 So haben die Steinzeitmenschen Feuer gemacht"Plassenburg"
Im Landschaftsmuseum, im Gewürzmuseum und im Zinnfigurenmuseum war jede Menge geboten.
Eifrig bastelten die Jungen und Mädchen gestern beim Familiennachmittag auf der Plassenburg Gewürzbilder und Duftsäckchen.  Mit allen Sinnen genießen, Geschicklichkeit unter Beweis stellen und sich geistige Erbauung schenken lassen – all dies und noch viel mehr offerierte der vorweihnachtliche Familiennachmittag am vierten Advent auf der Plassenburg, zu dem das Landschaftsmuseum Obermain, das Gewürzmuseum der Adalbert-Raps-Stiftung und der Familienbeirat der Stadt Kulmbach gestern eingeladen hatten. Die Veranstalter freuten sich über regen Zuspruch.
Auf der Plassenburg war viel geboten: Im Gewürzmuseum stiegen den Besuchern angenehme Düfte von allerlei Gewürzen in die Nase. Von Zimt über Ingwer und Nelken bis hin zur exotischen Macisblüte, die in der Weihnachtsbäckerei Verwendung findet, schnupperten sie an jeder Menge Gewürze aus dem reichhaltigen Fundus des Museums. Der Schnupperkurs animierte die Gäste, unter der Anleitung von Brigitte Lauterbach ihr eigenes Lebkuchengewürz zu kreieren. Nach getaner Arbeit ließen sie sich Lebkuchen und einen Weihnachtspunsch nach Großmutters Rezept schmecken.
Im Landschaftsmuseum Obermain zeigte Kreisheimatpfleger Dieter Schmudlach, wie die Steinzeitmenschen vor Tausenden von Jahren Feuer gemacht hatten: Er nahm einen Markasitstein und rieb ihn an einen Feuerstein. Funken entstanden, die er mit einem Zunderschwamm, einem Pilz, auffing. Damit entzündete er trockenes Stroh oder ein ein Stück Birkenrinde.
Unter dem Motto „Es war einmal“ entführte Brigitte Binder vom Kulmbacher Literaturverein Groß und Klein in die Welt ihrer selbstverfassten Märchen („Die Glocke auf dem Everest“ oder „Der Pflaumendieb“), während die Kinder in der museumspädagogischen Werkstatt mit Andrea Boulja eifrig Gewürzbilder und Duftsäckchen bastelten. Ralf Pöhlmann bei der Arbeit: Einmal einem Zinngießer über die Schulter blicken – der Familiennachmittag auf der Plassenburg machte es möglich.  Eine Antwort auf die Frage, wie Zinnfiguren gegossen werden, gab es im Deutschen Zinnfigurenmuseum, wo man dem Zinngießer Ralf Pöhlmann bei der Arbeit über die Schulter schauen konnte. Er goss witzige Nikoläuse, die die Besucher als bleibende Erinnerung mit nach Hause nahmen. Viel Anklang bei den kleinen Besuchern fand das Bemalen von Zinnfiguren.
3. Bürgermeister FrankWilzok hatte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Familienbeirats die Veranstaltung eröffnet. Der Nachmittag sei ein gelungener Beitrag, um die Burg und ihre Museen zu entdecken.
Quelle: - Bayerische Rundschau vom 21.12.2009 - Fotos: Stephan Stöckel |  | |  |