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Seltene Münzen im Landschaftsmuseum

Das Landschaftsmuseum Obermain kann sich über eine wertvolle Sammlung seltener Münzen freuen. Josef Gardill, Hobby-Archäologe aus Hollfeld, hat dem Museum die Exemplare als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Die insgesamt neun Münzen sind für die frühe oberfränkische Münzgeschichte ein sehr gutes Zeugnis.

Seltene Münzen im Landschaftsmuseum

Auf dem Bild begutachten Prof. Dr. Wolfgang Protzner, OB Henry Schramm und Josef Gardill die seltenen Stücke.

Seit seiner Jugendzeit streift Josef Gardill mit offenen Augen über frisch geackerte Felder, sucht nach den Hinterlassenschaften der Menschen, die vor uns gelebt haben. Das reicht von Werkzeugen steinzeitlicher Jäger über Funde aus der Römerzeit bis hin zu Hinterlassenschaften des Mittelalters und der Neuzeit.
Als erfolgreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege entdeckte er zahlreiche neue Fundstellen und stellte dabei viele einschlägige Funde, darunter auch Münzen, sicher.

„Münzen erzählen Geschichte und Geschichten“, betonte OB Henry Schramm im Beisein von Stadtrat Prof. Dr. Protzner und Kreisheimatpfleger Dieter Schmudlach bei der Präsentation der Sammlung auf der Plassenburg.
Denare, Pfennige, Groschen, Heller und Batzen ermöglichten einen kleinen Einblick in die heimische Münzgeschichte und damit auch in die Wirtschaftsgeschichte vergangener Zeiten. Dass Josef Gardill seine Funde nicht zuhause aufbewahre, sondern seine Münzen der Öffentlichkeit zur Verfügung stelle, zeuge von einem vorbildlichen Bürgersinn, dankte der OB dem Spender für die noble Geste.

Absolute Raritäten der Sammlung sind ein mittelalterlicher Denar des Herzogs Heinrich des II. aus der Zeit um 995 und ein Pfennig des Bischofs Ekbert von Andechs, der von 1203 bis 1237 Bischof im Fürstbistum Bamberg war.

Die Münzen sind ausgestellt in dem Raum für Vor- und Frühgeschichte im 2. Obergeschoss des Landschaftsmuseums Obermain.

Ein Dankeschön sprach OB Schramm auch an Kreisheimatpfleger Dieter Schmudlach aus, der nicht nur den Kontakt zu Herrn Gardill pflegt, sondern sich auch insgesamt mit großem Engagement um die archäologische Abteilung des Museums kümmert.

Mehr Informationen gibt es auf den Internetseiten www.landschaftsmuseum.de im Archäologischen Lexikon unter ‚"Münzen schlagen".

Wert des Geldes

In Bayern konnte man um 1300 für einen Pfennig zwei Pfund Rindfleisch, zehn Eier oder zwei Liter Bier kaufen, für zwei Pfennig ein Huhn oder einen Liter Wein. In Dresden betrug im Jahre 1466 der Tagelohn eines Maurers oder eines Zimmermanns 3 Groschen.

Info Josef Gardill

Josef Gardill lebte früher auch in Hutschdorf, jetzt wohnt er in Hollfeld.
Er ging in die Lehre bei Günther Hofmann, Kirchenmaler und Restaurator (Stadtheimatpfleger Hollfeld) und zwar in zweifachem Sinne:
- Die Ausbildung zum Kirchenmaler schulte auch sein Auge.
- Seine Meister weckte in ihm die Liebe zur heimischen (Vor-)Geschichte.
- Heute arbeitet er in Bayreuth als Bühnentechniker beim Festspielhaus

Funde von überregionaler Bedeutung

Während es sich sonst meist nur um steinzeitliche Geräte oder Abfall von der Werkzeugproduktion und vorgeschichtliche Keramik (Tonscherben) handelt, sind die an das LMO übergebenen Funde von überörtlicher Bedeutung.

- So traf er im Sommer 2005 am Rande einer Befestigung oberhalb von Loch, Stadt Hollfeld, auf einen spätrömischen (kaiserzeitlichen) Fundkomplex, den er dankenswerterweise 2006 dem Landschaftsmuseum als Leihgabe zur Verfügung stellte.

- Zwischen Plankenfels und Nankendorf konnte er sich 2007 beim Absuchen eines steinzeitlichen Fundplatzes über den Fund eines silbernen Denars freuen, der unter Herzog Heinrich II. (dem Zänker) während seiner 2. Regierungszeit (985-995) in Regensburg geprägt wurde.

- Nach einem Wegebau unterhalb des Plankensteins bei Plankenfels fand er 2006 zwei frühe, in Bamberg geprägte Münzen, u. a. des Bamberger Bischofs Ekbert von Andechs (1203-1237).
- Auf einem alten Weg hinauf zum „Alten Hollfeld" stieß Herr Gardill in der Nähe von Schönfeld 2006 auf drei silberne Groschen sächsischer Herkunft, die aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen.

Quelle: Presseservice
vom 01.04.2009