 Partystimmung hilft beim Geschäft"Wirtschaft"
Die Kulmbacher Bierwoche ist für viele Unternehmen eine sehr gute Gelegenheit, Netzwerke aufzubauen. Firmen laden Kunden und Lieferanten ein, um Kontakte zu vertiefen und die Stadt vorzuzeigen.
Es sieht so aus, als sei die Kulmbacher Bierwoche zum Feiern und Trinken gemacht. Gut, in erster Linie ist das ja auch so. Doch wer genauer hinsieht merkt, dass hier intensiv Kontakte gesucht und vertieft werden, an Netzwerken geknüpft wird.
Der Wärmepumpenhersteller Glenn Dimplex nutzt jeden Tag, um Mitarbeiter und rund 400 Kunden und Lieferanten zur Bierwoche einzuladen, sagt Geschäftsführer Clemens Dereschkewitz. Schließlich sei die Bierwoche das "Hauptevent" in der Stadt und zu dem wolle man einfach einladen.
Der Hintergedanke: Kunden und Lieferanten lernen sich kennen, die Lieferanten hören, was Kunden brauchen, die Kunden werden enger ans Unternehmen gebunden. Und die Bierwoche sei eine gute Gelegenheit, den Geschäftspartnern Kulmbach und fränkische Bierkultur zu vermitteln, ergänzt Dereschkewitz.
Natürlich zahlt sich die Gastfreundschaft nicht unmittelbar aus. "Das ist mehr eine Imagegeschichte" und ein Engagement auf menschlicher Ebene. Doch so funktioniere Netzwerken nun einmal, sagt Dereschkewitz. Glenn Dimplex nutzt die Bierwoche zur Kontaktpflege schon seit Jahren, und will dies auch weiterhin tun: "Obwohl das Bierfest langsam an seine Grenzen stößt", sowohl was die Tischkapazität im Stadel als auch die Hotelzimmer in der Stadt betrifft. "Wir haben jetzt schon das Problem, Hotelzimmer für unsere Gäste für das nächste Jahr zu bekommen."
Als ein Fest der Kommunikation bezeichnet Dr. Helga Metzel von der Kulmbacher Brauerei die Bierwoche. Das fröhliche Fest biete an allen Tagen die Möglichkeit, wichtige Kontakte zu politischen Mandatsträgern, Vertretern der Stadt, des Landkreises, der Region bis hinauf in die Ebene des Freistaats Bayern zu knüpfen.
"Natürlich laden wir zur Bierwoche besonders gern auch unsere Kunden und Lieferanten ein", sagt Metzel und stellt fest: "Wer einmal ein gepflegtes Bier miteinander getrunken hat, hat auch gleich einen ganz anderen Draht zueinander." So ist die Bierwoche natürlich für die Brauerei ein ebenso wichtiger wie willkommener Anlass, bestehende Netzwerke zu festigen oder auch neue zu knüpfen.
Geschäfte am Biertisch? Das gehöre dagegen ins Reich der Legenden, ist Christian Malessa, Pressesprecher der Firma Raps, sicher. Dafür seien die Geschäfte zu komplex, "das schaffen Sie nicht am Biertisch".
Doch auch der Gewürzhersteller lädt Kunden, zu denen eine enge Beziehung besteht, zur Kulmbacher Bierwoche ein. Die Stadt sei schließlich für gutes Bier und die Bierwoche bekannt. So biete es sich an, auch internationale Gäste zur Bierwoche einzuladen. "Das ist für unsere Gäste auch ein Erlebnis, das sie nicht vergessen." "Das ist für unsere Gäste ein einmaliges Erlebnis"
Nicht nur auf geschäftlicher, auch auf politischer Ebene wird das Bierfest in Kulmbach zur Kontaktpflege genutzt. Politische Entscheidungsträger aller politischen Ebenen und Freunde der Stadt würden gerne zum Bierfest eingeladen, so Pressesprecher Simon Ries.
Quelle: - Frankenpost vom 31.07.2009 |