Geschichte der Stadt Kulmbach

Kulmbach blickt auf eine lange, ereignisreiche Geschichte zurück. Am Fuße der Plassenburg gewachsen entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handels- und Lebensmittelstandort Oberfrankens. Bis heute prägen historische Spuren und lebendige Traditionen das Stadtbild und erzählen von einer Vergangenheit, die Kulmbach zu dem macht, was es heute ist. 

 

Die nachfolgende Chronik gibt einen kompakten Überblick über die wichtigsten Etappen dieser historischen Entwicklung. 

 

1027 - 1040 Erste Nennung in der Alkuinbibel

Der Eintrag befindet sich in der Bibel auf der Rückseite des Blattes 174. Es ist eine Schenkungsnotiz in dieser neben Kulmbach auch die Orte Trebgast und Stein an die Bamberger Kirche verschenkt werden.

1135 Erste Nennung der Plassenburg

Bertold der Zweite nennt sich als Zeuge des Sankt Michaelsberg-Bamberger Abtes zum ersten mal "Graf von Plassenberch". Die damalige Befestigung befand sich laut der aktuellsten Forschungsergebnisse bereits an der gleichen Stelle wie unsere heutige Plassenburg.

1230 - 1250 Ebstorfer Weltkarte

Die Plassenburg wird auf einer Kartendarstellung aus dem Kloster Ebstorf eingezeichnet. Das Original der Weltkarte wurde 1943 bei einem Bombenangriff auf Hannover zerstört. Glücklicherweise wurden vorher vier Reproduktionen der Karte angefertigt, eine davon ist seit 1962 im Landschaftsmuseum Obermain in Kulmbach ausgestellt.

1349 Erste Nennung eines Brauhauses

Das erste Brauhaus befand sich im 1340 gegründeten Augustinerkloster. Das Kloster wurde am Konraditag völlig zerstört, es befand sich in der Nähe des Holzmarkt, heute erinnert nur noch der Straßenname Klostergasse an dessen Existenz.

Die Kulmbacher Einwohner bekamen aber wahrscheinlich nichts von dem darin gebrauten Bier ab, es wurde ausschließlich für den Eigenbedarf der Mönche hergestellt.

1430 Hussitenkrieg

Nach der Hinrichtung des Reformators Jan Hus 1415 zogen seine Anhänger durch das Land und zerstörten unter anderem Kulmbach und das Umland. Die Plassenburg wurde hierbei aber wahrscheinlich nicht eingenommen.

1553 Konraditag

Am Tag des heiligen Konrad, dem 26. November 1553, belagern die bundesständischen Truppen Kulmbach. Die Stadt brennt nieder. Nach siebenmonatiger Belagerung kapituliert 1554 schließlich auch die Plassenburg bedingungslos wird aber dennoch von den bundesständischen Truppen geplündert und zerstört.

1558 Wiederaufbau

Markgraf Georg Friedrich bekommt nach einem Vergleich eine Geldsumme von 175 000 Gulden. Zusammen mit dem Baumeister Caspar Vischer als Leitender Architekt wird die Plassenburg und die Altstadt im heutigen Erscheinungsbild wieder aufgebaut. Zu ehren der Wohltäter werden die Gymnasien Kulmbachs, Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium und Caspar-Vischer-Gymnasium, benannt.

1673 Hochwasser

Nach schweren Gewittern tritt der Kohlenbach über die Ufer und überschwemmt die Stadt. Eine Hochwassermarke an der Seite des Rathauses zeugt noch von diesem schweren Unwetter.

Manch Einwohner zog, nach der Chronik von A.W. Heckel, allerdings einen Nutzen aus der Katastrophe indem er auf dem Marktplatz Fische fing.

1792 Preußische Verwaltung

Nach dem Verkauf des Herzogtums Brandenburg-Bayreuth an Friedrich Wilhelm den Zweiten, König von Preußen, schwört die Besatzung der Plassenburg und die Stadtverwaltung dem neuen Regenten die treue.

Kulmbach wird preußisch.

1806 Schleifung der Plassenburg

Die Stadt Kulmbach wird von bayerischen Truppen unter Befehl des französischen Kaiser Napoleon Bonaparte belagert. Einige Wochen später kapituliert die Besatzung der Plassenburg. Durch Zerstörung der Wehranlagen wird die Burg als Verteidigungsstandort bedeutungslos.

1807 Französische Verwaltung

Nach der 1806 erfolgten Einnahme der Stadt schwören die Beamten, Geistlichen und Ratsmitglieder dem Französischen Kaiser Napoleon Bonaparte ihre treue.

Kulmbach wird französisch.

1810 Bayerische Verwaltung

Der bayerische König, Maximilian der Erste, zahlt 15 Millionen Francs für die Übernahme der Stadt Kulmbach. Ein Jahr später abermals 10 Millionen Francs für die Übernahme der Plassenburg.

Kulmbach wird bayerisch.

1846 Eisenbahnanbindung

Nach Anschluss der Stadt an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn erlebt Kulmbach einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. In den folgenden Jahrzehnten breitet sich die Industrie in Kulmbach aus, nahezu alle namhaften Betriebe legen eigene Industriegleise und Lagerschuppen an.

1933 - 1945 Nationalsozialismus

Nach der Machtergreifung der NSDAP wird die Plassenburg systematisch zur NS-Landesführerschule umfunktioniert. Die Felsenkeller der Brauereien wurden als Luftschutzeinrichtungen umgebaut, ab 1935 wurden Luftschutzhelfer ausgebildet. In späteren Kriegsjahren wurden in Lagerhallen Kulmbacher Firmen militärische Güter eingelagert und diverse kriegsgeschädigte Betriebe verlagerten ihre Produktion in die Stadt.

1945 Kriegsende

Die amerikanische 11. US-Panzer-Division nahm am 13. April 1945 ohne nennenswerte Gegenwehr die Stadt unter ihre Kontrolle. Ein Kriegsgefangenenlager für Soldaten der Wehrmacht wurde errichtet. Unter anderem wurden auf der Plassenburg Flüchtlingslager eingerichtet, die Einwohnerzahl der Stadt verdoppelt sich nahezu.

Die unspektakuläre Übernahme der Stadt ist den mutigen Kulmbacher Frauen zu verdanken, die bereits im Morgengrauen die Panzersperren öffneten.

1976 Gebietsreform

Im Zuge der Gebietsreform wurden die letzten Eingemeindungen beschlossen und die Stadt erhält ihre heutige Größe.
Zeitverlauf der Eingemeindungen:

1902 Blaich

1908 Plassenburg 

1946 Kauernburg, Mangersreuth, Metzdorf

1972 Burghaig

1975 Höferänger 

1976 Katschenreuth, Kirchleus, Lehenthal, Leuchau, Lösau, Melkendorf, Oberdornlach

2019 Campus Kulmbach

Die Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Bayreuth wird in der ehemaligen Kulmbacher Spinnerei eröffnet. Für eine Erweiterung wird die großzügige Entwicklungsfläche des Gebiets des Güterbahnhof bereitgestellt. Dadurch liegt der Campus in einer zentralen und verkehrsgünstigen Lage in der Innenstadt und zugleich in der Nähe des Bahnhofs Kulmbach.

Der Leitgedanke für den neuen Außenstandort wird von dem damaligen Spinnereidirektor Fritz Hornschuch übernommen: "Innovation und soziale Verantwortung". 

 

 

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Gerne helfen Ihnen unsere Mitarbeiter des Stadtarchivs weiter.  

 

Bearbeitung und Quelle:

Stadtarchiv Kulmbach