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Tausendmal schöner als Fußball-Tröten

"Landeswettbewerb"

Am Wochenende war Kulmbach erfüllt vom Klang der Jagdhörner. 1000 Bläser formierten sich gestern am Marktplatz zu einem imposanten Abschlusskonzert.


1000 Bläser formierten sich gestern am Marktplatz zu einem imposanten Abschlusskonzert.

Ein imposantes Bild bot sich zum Abschluss des 26. bayerischen Landeswettbewerbs im Jagdhornblasen: Rund 1000 Bläser formierten sich auf dem Marktplatz zu einem riesigen Ensemble.

Ob Oberhacken, Petrikirche, Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium oder Marktplatz – die Bierstadt war am Wochenende erfüllt vom Klang der Hörner. Beim 26. bayerischen Landeswettbewerb im Jagdhornblasen, an dem sich 54 Gruppen aus Bayern, Schleswig Holstein, Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik beteiligten, wurde geblasen, was dasZeug hielt. Der wuchtige, majestätische Klang der Instrumente zog Alt und Jung in seinen Bann.

Ein imposantes Bild bot sich am Sonntagabend zum Abschluss der Veranstaltung: Rund 1000 Bläser formierten sich auf dem Marktplatz zu einem riesigen Ensemble, das lautstark den Hubertusgruß intonierte. Die Ehrengäste, allen voran der Schirmherr der Veranstaltung, Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, sein Vater, der Dirigent Enoch zu Guttenberg, MdEP Monika Hohlmeier, Landrat Klaus Peter Söllner und Oberbürgermeister Henry Schramm, waren geradezu berauscht von dem grandiosen Klangkörper.

Appell an die Jagdgegner


Überwältigt vom Anblick der vielen Jagdhornbläser in ihrer schmucken Tracht richtete Enoch zu Guttenberg einen leidenschaftlichen Appell an alle Jagdgegner. „Wenn sie dieses Bild sehen würden, dann würden sie erkennen, dass man nicht gegen die Jagd polemisieren kann“, sagte er.

Ein Klanggenuss war die Hubertusmesse am Samstagabend in der vollbesetzten Petrikirche.

Ein Klanggenuss war die Hubertusmesse am Samstagabend in der vollbesetzten Petrikirche.

Auch Dekan Hans Roppelt war am Vorabend beim ökumenischen Hubertusgottesdienst in der Petrikirche beim Klang der Hörner ins Schwärmen geraten. Gedanklich schlug er einen ironischen Bogen zu einem anderen, von vielen als nervtötend empfundenen Instrument: „Jagdhörner sind etwas ganz Besonderes. Sie sind tausendmal schöner als diese seltsamen Fußball-Tröten aus Südafrika.“ Die ungewohnten Töne, von denen Dekan Jürgen Zinck in seiner Begrüßung sprach, harmonierten vorzüglich mit dem voluminösen Orgelklang, den Kirchenmusikdirektor Ingo Hahn seinem Instrument entlockte.

Beeindruckend das Klangspektrum der Parforcehornbläser Kulmbach unter der Leitung von Florian Losert, die heuer ihr 50-jähriges Bestehen feiern: Mal forsch schmetternd, feierlich ernst oder unerwartet romantisierend elektrisierten sie dieZuhörer in dem Gotteshaus. Musikanten aus Coburg, Lichtenfels, Mellrichstadt und Stadtsteinach unterstützten denBläserchor des Kulmbacher Jagdschutz- und Jägervereins bei seinem Konzert.

Dekan Roppelt gedachte in seiner Predigt des Schutzpatrons der Jäger: Dem heiligen Hubertus soll bei einem seiner Jagdausflüge in den Ardennen zwischen denGeweihstangen eines Hirsches plötzlich ein leuchtendes Kreuz erschienen sein, woraufhin er sich von einem wilden, zügellosen Jäger zu einem verantwortungsbewussten, die Schöpfung achtenden Priester gewandelt habe.Der katholische Geistliche ermunterte die Zuhörer, sich für den Erhalt der Schöpfung einzusetzen: „Wir sind nicht der allmächtige Macher, sondern Teil der Schöpfung Gottes.“ Weiter betonte er, dass der Mensch ebenso wie das Wild immer wieder Schonzeiten brauche. Das sind für den Dekan die Sonn- und Feiertage, die nicht zum Arbeits- und Einkaufstag verkommen dürften, sondern dazu dienen, Kraft zu schöpfen und sich Zeit zu nehmen für die Besinnung.

Gestern wetteiferten die bayerischen Bläsergruppen im Oberhacken und auf dem MGFG-Gelände in verschiedenen Wertungsklassen umden Titel des Landessiegers. Die elf Wertungsrichter hatten ein waches Ohr, und mit anspruchsvollen Stücken wie dem Jägerchor aus Karl-Maria von Webers „Freischütz“ mussten die Bläsergruppen zeigen, wie es um ihr Können bestellt ist. Einen 9. Platz belegten die Parforcehornbläser Kulmbach in der Wertungsgruppe „Es“ mit 520 Punkten und freuten sich über eine Auszeichnung in Gold.

Die Kinderwaren hingerissen von Falkner Beppo Popp ausWunsiedel und seinem Wanderfalkenweibchen „Sue“.

Die Kinderwaren hingerissen von Falkner Beppo Popp ausWunsiedel und seinem Wanderfalkenweibchen „Sue“.

Ein attraktives Rahmenprogramm rund um die Jagd und das Jagdhornblasen erfreute nicht nur die Waidmänner. Die Kinder konnten in der Dr.-Stammberger-Halle süße Jagdhundwelpen streicheln. Auf dem Zentralparkplatz präsentierten zwei Falkner ihre Vögel. Ausstellungen informierten über den Wald und seine Tiere, die Hege des Wildes und die Naturschutz-Aufgaben, die die Jäger erfüllen.

Beim Empfang im Rathaus sagte OB Schramm, dass die Jagd ein unverzichtbarer Teil Bayerns sei. Er bezeichnete die Jagd als sinnvoll und notwendig, denn sie erfülle einen gesetzlichen Auftrag zum Erhalt der Artenvielfalt und einer gesunden Tierwelt.

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