 Statt großer Reden gibt es MusikAuf zwei große Jubiläen kann man sich in diesem Jahr freuen: 975 Jahre Stadt Kulmbach, 875 Jahre Plassenburg. Zu diesem Anlass veranstaltet die Stadt Kulmbach mit dem Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium ein großes Konzert auf der Plassenburg. Am 20. Juli soll ein Chor den Schönen Hof zum Klingen bringen. Der Clou daran: Jeder kann mitmachen.
Eine Kooperation zwischen dem Schulchor des MGF und Laiensängern soll es werden. Jeder der Freude am Singen und Zeit für die Proben aufbringen kann, ist herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Oberbürgermeister Henry Schramm ist begeistert: "Das wird ein großartiges Erlebnis werden und es ist im Hinblick auf das Doppeljubiläum vielleicht auch schöner, wenn man statt allzu großer Reden schöne Musik hören darf." Das Ziel des Projekts ist es, ein gemeinsames Konzerterlebnis zu schaffen, an dem nicht nur die "Profis" vom Schulchor teilhaben, sondern jeder musisch Begabte seinen Teil dazu beitragen kann. Besonders für Sänger und Sängerinnen, die einmal bei einem großen Orchesterwerk mitwirken möchten, sei dies eine wunderbare Möglichkeit. Großer Erfolg wird erwartet
Für den Schulleiter des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums Hans Werner Fischer ist das Konzert ein ganz besonderes Ereignis. "Wir können als Schule aus unserem oft üblichen Inseldasein raustreten und mit der Öffentlichkeit gemeinsam etwas gestalten", sagt er. Mit dem Projekt möchte er sich auch beim Oberbürgermeister bedanken, der die Schule zu jederzeit unterstützt habe. Weiterhin garantiere er scherzhaft, die Qualität der Musik werde dem prächtigen Innenhof der Plassenburg auf jeden Fall gerecht werden. Die Projektleitung übernimmt Hubertus Baumann gemeinsam mit seiner Frau Barbara (beide Musiklehrer am MGF).  Er ist sich sicher, dass die Vorführung des berühmten Werkes "Carmina Burana" von Karl Orff ein voller Erfolg werden wird. "Die Carmina Burana ist ein Welthit und wenn eine Schule einen Welthit an einem Ort von höchstem europäischen Rang aufführen darf wie etwa der Plassenburg, dann sind das zwei große Erfolgsgaranten." Barbara Fischer kannte den Komponisten Karl Orff sogar persönlich, hat mit ihm schon geprobt und sogar auf seiner Beerdigung gesungen.
Schicksal, Liebe, Natur: Die "Carmina Burana" umfasse all diese Themen unseres täglichen Lebens und sei daher etwas ganz Besonderes. Noch interessanter sei jedoch, dass das Stück noch nie mit Laiensängern aufgeführt wurde. "Und das wird es so wohl auch nie wieder geben", sagte Oberbürgermeister Schramm. Dabei sollen die Laien die ursprüngliche und klanglich reizvollere Orchesterfassung des Werkes interpretieren. Interessierte sollten deswegen aber nicht in Ehrfurcht erstarren: "Grundsätzlich kann jeder mitmachen. Es gibt schwere und auch leichte Parts. Das Stück ist für so ein Vorhaben sehr gut geeignet", sagt Hubertus Baumann.
Die ersten beiden Proben werden sogenannte "Anreißproben" sein. Hier wird sich herausstellen, was der Schulchor und was die Laiensänger übernehmen werden. Die Generalprobe findet schon einmal auf der Plassenburg statt. Projektleiter Baumann kann noch nicht einschätzen, wie viele Menschen sich schließlich anmelden werden. Er hofft auf 50 Teilnehmer und mehr. Besonders männliche Stimmen werden gebraucht. Wer skeptisch ist, kann sich das Stück schon vorher zu Gemüte führen: Der Schulchor spielt Teile des Werks bereits am 22. und 23. April um 19 Uhr in der Stadthalle. Ab 1. März beginnt der Kartenvorkauf. Interessierte Sänger können sich direkt im Sekretariat oder über die Website des MGF anmelden.
Quelle: - Frankenpost vom 22.02.2010 |  | |  |