 Provisorium bleibt auf Dauer"Umgestaltung"
Der Stadtrat entschied gestern, dass die Verkehrsführung am Kriegerdenkmal beibehalten und für die Fußgänger beim Hotel Ertl eine zusätzliche Überquerungshilfe gebaut wird.Die provisorische Verkehrsführung am Kriegerdenkmal wird eine Dauerlösung: Der Stadtrat entschied gestern mit 15:13 Stimmen, nicht mehr zur alten Regelung zurückzukehren. Also bleibt auch der Fußgängerüberweg bei der Einmündung der Friedhofstraße.  Die neue Verkehrsführung beim Kriegerdenkmal hat in den vergangenen Monaten für erhebliche Diskussionen in Kulmbach gesorgt. Gestern Abend zog der Stadtrat einen Schlussstrich unter die Probephase und entschied, aus dem Provisorium einen Dauerlösung zu machen.
Der Beschlusses fiel mit 15:13 Stimmen denkbar knapp aus. Zustimmung gab es bei der CSU (5), bei der SPD (4), bei den Grünen/Offene Liste (3) und bei der WGK (3).
Für die Gegner der neuen Regelung meinte Dieter Heckel (CSU): „Man sollte die in Kulmbach ohnehin schon komplizierte Verkehrsführung nicht noch schwieriger machen. Wir sind in Kulmbach und nicht in Schilda.“ Durch die Neuregelung habe er Staus bis zur Schauer-Kreuzung beobachtet, da an einer Haupteinfallstraße zur Stadt ein Nadelöhr geschaffen worden sei.
Auch WGK-Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Hermann Hofmann plädierte dafür, zur alten Verkehrsführung zurückzukehren. „Ich habe selbst einige Male im Stau gestanden.“ Helmut Breitenfelder (SPD) sprach sich im Interesse der Sicherheit ebenfalls gegen die Neuregelung aus. Man könne die Situation nicht mit dem Holzmarkt vergleichen, am Kriegerdenkmal und beim Hotel Ertl werde nicht Schritttempo gefahren.
Ganz anders sah dies Volker Wack (GOL). Man müsse so weit kommen, dass die Verkehrsteilnehmer – wie am Holzmarkt – Rücksicht nehmen. Dafür solle die Kreuzung auch optisch der Situation am Holzmarkt angeglichen werden, und für die Sicherheit der Fußgänger sei beim Hotel Ertl eine Verkehrsinsel als zusätzliche Überquerungshilfe notwendig. Hans Werther (SPD) betonte, dass es früher auch Staus gegeben habe und die jetzigen Behinderungen wohl eher mit der Baustelle in der Wilhelm-Meußdoerffer-Straße zu tun hätten. Wichtig sei für ihn, dass der neue Fußgängerüberweg an der Einmündung der Friedhofstraße von den Schülern sehr gut angenommen werde.
Und Hans-Dieter Herold (GOL) stellte fest, dass sich Polizei und Stadtbusunternehmer Schütz ebenfalls für die neue Verkehrsregelung ausgesprochen hätten: „Das sollte uns einen Ruck geben.“
„Wir haben heute interessante Koalitionen“, kommentierte der CSU-Fraktionsvorsitzende Wolfram Brehm die Diskussion und gab sich wie 2. Bürgermeister Stefan Schaffranek, der die Sitzung für den erkrankten Oberbürgermeister Henry Schramm leitete, als Befürworter der neuen Verkehrsführung zu erkennen.
Schaffranek, der sich für die sachliche Diskussion bedankte, erläuterte, dass der endgültige Umbau der Kreuzung im Herbst erfolgen wird. Im Hinblick auf Altstadtfest und Bierwoche sowie die Sicherheit werde jedoch die Fußgängerinsel schon in Kürze erstellt.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 26.06.2009 - Foto: Gabriele Hänseler |  | |  |