißt), steht seit sieben Jahren leer. Nun soll es mit neuem Leben erfüllt werden.
In die erste und zweite Etage werden ein Architektur- und ein Ingenieur-Büro einziehen. In das Untergeschoss und in das Dachgeschoss zieht das Kulmbacher Stadtarchiv ein, für das man schon lange nach einer neuen Bleibe sucht. Zum einen sind die Räume in der Bauergasse zu klein. Zum anderen ist es längst nötig, modernen Erfordernissen des Brandschutzes und des Dokumentenschutzes Rechnung zu tragen, um das „Gedächtnis der Stadt“ gut zu schützen.
Vor allem aber profitiert vom Umbau der Buchbindergasse 5 das städtische Fremdenverkehrsbüro, das im Frühling nächsten Jahres von den engen Räumen in der Dr. Stammberger-Halle in die großzügig angelegte ehemalige Schalterhalle der Sparkasse umzieht und damit für die Gäste der Stadt noch einfacher erreichbar ist.
Früher als geplant kann mit der Sanierung begonnen werden. Bereits nach dem Bierfest soll es losgehen. Der Stadtrat genehmigte in seiner gestrigen Sitzung deshalb außerplanmäßige Ausgaben mit einer Gesamthöhe von 2,65 Millionen Euro – die auf dem Weg über die Zuschüsse zum Teil wieder herein geholt werden sollen.
Auch die ersten konkreten Aufträge wurden schon vergeben. „Es ist erfreulich, dass wir sehr viele Aufträge an Kulmbacher Firmen vergeben konnten“, so Oberbürgermeister Henry Schramm. Aufträge vergeben
Seine Auflistung zufolge erledigt die Rohbau- und Abbrucharbeiten die Firma Vogel, Unterzettlitz (496.000 Euro). Die Dachdeckerarbeiten führt die Firma Münster aus (98.000 Euro), Fenster und Türen liefert die Thurnauer Firma Spielbühler (264.500 Euro). Zum Preis von 292.000 Euro wird die Firma Kunz und Strobel die Elektro-Arbeiten ausführen. Die Heizungsanlage baut die Firma Hermannsdörfer (109.000 Euro). Weitere Aufträge gehen an die Firmen Beszczynski, Kulmbach, Lutz, Thurnau und Schmitt, Coburg.
Insgesamt sollen, wie der Oberbürgermeister erläuterte, die jetzt vergebenen Arbeiten 43.400 Euro weniger kosten als ursprünglich veranschlagt. Auch hier hat man sich offensichtlich die Figur des Sparers zum Vorbild genommen.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 23.07.2010 - Foto: Katrin Geyer |  | |  |