 Ruhe an der Raucherfront"Bierwoche"
Die meisten Besucher finden sich damit ab, dass sie zum Rauchen vor die Stadltore müssen.
Bierfest-Organisationschef Michael Schmid (links) und Schanktechniker Wolfgang Müller haben am Sonntagmorgen im Bierstadl auf dem Zentralparkplatz die „Rauchen verboten“-Schilder angebracht.  Es ist schon eine mehr als kuriose Randerscheinung auf der 61. Kulmbacher Bierwoche. Der bayerische Gesetzgeber wollte es so, dass am Samstag zum Auftakt im Stadl auf dem Zentralparkplatz noch nach Herzenslust gequalmt werden konnte. Nur 24 Stunden später war im Freistaat Bayern das strikte Nichtraucherschutzgesetz in Kraft getreten mit der Folge, dass fortan auch das Zelt eine rauchfreie Zone war.
Zwei Tage später zieht Organisationschef Michael Schmid im Gespräch mit der Bayerischen Rundschau eine positive Zwischenbilanz. Das Konzept der Kulmbacher Brauerei, auf die Vernunft der Besucher zu setzen, habe sich ausgezahlt. Speziell am Sonntagabend habe es zwar noch einige Diskussionen mit Rauchern gegeben, die sich offenbar mit dem neuen Gesetz noch nicht so recht anfreunden konnten. Doch schon am Montag zum Tag der Gastronomen habe sich die Lage spürbar beruhigt. „Natürlich kommt es hin und wieder vor, dass jemand mit einer Zigarette im Mund in den Stadl marschiert. Dann sprechen ihn unsere freundlichen Bedienungen oder die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes an, und dann entschuldigen sich die Leute, machen ihre Kippe aus oder gehen raus, um weiter zu rauchen“, so Schmid.
Er habe den Eindruck, dass die allermeisten Bierfestbesucher Verständnis aufbringen: „Die wissen ja auch, dass wir als Brauerei nicht für das neue Gesetz können.“ Hausverbot droht
Er gehe davon aus, dass sich die Leute im Laufe der Zeit an das Rauchverbot gewöhnen werden. „Als wir vor etwa zehn Jahren das Krugpfand einführten, gab es am Anfang auch einen Riesenaufschrei. Heute ist es das Selbstverständlichste von der Welt, keiner regt sichmehr auf“, meint Schmid. Er glaube nicht, dass die Brauerei einmal in die Verlegenheit kommen werde, gegen einen notorischen Raucher die Höchststrafe „Hausverbot“ zu verhängen.
Es ist also ruhig an der Raucherfront im Stadl: „Das einzige, was noch raucht, ist die Nebelmaschine.“
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 04.08.2010 - Foto: Dietmar Hofmann |