 Ratlosigkeit bei den drei Verlierern„Wir können uns das nicht erklären.“Die Tourismus-Serviceleiterin der Stadt Kulmbach, Tonja Süsser, hat die schlechten Zahlen zum Anlass genommen, bei Hotels und Gasthöfen nachzufragen – dort sei man zufrieden und habe im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen wahrgenommen. „Vielleicht hat das schlechte Wetter viele Radfahrer abgeschreckt, letztes Jahr hatten wir enormen Zuspruch.“ Insofern hofft sie, dass wetterunabhängige Angebote wie die Museenlandschaft auf der Plassenburg wieder mehr Touristen in die Stadt ziehen.
Auch die größte Übernachtungsstätte in Wirsberg, der „Reiterhof“, ist von den schlechten Zahlen für den Luftkurort überrascht: „Wir hatten sogar Zuwächse“, sagt Inhaber Frank Eckert.
Wenige Kilometer weiter jedoch spricht Liane Goller Tacheles. Die Chefin des Gasthofs „Drei Kronen“ in Marktschorgast spricht von „haarsträubenden“ Einbrüchen bei den Gästezahlen: „Wir haben im Monat vielleicht noch drei oder vier Übernachtungen“, sagt sie. Vielleicht verirre sich noch der eine oder andere Reisende aus Skandinavien von der Autobahn bei ihr. Die Zeiten, als Arbeiter auf Montage oder Berliner, die ihre nach Oberfranken verzogene Verwandtschaft besucht haben, die Zimmer des Gasthofs dauerbelegt haben, sind vorbei. „Vieles, wofür früher Mitarbeiter vor Ort sein mussten, wird heuer übers Internet erledigt“, sagt Goller. Und: Die Bautätigkeit in der Region nehme weiter ab.
Auch Urlauber vermisst sie in Marktschorgast: Die jüngere Generation ist ihrer Meinung nach an der Region nicht mehr so interessiert. Und auch die Festspiele in Bayreuth werfen nicht viel für sie ab – „weil Wolfgang Wagner nicht mehr ist.“ Liane Goller würde sich wünschen, dass die Gemeinde mehr Werbung macht – beispielsweise mit dem Goldbergsee.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 01.09.2010 |