 Schnee bringt KundenDer Kulmbacher Einzelhandel ist zum größten Teil mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden.
Weihnachtsstress oder Einkaufsspaß? Bei Tanja und Verena Blinniger aus Kupferberg und Stammbach scheint das Zweite zuzutreffen. Diesen Eindruck vermitteln die beiden jedenfalls beim Einkaufen der letzten Weihnachtspräsente in Kulmbachs Fußgängerzone. Den Einzelhandel freut's, denn angesichts guter Konjunkturaussichten gönnen sich die Menschen zum Fest schon mal etwas Besonderes.  Der Einzelhandel in Bayern zieht positive Bilanz des Weihnachtsgeschäftes. "Unsere hohen Erwartungen haben sich voll und ganz erfüllt", meint der Geschäftsführer des Handelsverbandes Bayern, Bernd Ohlmann, der das Umsatzplus von 2,5 Prozent gegenüber des Vorjahres auf die gute wirtschaftliche Entwicklung zurückführt, in eine Pressemitteilung. Wir wollten wissen, wie ist das Weihnachtsgeschäft in Kulmbach gelaufen. Fest steht, ob bei Elektrogeräten, Spielsachen, Sportgeräten oder Lebensmitteln - der Kunde setzt auf Qualität statt Quantität.
Mario Herzog von Elektro Grass in der Albert-Ruckdeschel-Straße in Kulmbach bestätigt den positiven Trend: "Es ist sehr, sehr gut gelaufen. Besser als in den letzten beiden Jahren." Der Renner zum Weihnachtsfest sind 3 D-Fernseher, weiß der Fachverkäufer. "Die Leute achten wieder auf Qualität, bevorzugen deutsche Hersteller", berichtet er. Und weiter: "Viele Familien beschenken sich gerade vor Weihnachten selbst, investieren in neue Küchengeräte wie Herd oder Spülmaschine", hat Mario Herzog beobachtet. Die Menschen kaufen Qualität
Einzelhändlerin Diana Katz vom Modeladen Katz & Katz ist nicht ganz so euphorisch. "Wir sind zufrieden, können aber keine Steigerung zum Vorjahr feststellen", erläutert sie. Auf Grund der kalten Witterung wurden heuer vor allem Mützen, Hüte und Schals als Geschenk gekauft, so die Inhaberin.
Der frühe Wintereinbruch war für Intersport Leithner in der Albert-Ruckdeschel-Straße geschäftlich ein "weißer Segen". "Es ist einfach toll gelaufen", freut sich Mitinhaber Rainer Röhlich. Er erzählt, dass mit dem Schnee die Kunden geballt kamen. "Es ging die Post bei uns ab", sagt er und lacht. Der Trend beim Schenken geht von der Skiausrüstung bis hin zum Heimtrainer. "Die Leute wollen für ihr Geld Qualität", hat auch der 52-Jährige festgestellt.
Alexandra Hofmann von der Parfümerie Benker am Kressenstein ist mit den Umsätzen der vergangen Woche zufrieden. "So wie es aber vom Einzelhandelsverband dargestellt wird, ist es nicht. Man muss es regional sehen", meint die Inhaberin. Sie weiß: "Die Menschen kauften heuer gezielt. Bei uns zum Beispiel Düfte edler Marken. Natürlich gibt es auch die ewigen Sucher", weiß Hofmann.
Sie würde sich wünschen, dass die Stadt Aktionen, die den Einzelhandel betreffen, wie zum Beispiel XXL-Samstage, eher beschließen und öffentlich machen würde. Klappern gehört eben zum Handwerk", sagt sie.
Der Geschäftsführer des Real-Marktes in Kulmbach, Roman Höchtl schwärmt: "Es ist sehr gut gelaufen, durch die schlechten Straßenverhältnisse hatten wir zwar einen kleinen Einbruch - den haben wir aber wieder aufgeholt", sagt Höchtl.
Das Kaufverhalten der Kunden ist gezielt. "Sie wissen was sie wollen", hat der Geschäftsführer festgestellt, der selbst mit in den Verkaufsräumen Hand anlegt. "Gerade bei Spielsachen gehen Markenwaren über den Ladentisch". Sich zum Fest etwas Gutes tun
Auf dem Lebensmittelsektor hat Roman Höchtl bemerkt, dass gerade an Weihnachten sich die Menschen selbst was Gutes tun und nicht auf den Preis schauen. Auch bei den Spirituosen ist zu bemerken, dass zu Markenartikeln gegriffen wird. "Der Kunde belohnt sich für das vergangene Jahr selbst, zum Beispiel mit einem guten Cognac oder Whisky", so der Fachmann, der mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden ist.
Quelle: - Frankenpost vom 24.12.2010 - Foto: Fölsche |