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Rendezvou smit dem Abendsegler

"Batnight"

Trotz kühler Temperaturen pilgerten hunderte Gäste zur Fledermausnacht auf die Plassenburg und erlebten nach Einbruch der Dunkelheit ein beeindruckendes Schauspiel.


Fledermausnacht auf der Plassenburg

Lucy (links) und Melissa basteln mit den Betreuern des Landkreisspielmobils eine lustige Fledermauslaterne.

Kühle Temperaturen und Regenschauer – die Voraussetzungen für die „Batnight“ auf der Plassenburg waren alles andere als ideal. Dennoch folgten wieder hunderte Kinder und Erwachsene der Einladung der Kreisgruppe Kulmbach des Landesbunds für Vogelschutz – und sie wurden belohnt, denn sie bekamen tatsächlich zahlreiche Fledermäuse zu sehen.

Nach Einbruch der Dunkelheit schwirrten sie durch das Christiansportal. „Das war ein großes Erlebnis. Denn man konnte die Fledermäuse nicht nur mit dem Bat-Detektor hören, sondern sie auch sehen, wie sie dann durch die Tore hinausflogen“, zeigte sich Fledermausexperte Erich Schiffelholz vom Landesbund für Vogelschutz beeindruckt von dem nächtlichen Schauspiel.

Eindeutig am etwas schmatzend klingenden Ruf identifiziert werden konnte die seltene große Abendsegler-Fledermaus, und auch die kleinen Zwergfledermäuse konnten Kinder und Erwachsene bestaunen. Ihr Körper ist gerade einmal so groß wie ein Daumen, aber sie bringen es auf eine Flügelspannweite von 18 bis 24 Zentimetern.

Erich Schiffelholz

Erich Schiffelholz erzählte den Besuchern Wissenswertes über das Leben der Fledermäuse.

Zehn Arten leben auf der Burg


Insgesamt umschwirrten mindestens vier verschiedene Fledermausarten die staunenden Besucher. Auf der Plassenburg leben sogar zehn verschiedene Arten, erläuterte Schiffelholz den staunenden Gästen. Die Fransenfledermaus, die Zwergfledermaus, die Zweifarbenfledermaus, das Große Mausohr, das Braune und das Graue Langohr, die Bechsteinfledermaus, die Mopsfledermaus und der große und der kleine Abendsegler sind in den Gemäuern zu Hause. Nach Einbruch der Dunkelheit gehen die Fledermäuse auf Jagd und schnappen Insekten. Eine nur sieben Gramm schwere Fledermaus vertilgt pro Tag etwa 500 Insekten und kleine Schmetterlinge. Im Laufe des Sommers muss jede Fledermaus ein Drittel ihres Körpergewichts an Nahrung zu sich nehmen. „Nur dann können die Fledermäuse den Winter überstehen.“

Bei seinen Vorträgen in der Burgkapelle erklärte Erich Schiffelholz mit beeindruckenden Bildern alles Wissenswerte über die Säuger, die man sonst so schwer zu Gesicht bekommt. Dabei gab es Bilder aus der Wochenstube der Fledermäuse zu sehen: Bei der Geburt sind sie kaum größer als eine Biene.

Heute haben es Fledermäuse nicht leicht, machte Karin Günther aus Stadtsteinach mit ihrer Familie in einem Schattenspiel deutlich. Denn Fledermäuse sind durch die Zivilisation bedroht. So ist es für sie schwer geworden, geeignete Quartiere zu finden.

Blick ins Winterquartier


Auf der Plassenburg fühlen sie sich wohl. In den Kellern können sie ungestört überwintern. Die Besucher durften am Samstag einen Blick in die Keller der Burg werfen. Denn zur Zeit sind die Winterquartiere noch leer.

Der Landesbund für Vogelschutz informierte mit einem Infostand über die verschiedenen Fledermaus-Arten. Erika und Ludwig Münch stellten Nisthilfen vor. Insgesamt gibt es weltweit 1100 bekannte Fledermausarten, die Flughunde eingerechnet. In Bayern sind 23 Arten heimisch.

Das Landkreis-Spielmobil sorgte dafür, dass die Batnight für die Jüngsten zu einem schönen Erlebnis wurde, und verkürzte die Wartezeit bis zum Einbruch der Dunkelheit. Die Kinder bastelten Fledermaus-Laternen und konnten sich bei vielen Spielen zum Thema vergnügen. Bei einem Quiz testeten sie schließlich ihr Wissen.

Quelle:
- Bayerische Rundschau vom 30.08.2010
- Foto: so

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