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Schwamm nagt im Turm des Rathauses

Schon wieder eine neue Überraschung bei der Sanierung des Rathauses: Großflächige schwere Schäden am Turm machen weitere zusätzliche Arbeiten notwendig. OB Schramm ist auf der Suche nach Finanzmitteln.


Von außen sieht man dem Rathausturm seinen maroden Zustand nicht an.

Von außen sieht man dem Rathausturm seinen maroden Zustand nicht an. Architekt und Bauleiter Johannes Müller hat inzwischen auch detaillierte Blicke ins Innere geworfen. Die Außenhaut und ihr Innenbau sind großflächig zerstört.

"Außen hui, innen pfui". Der Satz passt wie die Faust aufs Auge, wenn man ihn in Verbindung mit dem Kulmbacher Rathaus anwendet. Wohl niemand hat dem prächtigen Rokokobau von außen angesehen, wie dringend er einer Sanierung bedarf. Noch nicht einmal die Untersuchungen vor dem Beginn der umfassenden Reparaturarbeiten haben auch nur annähernd gezeigt, wie zerstört und marode vor allem die Hölzer und Balken in dem als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuften Rathaus sind.

Löchrige Kupferbleche


Jetzt ist die nächste böse Überraschung aufgetreten: Der Turm, der den Charme des Gebäudes so maßgeblich prägt, ist in weiten Teilen schwer beschädigt. Die grün patinierten Kupferbleche sind löchrig und haben wohl über viele Jahre Wasser ins Gebälk geleitet. Wo immer das Blech abgehoben wird, zerbröselt darunter das tragende Holz der Außenhülle regelrecht zu Staub. "Niemand hat den Röntgenblick", sagt Architekt Stephan Häublein vom Büro H2M. Gewisse Stellen konnten erst im laufenden Bauprozess aufgemacht werden. Da halfen auch die Proben nichts, die vor Baubeginn gezogen wurden. Wenn ein Balken an einer Stelle noch gut ist, heißt das noch lange nicht, dass der Zustand einen Meter weiter auch derselbe ist. Diese Problematik kennen alle, die jemals einen Altbau saniert haben. Im Fall des Rathauses ist leider kaum eine Möglichkeit für solche teure späte Erkenntnisse ausgelassen. Mindestens eine Million Euro wird (wie bereits berichtet) die Sanierung mehr kosten, als veranschlagt. Jetzt wird auch der Turm im allergünstigsten Fall die Kosten nochmals mit einer "hohen fünfstelligen Summe" nach oben treiben.

In etwa zwei Wochen wird Architekt und Bauleiter Johannes Müller die genauen Kosten kennen. Oberbürgermeister Henry Schramm ist jetzt schon auf der Suche nach neuen Geldquellen. "Ich muss es so nehmen, wie es ist", ergibt sich der OB in das Schicksal, das vor ihm schon viele Bauherren mit historischen Gebäuden getroffen hat. Am Donnerstag hat Schramm mit Fachleuten vom Denkmalamt über die neuen Schadensstellen am Turm gesprochen: "Wir waren uns einig, dass wir das jetzt gescheit machen müssen, wo wir schon angefangen haben."

Man muss kein Fachmann sein, um ganz oben im Turm das Ausmaß des Schadens einschätzen zu können. Johannes Müller hebt eines der grünen Kupferbleche an. Darunter zerbröselt das Gebälk. Niemand kann sich erinnern, wann jemals dieser Turm saniert worden ist. Die Baufachleute gehen deshalb davon aus, es noch mit der Originalkonstruktion aus dem 16. Jahrhundert zu tun zu haben. "Das wurde nie ganz saniert, sondern wenn, dann nur repariert", weiß Architekt Müller. Er kann einschätzen, warum es über die Jahre zu diesen immensen Beschädigungen kommen konnte: Der Turm sei durch Witterungseinflüsse, Temperaturschwankungen, Regengüsse, Schnee und Sonneneinstrahlung einer hohen Belastung ausgesetzt.

Viel mehr Balken als zunächst gedacht müssen repariert oder ganz ausgetauscht werden.

Viel mehr Balken als zunächst gedacht müssen repariert oder ganz ausgetauscht werden. Wie weit der Schwamm sich ins Innere des Rathauses genagt hat, stellt selbst für Fachleute eine Überraschung dar.

Enger Zeitplan


Die immer teurer werdende Sanierung ist dabei nicht einmal das einzige Problem. Bestimmte Arbeiten, vor allem die energetische Sanierung in Zusammenhang mit der Förderung aus dem Konjunkturpaket II, haben feste Daten, zu denen sie fertig sein müssen, wenn die Zuschüsse nicht verfallen sollen. Es geht um viel Geld und der Zeitplan wird eng und enger. "Wir werden da schon zu kämpfen haben", räumt Architekt Müller ein. Aber er hat einen Trumpf im Ärmel: Glücklicherweise sind die bauausführenden Firmen Lindner, Konrad und Bär alle aus der engeren Region und haben damit natürlich eine ganz andere Beziehung zu Kulmbach und seinem Rathaus. Im Zweifel wird die Zahl der Arbeiter erhöht. "Es werden", sagt Johannes Müller, "große Anstrengungen, aber es ist machbar, in der Zeit zu bleiben."

Quelle:
- Frankenpost vom 18.06.2011
- Fotos: Burger

www.frankenpost.de
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