 Werbefeldzug lässt die Händler kalt"Einkaufsstadt"
Dass die Konkurrenz aus Bamberg mit großen Plakaten um die Gunst der Kulmbacher buhlt, sieht "Unser Kulmbach" gelassen. Der heimischen Vereinigung fehlt es allerdings selbst an Geld für eine solche Kampagne.
Die "Einkaufsstadt Bamberg" hat es mit ihrer Werbekampagne auch auf die Gunst der Kulmbacher Kunden abgesehen.  Oberfrankens Oberzentren "wildern" immer öfter in fremden Revieren. Derzeit macht Bamberg mit Großplakaten in Kulmbach auf sich aufmerksam - in dem Bestreben, ein gutes Stück vom hiesigen Weihnachtsbudget in die Domstadt zu holen. "Bamberg - Deutschlands schönstes Kaufhaus" steht auf den Plakaten, die mit bestechenden Bildern von "Klein Venedig" locken. Und noch eins satteln die Bamberger drauf: Mit dieser Kampagne werben sie nicht nur in ganz Nordbayern für ihre Innenstadt, sondern im Verbund mit Hallstadt und dem Einkaufsgebiet Laubanger auf der "grünen Wiese". Auf die Bamberger Initiative reagieren Kulmbachs Händler mit Gelassenheit: "Es scheint Bamberg nicht besonders gut zu gehen, wenn sie das nötig haben", kommentiert der Vorsitzende der Händlervereinigung "Unser Kulmbach", Uwe Windisch, die Werbeaktion der Nachbarstadt.
Auch Bayreuth und Coburg haben in Kulmbach bereits für sich geworben. Jetzt ist - zum zweiten Mal in Folge - Bamberg in der Stadt präsent und lockt mit Bildern und der Aussage, Deutschlands schönstes Kaufhaus zu sein. Bamberg hat die Zeichen der Zeit erkannt. Große und neue Einkaufszentren in Erlangen und Schweinfurt, dazu die unmittelbare Nähe zum Ballungsraum Nürnberg. Die Stadt muss sich positionieren und auch neue Allianzen finden, wenn sie im Konzert der "Großen" weiter mitspielen will. Bislang einmalige Allianzen geschmiedet
Das Bamberger Stadtmarketing, organisiert in einer eigenen Gesellschaft, hat es jetzt geschafft, bislang einmalige Allianzen zu schmieden. Wer sich vorher noch eher nicht grün war, sitzt nun in einem Boot. Gemeinsam schultern die Bamberger Innenstadthändler, die Gewerbetreibenden im Laubanger und die Stadt Hallstadt die teure, aber Aufsehen erregende Kampagne in ganz Nordbayern und positionieren sich so gegen die Mitbewerber.
50 bis 80 Kilometer Radius rund um die Stadt hat Bamberg sich als interessantes Marktgebiet herausgepickt und von dort sollen Kunden und Käufer angelockt werden. Kulmbach liegt innerhalb dieses Rings und damit ist die Stadt auch Ziel für Werbemaßnahmen aus der Nachbarstadt. Ein bisschen "neidvoll" schaut auch Uwe Windisch von "Unser Kulmbach" auf die Kampagne der Bamberger: "Die haben halt das Geld, solche Werbung zu machen, wir nicht." Hoffen auf Einigkeit der Händler
Trotzdem sieht Windisch die Kampagne unaufgeregt: "Die Frage ist doch, wer liest solche Werbung. Über deren Wirkung bin ich mir nicht sicher. Kulmbach hat seine eigenen Vorzüge. Ich weiß nicht, ob man wegen einer Hose nach Bamberg fahren muss, wenn man die auch in Kulmbach bekommt."
Ob sich die Kulmbacher Händler für sich auch einmal eine ähnliche Werbestrategie vorstellen können? Da hat Uwe Windisch vor allem aus wirtschaftlichen Gründen Bedenken. "Wir haben jetzt erst 40 Mitglieder und hoffen, einmal auf 100 zu kommen. Wenn wir die haben, dann können wir auch mehr Werbung nach außen machen. Bisher reicht es gerade für Kulmbach selbst und noch ein bisschen in Lichtenfels und Kronach. Wir sind einfach zu wenige. Das ist ein Teufelskreis." Die Kulmbacher Händler warteten zu sehr ab, was der Verein macht und dann werde gemeckert, wenn es zu wenig ist.
"Unser Kulmbach" hoffe nun auch auf den Nachfolger von Stadtmanager Marc Schnabel und darauf, mit ihm zusammen noch mehr tun zu können, um die Werbewirksamkeit Kulmbachs nach außen zu erhöhen. Das klappt allerdings nur als Gemeinschaftswerk, ist Uwe Windisch sicher: "Nur wenn alle mitmachen, gibt es Chancen." Kulmbach habe eine schöne Altstadt und schöne Geschäfte und auch die Zahlen im Tourismus ließen hoffen. Kulmbach habe viele Besucher: "Da wird ja auch eingekauft."
Quelle: - Frankenpost vom 22.12.2009 - Foto: Fölsche |  | |  |