 Urlaubstraum SchwedenstegWohnmobilisten aus ganz Deutschland loben den Kulmbacher Stellplatz. Im Gespräch mit der Frankenpost nennen die Reisenden die zentrale Lage als Pluspunkt und erzählen über ihr individuelles Lebensgefühl auf vier Rädern.
Mit dem Mega-Wohnmobil nach Kulmbach: Bernd Eichler und Lydia Mikus aus Höxter in Nordrhein-Westfalen loben den Stellplatz am Schwedensteg. Von dort unternehmen sie gerne Radtouren.  Am ersten Tag seines Ruhestandes setzte sich Bernd Eichler hinter das Steuer seines zehneinhalb Meter langen amerikanischen Wohnmobils und fuhr einfach los. "Seitdem bin ich jedes Jahr von April bis Oktober unterwegs. Es war immer mein Traum", erzählt der 72-Jährige aus Höxter in Nordrhein-Westfalen. Seine diesjährige Tour hat ihn von Brandenburg über Halle an der Saale zum ersten Mal nach Kulmbach geführt. Vom Stellplatz am Schwedensteg ist Eichler begeistert.
"Bernis Dreamhome" steht in großen Lettern am Heck des riesigen Wohnmobils. "Für amerikanische Verhältnisse ist das noch klein", erklärt Bernd Eichler zu seinem Traumhaus auf vier Rädern. Er liebt die üppige Ausstattung im Reisemobil. "Wenn man tagein, tagaus unterwegs ist, dann soll es schon ein bisschen gemütlich sein", sagt der 72-Jährige. Ein separates Schlafzimmer, Küche und WC sind in dem drei Meter breiten Gefährt zu finden. Gastank und Solaranlage machen die Reisenden autark.
Gemeinsam mit seiner Frau Lydia Mikus ist er mit dem Fahrrad von Kulmbach aus schon nach Bayreuth und Bad Staffelstein gefahren. "Hier ist man schnell im Biergarten", schmunzelt sie. Neben Essen gehen und Einkaufen wollen die beiden auch die Plassenburg erkunden.
"Stellplätze liegen sonst oft weit außerhalb der Städte", lobt der Westfale die zentrale Lage des Schwedenstegs. Die Stadt erbittet pro Wohnmobil eine freiwillige Zahlung von drei Euro täglich in einen Spendenkasten. "Der Platz wäre mehr Geld wert", ist sich Eichler sicher. An vielen Stellplätzen in Deutschland gebe es Automaten und Schranken und höhere Gebühren.
Für ihn kein Wunder, dass derzeit abends der 25 Reisemobile fassende Parkplatz komplett belegt ist. Kulmbach gehe mit sehr gutem Beispiel voran, um Touristen anzusprechen. "Viele Städte haben erkannt, dass die Wohnmobilisten nicht nur Dreck dalassen, sondern ein wichtiger Faktor für den Fremdenverkehr sind", sagt der 72-Jährige.
Zeitschriften und Reiseführer für Wohnmobile empfehlen den Kulmbacher Stellplatz. So sind neben Bernd Eichler auch Helmut und Beate Milde aus Berlin auf den Schwedensteg aufmerksam geworden. Entspannt sitzen die beiden auf ihren Liegestühlen im Schatten mit einem guten Buch zur Hand. Nach ihrer ersten Übernachtung in Kulmbach schwärmen sie schon vom touristischen Angebot: "Der Platz ist toll. Für drei Euro am Tag ein Top-Platz. Wir sind sicher nicht zum letzten Mal hier", sagt der 57-Jährige.
Auch die nahe liegende Bahn stört die Großstädter nicht. "Das ist fast wie Vogelgezwitscher, wenn man an einer achtspurigen Straße in Berlin lebt", schmunzelt Helmut Milde. Jedes Jahr unternehmen die beiden im eigenen Wohnmobil eine Urlaubstour durch Deutschland. "Nachdem wir im Norden regelrecht abgesoffen sind, war jetzt wieder Franken dran", sagt der Urlauber, der die vielfältige fränkische Bäcker-, Metzger- und Braukunst besonders schätzt.
Am Stellplatz in Kulmbach treffen die Berliner Gleichgesinnte aus ganz Deutschland. Auch Franzosen, Italiener und Engländer haben am Fuße der Plassenburg ihr Reisemobil geparkt, berichtet Beate Milde. "Immer mehr Ausländer verreisen mit dem Wohnmobil nach Deutschland", sagt die Berlinerin.
Seit sechs Tagen befinden sich Werner und Ursula Frohnhofer aus München auf ihrer Frankentour. Bamberg, den Main, Würzburg, Kronach und Coburg wollen die Oberbayern sehen. Doch jetzt ist Kulmbach dran. "Die letzte Nacht haben wir auf dem Stellplatz bei der Mönchshof-Brauerei verbracht und sind im Biergarten eingekehrt", erzählt der 56-Jährige. Jetzt genießt er mit seiner Frau die Wohnmobil-Idylle am Schwedensteg.
"Wir schauen uns die Stadt und die Sehenswürdigkeiten an, gehen essen und kaufen ein. Wenn wir mit unserem Wohnmobil unterwegs sind, dann haben wir Zeit", sagt Ursula Frohnhofer. Anders als in München genießen die beiden unterwegs den Einkaufsbummel. "Oft fahren wir freitags mit dem Wohnmobil übers Wochenende weg. Das ist wie ein kleiner Urlaub", ergänzt ihr Mann.
Im Wohnmobilclub erzählen die Frohnhofers dann über ihre Erlebnisse. Diesmal wird in München auch der Schwedensteg ein Thema sein.
Quelle: - Frankenpost vom 23.08.2011 - Foto: Linß |  | |  |